Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
269
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Aimisctte Anadyomcne 269

als Llmulete. Die Türken, Tibetaner, Chinesen und viele andre Völker haben nochgroßes Vertrauen zu ihnen. Der Magnetismus hat neuerlich dergleichen wieder inAufnahme gebracht, jedoch aus natürlichen Gründen, weil nämlich tbeils gewisseSubstanzen eine Heilkraft durch äußere Berührung haben, theils d»e Einbildungs-kraft ihre Wirksamkeit befördert. S. Passavant, „Unters, über d.Lebensmagne-tismus:c." (Franks, a. M. 1821).

Amusekte, ein leichteSeinpfündigesKanon, das beimGebirgskriegange-wendet wurde. Leichtigkeit und Schnelle, dadurch erlangte Beweglichkeit sind dieDortbeile desselben. Der Marschall von Sacbsen empfahl die Amulette dringend.Der Grafvon Lippe-Bückeburg verbesserte sie wesentlich und führte sie bei der por-tugiesischen Infanterie so ein, daß jedes Peloton eine Amusette, von 5 Menschengezogen und bedient, mit sich hatte. Auch der Herzog von Weimar gab 1198 sei-nen Wägern Amuletten. Jetzt sind sie bei allen Truppe» außer Gebrauch. 32.

A n a. Diese Endung mit einem Eigennamen verbunden, bezeichnet eineSammlung von Anekdoten, Sprüchen und Lebeusregcln solcher Männer, welchesich durch Witz, drollige Einfälle und eigenthümliche Manieren auszeichnen. Esgibt Bibliotheken, worin diese Ana einen großen Raum einnehmen. Luther's „Tisch-reden", Nicolai's „Anekdoten vom großen König" u. s. f. gehören hierher. Auchdie Griechen kannten dergleichen, aber natürlich ohne diesen Namen. Renophon'S„Memorabilien" und des Diogenes von Lakrke „Leben der Philosophen" sind vollAnekdoten und Sprüche. Die „Attischen Nächte" von AuluS Gellius enthalten eineMenge denkwürdiger AuSsprücbe und witziger Einfälle ausgezeichneter Personen inRoni. So soll, nach Wuiniilian, ein Freigelassener des Cicero ein Buch vollSpatie seines Herrn hinterlassen haben, und ein Freigelassener des Mäcenas schriebdie Tischgespräche und Einfalle dieses großen Musenfreundes auf. Zur Zeit derWiederherstellung der Wissenschaften sing man zuerst wieder an, die lustigen Ein-falle berühmter Leute zu sammeln; die „Scaligeriana" waren die erste Lannnlung,die unter diesem Namen erschien. Nachher haben besonders die Franzosen derglei-chen Anekdoten , Einfälle und Sprüche ausgezeichneter Männer gesammelt, jadiese Ana bisweilen bloß als Vehikel gebraucht, um gewisse Lieblingsmeinungenunter einer berübmten Firma in die Welt zu bringen. Wir nennen von solchenSammlungen bei den Franzosen Huekiana, Menagiana, Poggiana, Volkairiaiia,Bonapartiana, Bi vriana, Brunetiana, Potieriana, Pradtiana. Auch die Eng-länder haben solche Sammlungen; die Deutschen namentlich'die „Taubmauniana".Sammlungen über besondere Gegenstände fuhren auch diesen Tirel, z. B. Pari-siana, Revolutiana, Polissoniana, Ivrogniana.

A n a b a p r i st e n, s. Taufgesinnte.

A n a ch a r si S der Jüngere,ein LcytheundBruderdeSdamaligenKönigSSanlus, ward als ein Freund der Weisheit und der Wissenschaften in die Zahl der1 Weisen ausgenommen. Die Begierde nach Kenntnissen und Bildung trieb ihnaus seinem rohen Lande aufReisen in gesittetere. Er kam zu Solon's Zeiten nachAthen , von wo aus er auch andre Länder besuchte. Nach seiner Rückkehr erschoßihn der König, um der von A. versuchten Einführung der weichlichen Litten unddes Gottesdienstes der Griechen vorzubeugen. (Dgl. Barthö lernn.)

Anachoret, ein Mönch, welcher allein für sich in der Einsamkeit lebt,Einsiedler. Die Mönche, welche in Gemeinschaft leben, heißen Cönobiten.

AnachroniSm, ein Irrthum wider die Chronologie oder Zeitrechnung,indem man eine Begebenheit in einen falschen, besonders früher» Zeitraum versetzt.

A n a d Y o m e n e, bei deutschen Dichtern auch, mit veränderter Bedeutung,Anaduomene, die Hervorgehende, ist ein Beiname, den Venus durch ihre Verbin-dung mit dem Meere hatte: die aus dem Meere Hervorgesiiegene. Apelles hattediesen Augenblick in einem Gemälde dargestellt, zu welchem ihm, nach Einigen,