Angoulvine (Herzogin von) 222
Vollmacht die Ernennung sinn Generallieutenant des Königreiche. Sogleich rssffeer ab, seine Gemahlin der Treue Bordeaux '? anvertrauend, und errichtete in Tou-lon ein neues Gouvernement, an dessen spitze er den Grafen Damas und den Ba-ron von PurolleS stellte. Hieraus rückte er nur einigen Linienkruppen undff>arionak-gardcn bis gegen Montelimart vor, wo er am 30. Mäiz die Napoleonisten schlug.Dann zog er von Montelimart gegen Valence , um Lron zu besetzen, und schlugbei Loriol , auf den Hohen von Livron und an der Brücke über die Drome, zumzweiten Viale die Llusruhrer, ward aber am 6. April bei S t.-Iacgues angegriffen,bis gegen Valence zurückgedrängt und von seinen Truppen verlassen. Bordeaux und Toulouse sielen ab, er selbst wurde beiPort-St.-Esprit angehalten und L Tagegefangen gesetzt, endlich freigegeben und mir seinen Getreuen auf das schwedischeFahrzeug Scandinavia zu Cetre eingeschifft. Er stieg zu Barcelona aus Land undbegab sich nach Madrid zu Ferdinand VI >. Bald näherte er sich wieder der franz.Grenze, um neueMütel gegen Bonaparte in Bewegung zu setzen. In Pupcerdaerfuhr er am 10. Juli, das sich Marseille gegen Bonaparte empört bat!?. Erschrieb sogleich an denkenigl.Comii- in dieser Stadt und ernannte den Genei allieu-tenant Marquis de Rivi re zum Gouverneur. Er selbst hatte alle nach Spa-nien gefiuchtete Franzosen in ein Corps versammelt und wollte eben die Grenz«überschreiten, als die Ereignisse in den Niederlande » Ludwig XV111. die Thore derHauptstadt wieder offneren. S ogleich eilte der Herzog von Bordeaur nach Tou-louse , wo er das konigl. Gouvernement wiederherstellte und in kurzer Hit viel«Bataillone konigl. Freiwilligen errichtete, welche zu 1 jährigen Diensten sich ver-bindlich machten und für ibn die Festungen in den Pvrenäen, in den Alpen und anden Küsten besetzten. Nach seiner Zurückkunft in Paris zum Präsidenten desWahlcollegiums des Girondedexarr. ernannt, reiste er mit seiner Gemahlin am 15.Aug. nach Bordeaux ab, wo er die S itzungen des Wahlcollegiums mit einer kräfti-gen Rede eröffnete und das Vergnügen hatte, die Wahlen nach Wunsch aus-allenzu sehen. Am 12. Ocr. ward er zum Präsidenten des 5. Bureau der Pairstam-mer ernannt, erschien aber so selten wie die übrigen Prinzen vom Hause in ihrerMitte. Politische Zänkereien lind mehr noch der stürmische Sekrengcist zwischen Ka-tholiken und Prorestcnten nöthigten den König bald, diesen Prinzen in die mittäg-lichen Provinzen zu senden, wo er nach einigen Ausbrüchen des Parteigeistes dieRübe wied nherstellte. S endem erwarb er sieb in Paris durch sein mildes und klu-ges Verbalten die allgemeinste Verehrung, sowie durch den Feldzug in Spanien 1823 (s.Sp anien), wo er als Generalissimus mir Einsicht lind Unparteilichkeithandelte, das Vertrauen der Narion und die Liebe des Heeres.
A n g o u l >' m e (Marie Tberese Charlotte, Herzogin von), Dauphin«,Tockuer Ludwigs X VI., geb. d. 19. Dce. 1118 zu Versailles , Zeigte schon früheinen scharfen, durchdringenden Verstand, einen kräftigen Willen und die zartesteEmpfindung für das Unglück Andrer. Der Grosisürst Paul, welcher als Comledu N.rd Frankreich bereiste, nahm beim Abschiede die 1jährige Prinzessin in «eineArme und kusite sie mir den Worren: „Leben Sie wohl, ich werde Sie nicht wiedersehen'! „Herr Graf", erwiederte das Kind, „Ich werde zu Ihnen kommen"! —Die Revolution brach aus, und am 10. Aug. 1192 ward die ganze konigl. Familiein einem der Thurme des Tempels eingesperrt. Die Prinzessin wurde im Dec. 1195gegen die Deputieren, welche Dumouriez den Hstreiebern überliefert barre, anSgc-wechsekr und nach Wien geführt. I"hr damaliges E nrommen bestand in den ZinseneinesCapüals von -100,000 Guld., welches die Erzherzogin Christine von Ostreichsverstorb. Gemahlin des Herzogs Albert von-Lvachsen-Teschen) ihr vermacht hatte.Wahrend ihres Aufenthalts in Wien harre Ludwig X.V I U. beschlossen, l-e mit demHerzog von Angoul-'me zu vermahlen; dies geschah d. 10. Juni 1199 m Milan.Der Kaiser von Rußland unterzeichnete den Vertrag; allen, die politische Lage Ruß -