Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
277
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Anaximander Anaximmes 311

ten blühten, und ließ sich darauf in Athen nieder. Hier trat er mit Perikles ingenaue Verbindung und zählte unter seinen-LLchülern bald die angesehensten Bür-ger, wie Archelaus (des Pcrdikkas, Königs von Maeedonien, natürlichen Sohn,der selbst 9. I. regierte) und EuripideS . Ein tiefes Studium der Nakurwissenschas-ten sehte ihn in den Stand, die Finsternisse der Sonne und des Mondes, Erdbe-ben und ähnliche Erscheinungen zu erklären; aber durch die Ränke seiner Feindegerieth er in ten Verdacht der Gotteslästerung und mußte in Folge einer Anklagedeßhalb 431 Athen verlassen. Er ging nach LampsakuS, wo er 3 I. nachher,12 I. alt, starb. >sein Grundsatz war: „Aus Nichts wird Nichts". Er nahmdaher ein Chaos und als Grundbestandtheil aller Körper eine Art von Atomenan, die mit den Körpern, welche sie bilde» sollten, von gleicher Natur wären.Diese Atomen, an und für sich ohne Bewegung, waren im Anfang durch ein an-,dres, gleichfalls ewiges, von der Materie verschiedenes, geistiges Urwesen in Be-wegung gesetzt, welches er dloü-: (Intelligenz) nannte. Durch diese Bewegung undScheidung des Ungleichartigen, Verbindung des Gleichartigen, hat sich die Weltgebildet; die irdischen Körper hatten sich gesenkt, während der Akher oder dasFeuer sich in den obern Theilen verbreitete. Die Gestirne waren ihm indeß auch ir-discher Natur, und die Eonne unter Andern! eine glühende c^keinmasse, größer als derPeloponneS . Die Milchstraße hielt er, gleich dem Regenbogen, für einen Abglanzdes Sonnenlichts. Die Erde war ihm flach, der Mond ein dunkler, bewohnbarerKörper, welcher sein Licht von der Sonne empfängt; die Kometen wandernde L ker-ne. Er leugnete die objective Gültigkeit der sinnlichen Wahrnehmungen und sah dieVernunft für die Quelle objectiver Wahrheiten an. Wegen der Annahme jenesgeistigen Princips haben ihn Viele sonst für den erste» Thcisten unter den Philoso-phen angesehen. Sein Schüler war Archelaus von Athen . Schaubach hat„A,,:>-xagor.au kragn,.a. ooinineiit. et vila" herauSgeg. (Leipzig 1821).

Anarimander, des PrapiadeS Sohn, der selbstdenkende Schüler desThales, war zuMilet in der42. Olympiade (620 v. Cbr.)geboren. Sein Haupt-studium war die Mathematik. Er entdeckte oder lebrte mindestens die schiefe derEkliptik und bestimmte die Sonnenwenden und Nachrgleichen (Aguinocrien) mit-telst eines SonnenzeigerS (Gnomon), wozu er in Lacedämon einen Versuch machte,genauer. Um die Sähe der Geometrie anschaulicher zu machen, bediente er sichzuerst der Figuren. Auch versuchte er zuerst die Umrisse der Länder und Meere aufeiner Kugel zu entwerfen, und verfertigte, um sein Weltsystem zu erläutern, eineHimmelskugel. Doch sind diese Angaben nicht ganz zuverlässig. Als Philosophspeculirte er über das materielle Urprincip. Das Unendliche betrachtet er als dasUrwesen allerDinge, woraus sich Alles absondert und wohin Alles zurückkehrt, ohnejedoch die Natur dieses ewigen, iinverderblichen UrstossS, dessen Theile beweglich,dessen Ganzes aber unveränderlich ist, zu bestimmen. Die Zahl der Welten istnach ihn! unendlich. Der Himmel besteht a»S Kälte und Wärme, die Sterneaus Luft und Feuer. Die Sonne befindet sich an dem höchsten der Himmel, bateinen 28 Mal größer» Umkreis als die Erde und gleicht einer Walze, aus welcherFeuerströme sich ergießen. Verstopft sich die Öffnung, so erscheint sie verünstert.Ebenso ist ikm der Mond eine Walze, 19 Mal so groß als die Erde. Ihre «chiefeerzeugt die Phasen, ihre gänzliche Umkehrung die Finsternisse. Donner und Blitzsind Erzeugnisse des Windes, wenn er in den Wolken zusammengevreßt wird.Die Erde hat die Gestalt eines CrlinderS, besinder sieb in der Mitte des Welralls underhält sich daher schwebend. Er st. in der 58 Olrmpiade (546 v. Cbr.), 64 I. alt.

Ana rimeneS, aus Milet , blühte um die 56. Olympiade (556 v. Chr.).Er war ein Schüler desAnarimandcr, von dessen Lehren er jedoch abwich. Ihmwar die Luft (»is) der unendliche, göttliche, stets sich bewegende Urstoff aller Dinge.Er behauptete, der äußere Umkreis des Himmels bestehe aus Erde; die Sterne