Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Antigone Antigonus

Gelegenheit zu neuen Berechnungen der Erscheinung des Antichrists, doch trugendie im Mittelalter theils einzeln aufstehenden, theils in allerlei Sekten vereinigtenGegner der römischen Hierarchie diesen Begriff bald und am liebsten auf den Papstüber, in dem nicht nur die Waldenser, Wielesiten undHussicen, sondern auch Luther und seine Freunde den wahren Antichrist erkannten, weil er sich wider und überChristum gesetzt habe, dagegen wiederum die Papisten Luther und andre Re-formatoren mit diesem Titel belegten. So lebte die Zdee des Antichrists als Bildeines gefährlichen Feindes der wahren Kirche nach verschiedener individuctrerAnsichtfort, ohne je wieder allgemeine Anerkennung zu gewinnen, und spielte noch in denchiliastischen Träumen Zung->Ltilling's, z.B. in seiner Zeitschrift, „Der graueMann", eine wichtige Rolle, die in den Zähren der Herrschaft Napoleons häufigdiesem gefürchteten Mann aufgebürdet wurde. Jetzt sieht die große Partei derObscuranten den Antichrist in der Vernunft oder vielmehr in dem freimüthigenGebrauche derselben gegen die Absichten und Anmaßungen des Obskurantismus.Aber eben an diesem hat die gute Sache der Menschheit, welche mu der SacheChristi Eins ist, den entschiedensten mid geschäftigsten, wennauch, da diese Sachedie Bürgschaft ihres Siegs in sich selbst trägt, einen nicht unüberwindlichenFeind. — Auch unter den Zuden erhält sich seit Zerstörung ZerusalemS durch Ti-tuS die wunderliche Prophezeihung eines Kampfes, in dem ein Gegenmessias, Na-mens ArmilluS, nach harter Bedrückung der Zuden von dem wahren Messias überwunden werden solle.,, 31.

Anrigone, von Odipus und der Zokaste in blutschänderischer Ehe erzeugt,trug unschuldig den Fluch des väterlichen Hauses. ZhreGeschichte s. uncerEtco-kleS und Odipus. Sophokles hat sie verherrlicht.

AntigonuS, einer von den Feldherren Alexanders, dem dieser nach seinenersten Eroberungen in Asien die Statthalterschaft von Lykien und Phrygien an-vertraute. A. vertheidigte diese Provinzen nicht nur mit geringer Macht, son-dern unterwarf auch noch Lykaonien. Als nach Alexanders Tode die Feldherrendesselben seine Erobeningen unter sich theilten, erhielt crGroßphrygien, Lykien undPamphylien. PcrdikkaS, der alle -Ltaaten Alexanders unter seiner Herrschaft zuvereinigen sachte und die Thätigkeit des AnkigonuS fürchtete, klagte ihn des Un-gehorsams gegen die Befehle des Königs an. A. errieth ihn, schiffte sich heim-lich nach Europa ein, begab sich zu Kraterus und Antipater, und gemeinschaft-lich mit Ptolemäus erklärten sie dem Perdikkas den Krieg; Letzterer ward durchseine eignen Soldaten ermordet. Noch war aber des Perdikkas Feldherr EumencSsehr mächtig in Asien . A. setzte den Krieg gegen ihn allein fort, brachte ihn inseine Gewalt und ließ ihn hinrichten. So war er in kurzem Herr von fast ganzAsien geworden; denn SeleucuS, der in Syrien herrschte und sich seinen Anma-ßungen entgegenzustellen versucht halte, war ebenfalls von ihm überwältigt undhatte bei Ptolemäus Schutz gesucht. A. bemächtigte sich auch des größten Theilsder Schätze Alexanders zu Ekbatana und Susa , wollte aber dem Pro'cmäus,Kassander und Lysimachus nicht Rechnung davon ablegen und erklärte sogar demKassander den Krieg, um, wie er sagte, den Tod der Olympias zu rächen und denjungen Alexander, der sich mit seiner Mutter Roxane zu Ampbipolis befand, zubefreien. Durch seinen Ebrgeiz empört, verbanden sich alle Feldherren gegen ihn,und während Kassander Kleinasien angriff, rückten Ptolemäus und SeleucuS inS yrien ein, wo sie des A. Sohn DemetriuS schlugen. SeleucuS nahm Baby-lon wieder. Kaum hatte A. diese Vorfälle erfahren, als er zurückkehrte undden Ptolemäus zum Rückzug nötbigte. DemetriuS entriß dem SeleucuS Ba-bylcn aufs neue. Zeht schloffen Ä., Ptolemäus , LysimacbuS und Kassandereinen Friedensvertrag, in dessen Folge sie bis zur Volljährigkeit des jungen Alexan-der der den Königstitel führte, die Länder behalten sollten, in deren Besitz sieEonv.ckex. Siebente Anst. Bd. I. 21