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AnakrusiS Analogie
zählte, war zu Tees in Ionien geboren, und blühte um 500 vor Chr. Polykra-teS, Beherrscher von SamoS , berief ihn an seinen Hof und schenkte ihm seineFreundschaft. Hier sang A., von Wein und Liebe begeistert, seine lieblichenLieder. Nach dem Tode seines Beschützers aber ging er nach Athen , wo er beiHipparch die ausgezeichnetste Aufnahme fand. Der «kurz desselben vertrieb ihnaus Arhen, und wahrscheinlich begab er sich nach Teos zurück. Als aber Ioniengegen den DariuS aufstand, floh er nach Abdera, wo er ein heiteres und glücklichesAlter durchlebte und 85 Jahre alt starb. Der Sage nach erstickte er an einerWeinbeere. Die LLtadt TeoS setzte sein Bild auf ihre Münzen, auf der Burg vonAthen stand seine Bildsäule, und ganz Griechenland nannte seinen Namen mit ge-bührenden Lobsprüchen. Nur ein kleiner Theil seiner Gedichte ist auf uns gekom-men. Von 5 Büchern sind 68 Gedichte unter A.'S Namen übrig, unter denenjedoch die Kritik nur wenige als echt anerkennt. Sie sind, mit Ausschluß jenerunechten, Ideale zarter, von der Leichtigkeit natürlicher Anmuth geleiteter Grazieund Naivetät in der lyrischen Poesie; wie schwer diese Eigenschaften zu erreichensind, beweisen unzählige verunglückte Nachahmungen, die des Namens Anakreomi-scher Lieder nicht würdig sind. Das Sylbenmaß, in welchem A. dichtete, undwelches nach ihm benannt wird, hält man gewöhnlich für dreifüßige Iamben miteiner Nachschlagsylbe, nach Hermann aber besteht es aus dem IonicuS a nmjorimit der AnakrusiS:
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Unter den Ausgaben zeichnen sich aus die von Fischer (Leipzig 1793) und die vonBrunck (Strasburg 1786, neueste Aufi.). Die neuesten sind von Möbius, 1810,und von Mehlhorn, 1825. Übersetzungen haben wir von Ramler, Degen, Over-bek, Brassen. A. m.
AnakrusiS, in der Musik so viel als Vorspiel, i» der Metrik Aufschlag,Austact, Vorschlagsylbe. (S. Thesis.)
Analecten, Aus-und Zusammengelesenes. Insbesondere eine Auswahlvon Stellen und Bruchstücken aus verschiedenen Schriften, z. B. Analecten fürPhilosophie, Geschichte und Literatur. Zuweilen sagt man dafür Fragmente,Blumenlese und dergl.
Analogie bezeichnet ursprünglich Verhältniß, Ähnlichkeit oder Gleichbeiteines Dinges in gewissen Beziehungen. Die Erkenntniß eines Dinges, die bloßauf diesen: Verhältniß beruht, heißt analogische Erkenntniß. Der Schlußaber, welcher von dieser Ähnlichkeit zweier Dinge, oder Gleichheit in gewissen be-kannten Beziehungen, auf die Ähnlichkeit in andern oderihrenoch größere Überein-stimmung gemacht wird, wird in der Logik analogischer Schluß, Schluß derAnalogie genannt und ist nur ein Wahrscheinlichkeitsschluß. Dieser Schluß wirdangewandt bei der Erklärung der Schriftsteller (Analogie der Interpretation, oderhermeneutische A.), und insbesondere bei der Auslegung der heiligen Schrift, wobeiman eine Übereinstimmung derselben in den Glaubenslehren voraussetzt (->»->1nginticke,); ferner bei der Anwendung der Rechtsgesetze (Rechtsanalogie), indem manin Ermangelung bestimmter Entscheidungen eines Gesetzes nach der Vergleichungmit Entscheidungen der Gesetze in ähnlichen Fällen urtheilt; in der praktischen Heil-kunde bei Anwendung der Heilmittel. Ein großer Theil derSätze, welche die em-pirische Naturlchre aufstellt, beruht auf diesem Schlüsse, indem man größere Über-einstimmung unter Erscheinungen voraussetzt, je mehr man schon wahrgenommenhat. In der Sprachlehre versteht man unter Analogie die Übereinstimmung in derBildung der Worte. In der Mathematik ist sie die Übereinstimmung gewisserGrößenverhältnisse, und auch die Formeln der Gleichheit zweier quantitativenGrößen werden Analogien genannt. 2'.