Anthropognosie Anthropophag 319
einer edeln und wahrhaft humanen Denkungsart, die aus ihnen hervorleuchtet,hat die Gemüther unbefangener Leser mit verdienter Bewunderung ergriffen. Eineähnliche latkin. Anthologie haben Jos. Scaliger, Lindenbruch u.A.m. gesammelt;beste AuSg.v.Pek. Burma'nn d. I. (Amsterdam 1159—13, 2BLe., 4.). Reichan Anthologien ist die oriental. Literatur, z. B. die arabische u. d. T. „Hamasah".
Anthropognosie (griech.), Menschenkunde, im Gegensatze von An-thropologie, Menschenlehre, insofern sie Jemand besitzt. Der Wunsch und dasBedürfnis, den Menschen, d. h. sich selbst, und insbesondere Andre kennen zulernen, ward Veranlassung, die Menschenkunde auf verschiedenen Wegen zusuchen. Der einzige wahre Weg, durch Studium der Anthropologie und Psvcho-logic dahin zu kommen, wurde oft verlassen, und versucht, auf Wegen von Außenher, durch Studium körperlicher Eigenheiten zur >Leelenkunde oder Kenntniß .desinnern Menschen zu gelangen. Solchen Bestrebungen hatte z. B. die Chiromantieihr Dasein zu danken; auch hat darin die verkehrte Anwendung der Phvsiognomikund der Schädellehre ihren Grund. Menschenkunde, d. h. Kenntniß der Menschen,wie sie sind, entwickelt sich nur aus der mehr oder minder vorhandenen Anlage oderdem dunkeln Gefühle, den innern Menschen zu verstehen, und wird wol am sicher-sten durch Beobachtung der Mensche» ausgebildet.
A n t h r o p o l i t h e n, Versteinerungen (s. d.) menschlicher Körperoder Körpertheile.
Anthropologie, Menschenlehre, eine Wissenschaft, welche die physi-sche und geistige Natur des Menschen umfaßt. In neuern Zeiten hat man sie alsNaturlehre des Menschen von der Naturgeschichte desselben abgesondert. Ihre Be-handlung aber ist verschieden, je nachdem man die physische oder geistige Seite desMenschen mehr im Auge gehabt har, oder beide zu verbinden suchte; ferner nachdem besondern Gesichtspunkte und Zwecke, aus und zu welchem man den Menschenbetrachtet. Da man den Menschen in einer dreifachen Hinsicht betrachten muß:1) nach seiner phvsischen Natur, 2) nach seiner geistigen Natur, 3) nach Dem,was er als freihandelndes Wesen aus sich macht, so hat man in ersterer Hinsichteine somatische oder physiologische Anthropologie (die man, weil sie mehr der Heil-wissenschaft dient, auch medicinische Anthropologie genannt hat); ferner eine psy-chische Anthropologie (s. Psychologie) und eine vergleichende Anthropologie oderAnthropologie obne Beinamen angenommen, die man jedoch mehr als philosophi-sche Wissenschaft behandelt. Die letztere geht vorzüglich auf eine Kenntniß desMenschen und führt zur richtigen Menschenkenntnis (s. d.) hin. Doch ist sieverhältnismäßig noch am wenigsten bearbeitet. Hartmann, Heinrotb, v. Beu-ger, Hillebrand haben Versuche ihrer Bearbeitung gemacht. Vgl. G. E. Schulze ,„Psychische Anthropologie" (3 A., Götting, 1826), und V.CHoulant's „Anthro-pologie für Nichtärzte" (Dreöd. 1828, 2 Bde.).
Anthropomorphismus, s. Abgötterei.
A n t h r o p o m o r p h i t e n oder Audianer, die Anhänger des Au-diuS oder AudäuS, eines Lehrers in Syrien , der, nach Scythien vertrieben, dasChristenthum zu den Gothen brachte und um 310 n. Chr. starb. Den Bann derorthodoxen Kirche zog ihnen mehr ihr Beharren bei der alten, mit dem Pascha derJuden gleichzeitigen Hsterfcier, ihre Abweichung von den üblichen Buchungen undihr heftiger Eifer gegen unwürdige Priester zu, als ehre ankkropomorphische Vor-stellung von Gott, den sie sich in der Gestalt eines menschlichen Körpers dachten.Gegen das Ende des 4. Jahrh, sah man sie noch als Separatisten von strengen Sit-ten zu kleinen Haufen in Svrien gesammelt, im o. Jahrh, verloren sie sich. Dieitalienischen Geistlichen zu Vicenza , die um d. I. 938 wegen ähnlicher Bilder vonGott Anthropomorphiten gescholten wurden, bildeten keine Sekte. I .
Anthropophag (von der Mensch, und ich esse),