suchen muß, so ist diese doch in mehren Füllen nicht .zu vermeiden. Diese sind be-sonders 1) große Schußwunden, wenn Glieder völlig zerschmettert sind, zumalan den Füßen, im Kniegelenk, am Schenkelknochen; langwierige Eiterungenund Hohlgeschwüre (fisteln) mit Gängen, welche den Knochenfraß verursachen,besonders wenn sie als Überreste oder Versetzungen von Krankheiten erscheinen;3) Knochengeschwüre, der sogenannte schwärende Winddorn, Knochenenlzündun-gen und Anschwellungen von Pulsadergeschwülsten; 4) der kalte Brand, der voneiner unbekannten innern Ursache entstanden ist, oder tief in das Glied sicherstreckt;6) krebshaste Geschwüre; auch 6) dergleichen Geschwülste, welche, ohne beträcht-liche Pulsadern zu verletzen, nicht ausgerottet werden können u. a. in. Es ist je-doch sehr schwer, eine bestüninre Anzeige zur Amputation festzusetzen, weil auchdie meisten Fälle noch Ausnahmen erleiden. Das Verfahren ist von Zeit zu Zeitsehr verbessert worden, daher die verschiedenen Methoden der Amputation, die inverschieden gearteten Fällen den Vorzug verdienen. Finger und Zehen werden auchdurch den Meißel abgenommen, und diese Operation heißt I>i»'lrü>,-ui>i!<;»>üs.
A in st e r d a m. Diese weltberühmte Handels- und, zufolge der Grundver-fassung des Königreichs der Niederlande, die Hauptstadt dieses Reichs war »och zuAnfang des 13. Jahrh, ein Fischerdorf im Besitz der Herren von Amstel; gegen die.Mitte dieses Jahrh, erhob es sich zu einem Städtchen und erhielt städtische Rechte.1298 wurde es von den benachbarten Kennemers wegen der Theilnahme GvsbrechtSvan Aiiistel an dem Morde des Grafen Floris von Holland überfallen, verwüstet,und der Besitzer selbst vertrieben. Auf diese Weise kam A. mit Amstellandan die Grafen von Holland , welche die Stadt mit vielen Vorrechten beschenk-ten. A. bekam bald einen bedeutenden Handel nach der Ostsee und war im 16.Jahrh. eine ansehnliche Kaufstadt. Der Übergang aus der gursheri liehen Hörigkeitunter die gräfliche Landeshoheit begründete ihr erstes Glück, ihr ferneres der Über-gang aus der Herrschaft Spaniens . Sie schwang sich hierdurch zur ersten Han-delsstadt der vereinigten Niederlande empor. Schon 1585, nachdem Antwerpen wieder spanisch geworden war und dessn Welthandel sich nach A. gezogen harte,mußte die westliche neue Seite neben dem alten A. erbaut werden. NeueVergrößerungen erhielt die Stadt 1593, 1612 und 1658. — 1622 zählte siebereits 160,660 Einw. Diele anwachsende Größe erweckte die Mißgunst derNachbarn. Leicester suchte sich derselben 1587 durch Verrath, Prinz Wilhelm II.1656 durch Überrumpelung zu bemeistern. Beide Versuche mißlangen durch dieKlugheit der beiden Bürgermeister Hooft und Bicker. A.'s Bürgermeister erlang-ten damals in der Versammlung der Generalstaaten ein solches Gewicht, daß ihr'Ansehen in den ei sten 91 Jahren des 18. Jahrh. mit dem des Erbstatthalters wett-eiferte. In dwser Glanzepoche hakte A. einen solchen Reichthum erworben, daßihr keine andre Stadt in Europa gleichzustellen war. Lie war der große Marktaller Producte im -Osten und Westen, und der Hafen stets so voll Schiffe, daßman von dieser Seite die Thürme der Stadt kaum wahrnehmen konnte. Der Rufholländischer Redlichkeit und Sparsamkeit beförderte die Blüthe des amsierdamerHandels; indessen hemmre denselben die Sandbank vor dem PampuS, weshalbdie großen Leeschiffe nicht ohne Entladung eines Theils der Güter auf Lichterschif-fen einlaufen konnten. Auch war das Auslaufen der Handelsschiffe aus derAuvdersee beim Terel nur bei gewissen Winden möglich. Endlich fühlte A. nichtselten den Druck harter Kriegsdrangsale. Leibst in der glanzvollen Periode des17. Jahrh, war 1653, in Folge des Kriegs mit England, der Handel dergestaltgesunken, daß 4666 Häuser in A. unbewohnt waren, und daß, wie erzähltwird, auf der Berse Gras wuchs. Doch immer hob sich der Handel wiederrind blieb sich. selbst in der unruhigen Zeit von 1780 — 94, mit Ausnahme dercngl. Kriegsjahre von 1781 unh 1782, fast gleich. Allein seit der RegierungS -