Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Anthologie

an den Höfen zu Konstantinipel, Wien, Berlin , Petersburg u. a. eine bedeutendeRolle gespielt haben. Auf der Reise durch Polen traf er den Feldmarschall ^uwa-roff an, dessen Biograph er wart. Er blieb bei ihm als Haus - und Tafelgcnosse,bisSuwaroff beim Kaiser Paul in Ungnade siel. Dies zog auch A. eine Verhaf-tung zu, den Suwaroff zum Major und zu seinem Adjutanten befördert hatte.Nach LuwaroffS Tode gerierh er mit dessen Erben über ein Gut, welches dieserihm geschenkt hatte, in einen Proceß, den er verlor. Erstarb in Petersburg 1805in einer kümmerlichen Lage als verabschiedeter Major. Auf dem akademischen erstenBiblioiheksaale in Petersburg hängen von ihm 2 sprechend ähnliche und deu-tungSvolleTableaup, deren eines die mathematische und das andre die phvsikalischeClasse der'Akademiker darstellt. Sein merkwürdiges Stammbuch, worin sichseine Schattenrisse und Handschriften berühmter Personen befinden, kain in dieHände des l). Hassing in Gotha . — II. Karl, Generallieuteuant, Bruder desVorherigen, diente als Cadet in einem, in Altenburg liegenden, gothaischen In-fanterieregimente, kam darauf als Lieutenant in eins der deutschen , in holländi-schem Solde stehenden Regimenter nach Holland . In der holländischen Revolu-tion 1795 als Platzcommandant vom Haag und bei Vertreibung der bei Alkmaar gelandeten Engländer zeichnete er sich aus. Unter der königl. Regierung stand er inbesonderer Gunst und wurde Generallieutenant und Adjutant des Königs. Beidem Auge gegen Schill und der Einnahme von Stralsund bewies er einen glänzen-den Muth. Räch Einverleibung der holländischen Armee in die französische ging erals Brigadegeneral in diese über, und befehligte als DivislonSgeneral 1812 diesechste Division. Nach Auflösung des tranz. Kaiserreichs trat er als Generallieute-nant in nieterländ. Dienste, blockirte nach der Schlacht bei Warerloo die FestungLe O.ucSnoy, welche am 28. Juni capüulirte, und erhielt später das General-gouvernement im niederländischen Ostindien. Seit 1819 privatisiere er in Gotha ,wo er 1823 gestorben ist.

Anthologie (griechische). Es wurden im Alterthum mehre Blumenlesen(dies bedeutet das Wort) oder Sammlungen kleinerer, meistens epigrammatischerGedichte von verschiedenen Verfassern veranstaltet. Der erste Sammler der Artwar Meleager , ein Syrer, der etwa 60 I. vor Christo aus fremde» und eignenGedichten eine Auswahl machte; später thaten ein Gleiches PhilippuS von Thessa-lonich, wahrscheinlich zur Zeit Trajan's, Diogenianus von Heraklea, Strato ausSardeS, beide unter Hadrian , und AgarkiaS im 6. Jahrh. Aber alle diese älternSammlungen sind für uns verloren gegangen. Was wir noch besitzen, sind 2spätere, die eine von KonstantinuS Kephalas aus dem 10. Jahrh., der bei sei-ner Lese die frühern, besonders die von AgaihiaS, sehr benutzte, die andre vonMaximuS PlanudeS , aus dem 14. Jahrh., einem Mönch zu Konstaminopel, deraber durch seine geschmacklose Auswahl aus der Anthologie des Kephalas den bis-herigen Vorratb niehr verstümmelte als vermehrte. Letztere ist die gewöhnlichste.Sie enthält 7 Bücher, die, mit Ausnahme des fünften und siebenten, in Un-terabtheilungen nach alphabetischer Ordnung zerfallen. Nur in einzelnen Thei-len stimmt sie mit der Anthologie des Kephalas zusammen, die sich in einem einzi-gen Codex erhalten hat, welcher von Heidelberg nach Rom und von da nach Paris kam, jetzt aber wieder in die Heidelberger Bibliothek zurückgekehrt ist. Die neuestermd vollständigste Ausgabe dieses Urtextes ist von Jacobs, Leipt. 1813, 4 Bde.Aus derPlanudischen und Konstanrinischcn Anthologie gemischt sind die AuSg. vonBrunck („Tii.aleelu"), Strasb. 1772, 8 Bde., und mir Iacobs's Commentar,Lpz. 1794, 13 Bde. Im Deutschen ist durch Herder'S, ^oimraaS, Ldtolberg'S,Voß'S, Conz'S, Iacobs's und Andrer Übersetzungen die gricch. Anthologie nichtmehr unbekannt, und die reicbe Fülle poetischen Lebens, die in diesen kleinen Gemäl-den herrscht, die Zartheit schöner Gefühle, die fröhliche Heiterkeit, die reine Größe