Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Angclo (Michel)

Eisendraht ist der beste. Er muß nicht zu sehr gehärtet sein. Wider den Faden drehtman die -Lchnüre von weißen Pferdehaaren, Seide oder Hans. Letztere beide tränktman vorher in Wachs. Die seidene Schnur kann die schwächste sein. Die Federbesteht aus einem durch einen Korkstöpsel gesteckten Kiel, durch welchen die Angel-schnur gezogen und mittelst eines Spaltes befestigt wird. Gesenke heißt ein Stück-chen Blei, etwa 1 Fuß über dem Angelhaken angebracht, um ihn in die gehörigeTiefe zu ziehen. Seine Schwere muß mit der Schnur und der Feder in richtigemVerhältnisse stehen. Das sogenannte Norfach bedürfen nur die Angeln für Raub-fische. Zu Ruthen sind am besten junge, am Abgang stehende Fichten, in Erman-gelung der seltene» Angclruthen von Zuckerrohr. Die beste Angelzeü in die schwüleLuft, in der der Fisch, des warmen Wassers wegen, in die Höhe steigt. DerWasserspiegel, wo die Angel fällt, muß rein sein von Rohr und Binsen, und womöglich der Angler sich versteckt halten.

A ngelo (Michel) Buonarotti , aus dem alten Hause der Grafen von Ca-nossa, geb. 1414 zu Caprese oder Chiusi, gest. 1564 zu Rom , offenbarte seinerstaunenswürdiges Genie zugleich in Werken der Malerei, Bildhauerei, Archi-tektur und Poesie. Domenieo de Grillandajo war sein erster Lehrer in den zeichnen-den Künsten, und er war noch nicht 2 Jahre bei ihm gewesen, als er in der von Lo-renzo von Mediei angelegten Kunstschule auch den Unterricht Bertoldo'ö in derBildhauerei mit so gutem Erfolge genoß, daß er schon in seinem 16. Jahre denKops eines alten SatvrS, zur Bewunderung aller Kenner, in Marmor copirte.Nickt minder zog er als Maler die Aufmerksamkeit auf sich, sodaß er den ehren-vollen Auftrag erhielt, gemeinschaftlich mit dem großen Leonardo da Vinci denRathssaal von Floren; mit historischen Darstellungen zu schmucken. Zu diesemBehuf entwarf er jenen berühmten, leider nicht mehr vollständig vorhandenen Car-ton, der eine Scene aus dem pisaniscken Kriege darstellt und von den Kennernals eine der trefflichsten Schöpfungen Michel A.'S gepriesen wird. Indeß hatteihn Papst Julius I I. nach Rom berufen und ihm den Auftrag gegeben, ein Grab-mal für ihn zu arbeiten. Zwei Deal wurde diese Arbeit unterbrochen: einmaldurch Miedel A.'S beleidigten Stolz, dann aber durch den Neid gleichzeitigerKünstler. Bramante und Giuliano da Sangallo besonders waren es, die den Papstüberredeten, von MichelA.daS Gewölbe der Siptinischen Capelle Malen zu lassen;denn sie wußten, daß er in Frcscomalcreien sich noch nicht versucht karre, und glaub-ten ihm dadurch eine Arbeit zuzuwenden, deren unvollkommene Ausführung ihmdas Wohlwollen des Papstes entziehen würde. Michel A. weigerte sich vergebens,den Auftrag anzunehmen, und vollbrachte, ungeachtet der abgedrungenen Eilfertig-keit, in 20 Monaten ein Werk, das von allen Kennern bewundert wurde, und vondem Fernow mit Recht urtheilt, daß hier vielleicht mehr als irgendwo der Künstlerin der ganzen Größe seines originellen Geistes erscheine. Als hierauf Michel A.wieder an dem Grabmale fortarbeiten wollte, starb Julius, und auf des nachfolgen-den Papstes Leo Befehl mußte er jetzt nach Florenz gehen, um den Bau der Vor-derseite an derSt.-Lorenzbibliothekzu übernehmen. Aber auch Leo starb. UnterAdrian v l. arbeitete er einige Statuen für des Julius Grabmal, besonders die be-rubmteStatue des MoseS und einen Christus, der nachher zu Rom in der Kirchedella Minerva aufgestellt ward. Clemens VII. , der hierauf den päpstlichen Stuhlbestieg, rief Wickel A. wieder nach Rom und übertrug ihm die Vollendungder neuen Sakristei und der St.-Lorenzbibliothek zu Florenz . In der ersten sinddie Monumente der Mediceer von ihm gearbeitet, z. B. Tag und Nacht. Stür-mische Zeiten folgten, nach deren Verlauf er zu den frühern noch den Auftrag be-kam , das jüngste Gericht in der S ipküusche» Capelle zu malen. Ungern ging der60>ährige Künstler an ein Werk, das seinem Ruhme gefährlich werden konnte. Er,rer von Natur zum Ernst und Ticfsinn hmneigie, der unter allen Dichtern sich am