Band 
Erster Band. A bis Bl.
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262
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262 Amos Amphibie '

Schulden anwenden, und damit so lange fortfahren, bis alle Schulden getilgtsind. (S. Tilgungsfonds.) i

Amos, der Prophet, ein Hirt aus der Gegend von Jerusalem , trat unter ^den Königen UsiaS von Iuda und Ierobeam II. von Israel um 850 vor Chr. als iEiferer gegen die in Israel herrschende Abgötterei auf. Sein im A. T. enthaltenes ^prophetisches Buch besteht aus einzelnen Schilderungen des SitkenverderbenS undGötzendienstes unter den Israeliten, aus Drohungen und Verheißungen, derglei-chen andre Propheten dieses Volks auch vorgetragen haben. Eigen sind ihm ge-wisse ländliche Bilder, Rundung und Klarheit im Bau seiner Reden und Aus-führlichkeit in seinen Schilderungen. Er gehört unter die besten Schriftsteller 'der Hebräer. 31.

A mphiarauS, des Oikleus (nach Andern des Apollo) und der Hvperm- ^nestra^ohn, von den Göttern mit Seherkraft begabt. Als er, wohl wissend, daßer vor Theben umkomme» müsse, sich verborgen hatte, von seiner Gemahlin Eri-phyle (s. d.) aber verrathen worden war, nahm er mit PolyniceS Theil an demAuge und war Einer der Tapfersten. Als aber einst die Belagerer zurückgeschlagenwurden, öffnete sich ihm auf der Flucht die Erde und verschlang ihn sammt seinemGespann. An dem Orte, wo dieß geschehen sein sollte, zu Oropus, wurde ihmzu Ehren ein Fest (Amphiaräa) gefeiert, und nicht weit von dieser ^kadr war einihm geweihter Tempel, wo Orakelsprüche gegeben wurden. Seinen Tod rächtesein Läohn Alkmäon.

A mphibie , ein zweilcbiges Geschöpf, d. h. ein solches, das auf dem Landeund im Wasser zugleich leben kann. Die ältern Naturforscher fassen alle Geschöpfe,die diese Eigenschaften haben, unter der Classe der Ampbibien zusammen. Gegen-wärtig hat das Wort Amphibie einen eingeschränkter» Sinn und bezeichnet diejeni-gen Thiere, welches rothes kaltes Blut haben und durch wirkliche Lungen athmen.Sie haben alle ein Herz mit Einer Vorkammer und Einer Herzkammer. Durchdiese Kennzeichen sind sie von allen andern Thiere» sehr genau unterschieden. DieKälte ihres Blutes trennt sie von den -Lätigerhieren und Vögeln, das Athme»durch Lungen aber von den Fischen. Ihr Blut nimmt nie einen höher» Grad derWarme an, als die Luft oder das Wasser hat, worin sie sich aufhalten. KeinThier aus andern Classe» scheint in so auffallenden Extremen von Wärme und Kälteausdauern zu können wie die Amphibien, besonders einzelne Gattungen. Fröschez. B. sind in dem Magen des Menschen und in Eisschollen lebendig geblieben. Stattder Knochen haben sie Knorpel, daher sie auch Knorpelthiere genannt werden. Dergrößte Theil der Amphibien kann sowol auf dem Lande als im Wasser leben. Man-che halten sich nach Willkür in diesem oder jenem der beiden Elemente auf; andrebringen nur eine gewisse Periode ihres Lebens oder gewisse Jahreszeiten in einemvon beiden zu. Endlich sind auch einige bloß für das Wasser oder bloß für das Landbestimmt. -Lümpfe, Moräste und stehende Gewässer, ferner dumpfige, düstereOrte, Höhlen und Löcher der Erde werden vorzüglich von ihnen bewohnt. IhreFortpflanzung geschieht meistens durch Eier; nur wenige bringen lebendige Jungenzur Welt. Als VerkheidigungSmittel oder Waffen gab die Natur einigen dieserThiere eine gewaltige Körperkraft, ein scharfes Gebiß (wie dem Krokodill), andernein schnell wirkendes, tödtendeS Gift (wie gewissen Schlangenarten), noch anderneine harte Bedeckung (wie den Schildkröten). Vielen kommt ihr widriger Geruchoder eine scharfe Feuchtigkeit, welche sie ausspritzen, zu statten. Etwas Merk-würdiges ist die starke Wiedererzeugungskraft einiger dieser Thiere, vermöge wel-cher sie ganze Theile ihres Körpers, die ihnen geraubt werden, wieder ersetzen.Verschiedene Gattungen können unglaublich lange ohne Luft und selbst ohne Nah-rung leben. — Amphibiolithen oder Amp h ibien steine sind Versteine-rungen von Amphibien.