Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Ansatz Anschauung

dischen Sprachen bei ker königl. Bibliothek. 1763 wart er Mitglied der Akademieder schönen Wissenschaften. Jetzt fing A. an. die so mühsam eingesammeltenMaterialien zu verarbeiten; es erschienen von ihm nach und nach derAend-Avesta,die morgenländische Gesetzgebung, seine historischen und geographischen Unter-suchungen über Indien und sein Werk über den Hantel. In der Folge störtedie Revolution seine Ruhe. Ihren Gräueln sich zu entziehen, brach er alle seineVerbindungen ab, verschloß sich in sein Zimmer und hatte keinen andern Freundals seine Bücher, keine andern Erholungen als die Erinnerung an seine theuernBrammen und Parse». Die Früchte dieser Zurückgezogenheit waren sein Werk:„U'Inüe eil inj'j'oii »vee i'bbiropc", und die nicht zu enthüllenden Geheimmsse(„Oupin'IGmi", 1801, 2 Bde., 4.), letzteres die Übersetzung eines persischen Aus-zugs aus den Vedas ins Lateinische. Als das Nanonalmstitut an die Stelle dervormaligen Akademie» getreten war, ernannte es A. zu seinem Mitglicde. Durchanhaltende Arbeite» und eine höchst karge Diät erschöpft, starb er den 17. Jan.1805, zu Paris . Umfassende Gelehrsamkeit, die Kenntniß fast aller europäischenSprachen und eine rastlose Thätigkeit waren bei A. mir der lautersten WahrkeitS-liebe, einer gesunden Philosophie, einer seltenen Uneigennützigkeit und dem treff-lichsten Herzen verbunden.

A nsatz bedeutet in der musikalischen Terminologie die Bildung der Lippenbeim Anblasen der BlaSinstrumente. Nach der verschiedenen Einricbtung der Blas-instrument - sind auch die Erfordernisse des Ansatzes verschieden. Der gute Ansatzhängt daher von der Bildung und Beschaffenheit der Mundtheile, besonders derLippen, ferner von Gewöhnung und Übung der Mundsiellung ab. Der Ansahist z. B. beim Flötenblasen sehr wichtig, denn durch ihn wird der Ton voll odermatt, angenehm oder harr.

Anschauung bedeutet im engern und ursprünglichen Sinne eine durchGesichtsempsindung, im wettern Sinne jede durch die Empfindung irgend eines Sin-nes unmittelbar erlangte Vorstellung. Vereinigen wir Beides, so erhalten wir vonihr die Erklärung als einer, nicht mittelbar (durch Derstandsbegriffe) erlangten,sondern unmittelbar auf den Gegenstand bezogenen Vorstellung oder Sinncnan-schauung. Sie ist unter allen Arten der Vorstellungen die klarste und lebhafteste,dabei aber auch die beschränkteste, einzeln, individuell, an das Gegebene wie andie Gesetze der Sinnlichkeit gebunden, und unfähig, über die Grenzen sinnlicherWahrnehmbarkeit hinauszugehen. Diese Wahrnehmbarkeit aber ist zwiefacherArt, und wie es einen äußern und innern Sinn gibt, so auch eine äußere und in-nere Anschauung. Alles, was im Raum ist, veranlaßt äußere Anschauungen;was hingegen in der Zeit ist, was wir nur als Veränderungen in uns wahrnebmen,Gedanken, Bilder der Einbildungskraft, welche gar nicht räumlich sind, ist derGegenstand innerer Anschauungen. Da alles Äußere aber Vorstellung, und mit-hin nothwendig in irgend einer Zeit ist, so folgt, daß alles Äußere auch zugleich einInneres sei, und man kann sich daher räumliche Gegenstände durch die Einbil-dungskraft innerlich vorstellen. Umgekehrt kann das Innere, nur in der Zeit Dar-stellbare, nicht zugleich auch ein Äußeres sein, woraus folgt, daß die letzter» Vor-stellungen keine Gestalt baben. Wenden wir das Gesagte auf die schöne Kunst an,deren Geschäft eS ist, alles Äußere zu verinnern und alles Innere zu veräußern, sosehen wir dadurch nicht nur den Unterschied von Künsten der Zeit und des Raumsbegründet, sondern es gehen auch aus diesen beiden nothwendigen Bedingungen al-ler Kunstdarstellung wesentliche Gesetze für das Darzustellende und die Darstellungs-art dieser Kunstarten hervor, deren Grenzscheide sich dadurch bestimmen lassen wird.Auch die Wirkung eines schönen Kunstwerks hängt größtcntheils von seiner An-schaulichkeit ab, und es wird um so lebhafter wirken, je mehr sich die Darstellungder Klarheit der Anschauung nähert. Die Anschaulichkeit, worunter wir im All