316 Antanaflasls Antarktisches Land
Schulden und wurde erst Eollegien-, sowie 1801 StaatSrarh. 2" dems. Jahrewurde er als GesandtschaftSrath nach Wien geschickt, wo er bis 1809 blieb undwährend dieser Zeit 3 Mal in den wichtigsten Momenten als Geschäftsträger seinesHofes fungirte. Im nächsten Jahre reguliere er die Grenzen zwischen Rußland und Östreich. In den denkwürdigen Feldzügen 1812, 1813 und 181t war er be-ständig im Gefolge des Kaisers oder beim Hauptquartiere angestellt, und wohntefast allen Schlachten derselben bei. In dieser Periode hatte er eine geheime Nego-tiation mit dem Fürsten von Schwarzenberg über die Besitznahme von Warschau zuleiten, und nachdem er die Präliminarartikel zu dem nachmaligen kalisch'schen Ver-trage abgeschlossen hatte, wurde er zum Gch.-Rath ernannt. Beim prager Lon-gresse erschien er als russ. Bevollmächtigter; in gleicher Eigenschaft fungirte erspäterhin beim Abschluß des frankfurter Territorialrecesses, und erhielt dafür, wiefür seine Theilnahme an den übrigen großen diplomatischen Verhandlungen derZeit, stets neue Beweise der Gnade seines Monarchen.
A n t a n a k l a s i S, in der Rhetorik die Wiederholung eines Worts in ver-schiedener Bedeutung und als verschiedener Redetheil mit Nachdruck, z. B. veui-i,»<itl vv5, zi iiiibi .«wn-tlnz clol veni.ir».
Antar, A » dar, ein berühmter arabischer Fürst in der Mitte des6. Jahrh, und einer von den 1 Preisdichtern der Araber, deren gekrönte Gedichte,mit Gold in Seide gestickt, an das Thor der Kaaba geheftet wurden. (S. ArabischeLiteratur und Moallakat.) Er schildert i» s. „Moallaka" seine kriegerischenThaten und seine Liebe zu Abla. Am vollständigsten ist cS von Menil (Lenden1816,4.) herausgegeben worden. Harrmann hat es nach IoneS ins Deutsche über-tragen in den „Hellstrahlenden Plejaden am arab. poet. Himmel" (Münster 1802).In dem arabischen Romane „Antar " hat der Verfasser Asmai, ein berühmterGrammatiker und Theolog am Hofe Arun al Raschid's, im Anfange des 9. Jahrh.,der zuerst aus dem Munde der Tradition die altarabischen Thaten sammelte, anA.'S Namen urd Heltenabenteuer die übrigen berühmtesten Heldenthaten der Ara-ber angereiht. Zuerst machte uns IoneS mit diesem merkwürdigen und anziehendenRomane genauer bekannt; dann beschrieb Herr v. Hammer in den „Fundgrubendes Orients" 1812) das vollständige Exemplar dieses Romans in der kaiserl. Bi-bliothek zu Wien, außer welchem es in Europa noch 6 gibt. Dieser Roman stelltdas vollständigste Bild von den Litten und der Lebensweise, der Denk - und Vor-stellungSark, den Meinungen und dem Aberglauben der alten Araber vor der Zeitdes Propheten auf, und man erkennt die Treue des Bildes noch jetzt in vielen Zü-gen der heutigen Beduinen. Er ist in der reinsten arabischen Sprache geschrieben,und gilt daher als classisch. Poetische Prosa wechselt darin mit reiner Poesie. Übri-gens ist er so anziehend, daß ihn Kenner der „Tausend und einen Nacht" vorziehen.Hamilton, Secretair der britischen Gesandtschaft in Konstantinopel , hat ihn insEnglische übersetzt. („Antiir: a Iieclonceii romnnoo, tr.insl-üeck t'roni tl>c .irnlstobv 'loiiili Ilunültoi,", Lond. 1819, 4 Bde?. In Paris erschien seitdem eineftanz. Übersetzung, und Herr v. Hammer hat eine deutsche versprochen.
Antarktisches Land. Da man den Nordpol auch den arktischen Pol,von dem Sternbild Arkros "Bäri, zu nennen pflegt, und den antarktischen den ent-gegengesetzten, d. i. den Südpol , so nennt nran auch antarktische Zone den Erd-strich, der in der Entfernung von 234-° um den Südpol liegt, oder die kalte süd-liche Zone. (S. Erd stri ch.) Bisher glaubte man, m dieser Zone befinde sich keinLand, und sie sei daher ganz unwirthbar, ein einziger Ocean, der sich bis zum 60°S. B. erstrecke. Cook (s. d.) näherte sich dem Pole bis zum 60°, aber EiS-massen und Stürme trieben ikn zurück. 1820 entdeckte ein Wallfischsänger südlichvom Eap Horn unter dem 61° der Breite eine gegen 200 englische Meilen langeInsel, die cr Ncuschettland nannte. Seitdem sind Engländer und Russen noch