Band 
Erster Band. A bis Bl.
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290 Lllesius Angesicht 1

digkeit zu erflehen. Lord Castlei'eagh nannte u. A. die den Italienern flacher in iPublicationen gemachten Versprechungen naiv genug ,,»prr<- ,I'in>b,>ci!litu". ^Anxcl,Iz 8 ile -, » 5. ein geistlicher Dichter und Mystiker, hieß eigent- !lich I). Johann S chefsler »nd war zu Breslau 1624 geb. Er wurde Leibarzt !Kaiser Ferdinands IItrat 1653 zur römisch-karhol. Kirche über und starb 1677in einem Kloster zu DreSlau. Zart in s. Gefühlen und feurig in seiner Begeiste-rung, aber schwärmerisch überspannt und fromm tändelnd, gleicht er dem Dichterder „Trutz Nachtigall", Friedrich Spee. Des A. Silesius „Cherubinischer Wan-derSmarm" war fast ein ganzes Jahrh, lang ein in zahlreichen Ausgaben verbreitetesErbauungsbuch. Es erschien zuerst in Glogau 1675, zuletzt 1736 zu Altona .Außerdem bar A. noch „Geistliche Hirtenlieder" und eine „Betrübte Psyche" ge-schrieben. Die neuere Kunstschule hat s. Andenken erneuert. 1815 gab Haid eine >Sammlung von Sprüche» des A.Silesius heraus: 1818 besorgteFranzHorn eineähnliche, und 1820 erschien zu Berlin von N. v. E. jVarnhagen von Ense ?) eine i„Sanimlung geistlicher S pritche aus dem cherubinischen Wandersmann". 20. ' ^

A ngenebm ist ein Gegenstand, der ein Gefühl der Lr-st erweckt. Dies ;geschieht besondetv in Hinsicht ant die Vorstellungskraft durch Vollkommenheit, ,Ordnung, Deutlichkeit, Wahrheit, Scheichen, Neuheit», s. w., in Hinsicht !auf Gefühl und B-e-ehruug durch das Affecti eiche, das Zärtliche, Rührende, ,Feierliche, Große, 2v:uiderbare, Erhabene. Da das Sinnlichangenehme von jEmpfindung, subjectiver Einricbtui'g, eVeiguugen u. s. w. abhängt, so ist es inichts absolut (alukes, d. h. es paßt nicht für alle Vernuufkwesen: es ist i'.ichtS Ob- jjectivcs, das für alle vernüiiftige Wesen g-lten kennte. Der rNeusch, als Sun-lienwefen, kann aber nicht anders >.ls das Angenehme begehren und das Unan- 'genehme verabscheuen, und es ist ihm pbrsifthes Bedürfniß, die Summe des An- igenehmen möglichst zu vermehren, des Unangenehmen zu vermindern. — Wel-cher Unterschied zwischen angenehm und scheu in der Kunst sei, s. Schön.

A ngesicht, Antlitz oder Gesicht, die vordere Fläche des Kopfes,derSitz der meisten Sinne, zeigt auf seiner Oberst ,che schon eine Menge Organe,wie die Stirn, die Augenlieder und Auaenbraunen, die Augen, die Nase, dieWangen, den Mund, die Lippen, die Kinnlade, die Zähne. Unter der Haut,welche im Gesicht zarter, feiner, empfindlicher und freier ist als an andern Thei-len, finden sich eine Menge in Fett eingehüllte Muskeln, welche Einfluß auf dieBewegung der Haut haben. Ferner bemerkt man im Gesichte mehr Gefäße undNerven als an irgend einem andern äußern Theile. Unter allen diesen weichenTheilen stößt man dann endlich auf die knöcherne Grundlage, welche, die 32 Zähneausgenommen, aus 14 Knochen besieht, die vorzugsweise mir dem Namen derGesichtSlnochen in der Anatomie belegt werden. Außerdem aber trägt auch einTheil des Stirnbeins zur Bildung des Gesichts viel bei. Nur einer von allen die-sen Knochen, die untere Kinnlade, ist in ihrer Verbindung mit dem Schläfenbeinebeweglich, die übrigen Knochen sind fest unter einander verbunden. In allen die-sen Theilen drückt sich die Gemüthsstimmung, Geistesfähigkeit und mit EinemWorte das physische Leben deü Menschen sehr deutlich aus, wie diePhysiog n o-m ik (s.d.) lehrt z außerdem aber erhält das Gesicht auch durch das Temperament,durch die körperlichen Veränderungen und vorzüglich durch Krankheiten einen sehrverschiedenen Ausdruck und muß sehr häufig als Mittel zur Beurtheilung solcherZustände benutzt werden. Schon die Knochen tragen dazu bei, daß die äußere Formdes Gesichts bei Thieren und Menschen sehr verschieden ist. Bei den erster» sind dieKinnladen weit hervorgezogen und bilden mit der Stirn einen spitzigen Winkel, beidemMensche» aber treten die Kinnladen desto mehr zurück, je mehr die menschlicheDildting und Schönheit die Oberhand gewinnt. Auf dieses Verhältniß der Kieferzu der Stirn gründet sich die von Peter Camper entdeckte Gesichrslinie, welche man