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liebsten durch Dante'S ungeheure Gemälde begeisterte und durch ein ununterbro-chenes Studium der Anatomie den verborgensten Mechanismus der Muskeln er-forscht hatte, suchte im Gefühl seiner Kraft sich einen neuen Weg sür diese Arbeitzu bahnen und in dem Schrecklichen, in der Kraft der Umrisse, in der Kühnheitder Bewegungen seine Vorgänger, zu welchen vornehmlich Luca S ignoretti gehörte,zu überbieten. So vollendete er 1541 ein Gemälde, das durchaus mißlungen inder Composition, ohne Würde im Ganzen, ohne Adel und abenteuerlich im Einzel-nen, zwar nicht den Schönheitssinn befriedigt, aber überall den grossen und erfahre-nen Künstler zeigt und mehr für den Künsilcrverstand lehrreich als genießbar sürGefühl und Geschmack des Liebhabers ist. Zudem es die menschliche Gestalt inallen Wendungen. Lagen und Verkürzungen, und den Ausdruck des-LkauneiiS, desSchmerzes, der Verzweiflung in allen Abstufungen darstellt, ist es als ein uner-schöpflicher Schatz von Studien zu betrachten. Ä.'S letzte beträchtliche Werke derMalerei waren 2 grosse Gemälde: der Fall des Paulus und die Kreuzigung desPetrus , in der paulinischen Capelle. Zn der Bildhauerei arbeitete er eine Kreuz-abnahme Christi, 4 Figuren, aus einem einzigen Stück Marmor. Von seinemCupido in Marmor erzählt man, dass er eine Vervollkommnung eines andern C„-pido sei, den Michel A. nach abgeschlagenem Arm zur Täuschung vergraben liess,damit er für eine Antike gelten möge. Jener vervollkommnete Cupido hat Lebens-gröfie. Michel A.'s Statue des Bacchus schrieb Rassel gleiche Vollendung alsden Meisterwerken des PhidiaS oder Praxiteles zu. A. musste noch 1546 dieFortsetzung des Baues der Peterskirche übernehmen. Er verbesserte den Plandazu, worin er auch die Form des griechischen Kreuzes wählte, die Tribune unddie beiden O.uerschiffe des Kreuzes erweiterte, die Kuppel auf einer festen Mauerstützte und eine Vorderseite nach dem Muster der Vorhalle des Pantheon entwarf.Aber er erlebte die Ausführung seines Plans nicht, an dem nach seinem Tode wie-derum Einiges geändert wurde. Ausserdem übernahm er noch den Bau des Cam-pidoglio (Capitals), deü Farnesischen Palastes und vieler andern Gebäude. Auch'seine architektonischen Gebäude zeichnen sich durch Größe und Kühnheit aus; aberin seinen Verzierungen zeigt sich oft seine ungeregelte, ausschweifende Pbantasie,die das Ungewöhnliche und Neue dem Einfachen und Geschmackvollen vorzieht. —Seine Gedichte, die er nur als Spiele der Einbildungskraft und als Zeitvertreibansah, enthalten ebenfalls unverkennbare Beweise seines grossen Talents. Siesind mehren -Sammlungen einverleibt, auch einzeln erschienen. Vgl. Mich. AngelaB. als Dichter in „Beiträgen z. iral. Poesie", 1. Heft, 1810. Seine prosaischenWerke (Vorlesungen, Reden, Ciccolate, d. h. scherzhafte akademische Vorlesungen)befinden sich in der Samml. der„1'r<u><! tixrenilue", und seineBriefe in Bottari'S,Nettere züttoiielie". Lr. die „ä lt,-> >Ii äliel>e!.>i>u< I>> 8. -erltt,, >I.i .lüo.niio(Niillivi. ,nc> iliieepxlo" (Rom 1553, 4.; Florenz 1746, Fol., mitZus.);die neueste AuSg. Pisa 1823, mit Am», von Cav. de Rossi.
Angeloni (Luigi, Graf), aus Frosinone, lebt zu Paris als geachteter Ge-lehrter, woer 1818 in 2Bdn.: „Dell'ltulü,. »seeute üel 8etle»u»<- <>e> 1818.Il.'ixnchiiieuti I V. «leclieat, ,->> it.Uie.i „nrione". herausgab. S. Flugschrift imMai 1814 zu Gunsten der Einbeit Italiens nabm der König von Preussen gnädigauf, während in Mailand derBnchbändlerStella wegen desDebitS derselben ver-haftet wurde. Als die Italiener (wie der Verfasser sagt) einzig obneVaterland blie-ben , entschloß er sich zur wettern Ausführung seines Werks. Er bat eine Abnei-gung nicht gerade gegen Östreich, sondern gegen jede fremde Regierung seines Va-terlandes. Interessant ist seine Darstellung des vorigen und jetzigen bürgerlichen,gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Zustandes desselben. Neu ist die ausfübr-liche Beschreibung des NicbterfolgS der lombardischen Gesandtschaft nach Paris 1814 an dii allürten Souveraine und deren Minister, um die verheißene Telbsistän-Cvnv. >Lcr- Siebente Auch Bd. I. 19