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Erster Band. A bis Bl.
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264 Amphitritr Amputation

Amphikrlte, Tochter deüOceanusund der TethyS oder'des NereuSiindder Doris. klieptun wünschte sie zur Gemahlin und ließ sie, da sie sich vor ihmverbarg, durch einen Delphin aufsuchen, der sie ihm auch zuführte und zur Be-lohnung dafür unter die Lterne verseht ward. Als die Göttin und Königin desMeers wird sie auf einem Muschelwagen von Tritonen gezogen, oder auch aufeinem Delphin reitend, mit Repkun's Dreizack in der Hand, abgebildet.

A m p h i t r u o oder A m p h i t r y o, König von Theben, Lohn desAlcäus, Gemahl der Alkinene. PlautuS, nach ihm Mola re, und nach diesemFalk und Kleist, baben den ihm von Jupiter gespielten Erreich (s Alkinene) zuinteressanten Lustspielen benutzt, wo die Rückkehr des wahren Amxhitruo und seinZusammentreffen mir dem falschen lächerliche Scenen in Hof und Statt her-beiführt. Die Franzokcn nennen so einen gefälligen Wirth.

Amplificatio n, Erweiterung in rhetd'nscherHinsicht. Sie sindetschonstatt in jeder ausführlichen Darstellung einer einzelnen Vorstellung oder eines Ur-theils. Denn durch eine solche ausführliche Darstellung mannigfaltiger Beziehun-gen wird der Satz selbst erweitert und gleichsam auSgedebnt. Insbesondere gehörtdie Amplisication znr rednerischen Ausführung. Sie ist derjenige Theil derselben,welcher nicht aus innern Quellen, d. i. aus dem Begriff und der innern Beschaf-fenheit des Gegenstandes, sondern aus äußern Quellen geschöpft ist. Hierzu rech-net man: das Verhältniß eines Gegenstandes zu andern Dingen, vornehmlichÄhnlichkeit und Gegenikeil, sowie das Verhältniß des Allgemeinen zum Beson-dern, worauf sich das Beispiel gründet, und die Zeugnisse über einen Gegenstand.In einigen schulen der Rhetorik nahm man 4 Theile der rednerischen Amplifi-carion an: Erläuterung eines Satzes durch Ähnliches (dahin gehört auch das Gleich-niß); Entgegengesetztes, sowie durch Beispiel (besondere Fälle) und Zeugnisse, unddiese Erläuterung mußte sonst als wesentlicher Theil der Chrie auf die eigentlicheBegründung des Hauptsatzes folgen. Man könnte nach diesem Inhalte die redne-rische Erweiterung als diejenige Ausführung eines Satzes bestimmen, bei welcherman über den unmittelbaren und wesentlichen Inhalt desselben hinausgeht und ihndurch sein Verhältniß zu andern Dingen zu erläutern sucht. Sie setzt daher aller-dings die eigentliche Erklärung und Begründung des Gegenstandes durch sich selbstvoraus und macht folglich die Ausführung eines Satzes nur vollständig, obwolsie oft, weit mehr als strenge Erklärungen und Beweise, den Leser und Zuhörerzu überzeugen und auf seine» Willen zu wirken im Stande ist. In einem nochengern Sinne verstehen Einige unter rednerischer Amplisication insbesondere die aus-führliche Auseinandersetzung eines Gegenstandes in Beispielen. Die griechischenund römischen Rhecoren aber verstanden unter rednerischer Erweiterung die Ver-größerung oder Verkleinerung eines Gegenstandes durch Gedanken und Ausdruck;Longin die Zusammenfassung aller der dem Gegenstände anhangenden Beziehun-gen, wodurch das schon Begründete noch mehr bekräftigt wird. Beide Bestim-mungen lassen sich wohl vereinigen, da eine solche Ausführung gewöhnlich Ver-größerung oder Verkleinerung des Gegenstandes, Erhebung oder Herabsetzung des-selben bei den Zuhörern zur Absicht hat. Da ferner bei einer solchen Ausführung,wie wir eben anführten, die vollständige Wirkung auf den Zuhörer beabsichtigtwird, so ist zu erkläre», warum Cicero und mehre alte Redner die'.Amplisicationnebst der Zusammenfassung des Inhalts der Rede (eunuxw-ttin oder Recarstkula-rion) zu einem wesentlichen Theile des Schlusses machten; jedoch wil d dann unterAmplisication (auch genannt) nur die letzte Bekräftigung des Gegen-

standes verstanden, wobei man, vorzüglich vermittelst eines allgemeinen Satzes,auf den Zuhörer zu wirken suchte. 4!i.

Amputation, die kunstmäßige Abnebmung der Glieder mittelst chirur-gischer Instrumente. Obgleich die chirurgische Kunst die Amputation zu verhüten