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Angouleine (Herzog von)
nen, werden daher Preskwteriancr, auch Puritaner — weil sie eine von den in des ^bischöflichen Kirche noch beibehaltenen Gebräuchen des katholischen Gottesdienstes ^gan; reine Verfassung behaupte» — genannt. Dieser religiöse Sektengeist warauch in seinen politischen Ansichten verschieden und verfolgte sich gegenseitig, sowiedie Umstände es gestatteten. Aus den verschiedenen kirchlichen Parteien gingen ,politische hervor, welche die öffentliche Ruhe in England mehr als ein Mal erschüt-tert haben. In dem Schoße der Puritaner entstanden die Jntependenten, welchedie Kirche ebenso wenig den Ältesten als den Bischöfen unterworfen wissen wollten,Durch ihre Unterstützung bewirkte Cromwell die Revolution unter Karl I. In ^jenen unruhigen Zeiten bildeten sich mehre religiöse Sekten, deren mehr als 20 inEngland sind. Nach vielen Kämpfen erhielten die PrcSbvterianer unter Wil-helm III. (1695) völlige Gewissensfreiheit durch die Duldungsacte (lui ok j><>!<->.->lioi>). Seitdem ist die bischöfliche Kirche in England und Irland, und 'die preSbytcrianische in Schottland die herrschende. Alle andre Sekten werden ge-duldet und haben mit Einschluß der Presbpterianer, im Gegensatz der Episkopa-len , den allgemeine» Name» Nonconformisten oder DissenterS.
A n g o u l >' ni e (Louw Antoine d^Bourbon, Herzog von), Dauphin seit1824, Neffe Ludwig XVIll. und ältester Sohn des jetzigen KönigS von Frank-reich und Marien TheresienS von Savopen, geb. zu Versailles d. 6. Aug. 1775. iEr wanderte 1789 mit s. Vater aus und beschäftigte sich bei seinem Grokvater inTurin , nebst dem Herzog von Berry, s. Bruder, vorzüglich mit dem Studium jder Artilleriewiffenschaft. Im Aug. 1792 trat er in Deutschland an die Spitze (eines Corps von Ausgewanderten. Die ungünstigen Erfolge des Krieges veranlaß-ten ihn, sich mir s. Vater zu Edinburg niederzulassen; er ging jedoch einige Zeitdarauf nach Blankenburg , im Herzogthum Braunschweig, zurück, und endlichnach Mitau in Rußland. Hier vermahlte er sich mit der einzigen Tochter LudwigXVI. 1801 verließ er Mitau und zog mir seiner Gemahlin und Ludwig XVIII.nach Warschau unrer kenigl.preuß. Schutz. Aber das damalige System des Hofesvon Berlin zwang sie 1805 zur abermaligen Auswanderung nach Rußland , wosie von Alexander I. die freundschaftlichste Aufnahme fanden. Von hier ging er nachEngland, wo Graf ArroiS und die ganze bourbonische Familie auf dem einsamenLandgute Hartwell bei London beisammen wohnte. Als 1811 die verbündeten HeereFrankreichs Boden betraten, begab sich derPrin; von AngouVme (2. Febr. 1814)in das britisch - spanische Hauptguartier zu S t.-Iean de Luz und erließ sogleich jeneberühmte Proclamarion an die französische Armee („llAnive. je -mir >>„ brauee,sinn-, volle l'iüiioo g»i m'ost 5, obere"). Schon hatten sich die Bewohner vonBordeaux gegen Bonaparte erklärt, und täglich eilten die eifrigsten Rovalisten andie Grenze, um dem Herzog ihre Dienste anzubieten. Dieser hielt endlich, unterdem Schutze des engl. Heers, am 12. März seinen Einzug in Bordeaux . Feier-lich verhieß der Herzog dem Maire vor den versammelten Bürgern, unter lautemFrendengeschrei, Vergessenheit alles Vergangenen und Glück für die Zukunft!Drei Tage nachher erließ er eine Proclamarion, worin er, Namens des Königs,vorzüglich Abschaffung der Eonscription und gehässiger Abgaben, Ermutbigungdes Handels und völlige Religionsfreiheit versprach, aber zu gleicher Zeit Ruhe undDrdnung, sonder allen Parkeigeist, von den Franzosen verlangte. Unermüdlichin seinem Eifer für den König, eilte er von Stadt zu Stadt, um Bürger und Sol-daten zu gewinnen, und traf im Mai in Paris ein, wo er die ganze königl. Fami-lie vereinigt fand. Er ward zum Generalobersten der Kürassiere und Dragonerund zum Admiral von Frankreich ernannt. Im Febr. 1815 machte er mit «einerGemahlin eine Reise in die mittäglichen Provinzen und ward überall mit Enthu-siasmus empfangen. Allein in Bordeaux erhielt er am 9. Mär; aus Paris dieNachricht von der Landung Bonaparte's, und zugleich mit der ausgedehntesten