822
Antik
waren. Als aber Kassander den jungen Kbnkg sammt seiner Mutter hatte ermor- iden lassen, entzündete sich der Krieg aufs neue zwischen den Bewerbern. A. nahm jden Königstitel an, niußte aber den Plan, Ägppten zu erobern, aufgeben, da einTheil seiner Flotte durch Stürme verloren ging, und zu Lande PtolemäuS jedenEinfall unmöglich macbre. Bald darauf vertrieb der junge DemetriuS den Kassan-der aus ganz Griechenland . Dieser rief den LvsimachuS um Beistand an, wel-cher sich mit einem mächtigen Heere nach Listen begab; hier stieß auch Seleu-cus zu ihm. Bei IpsuS in Phrygien kam es (301 v. Chr.) zur Schlacht, inwelcher der 8tjährige A. blieb. j
Antik, Antike. Seit die Bildung der neuern europäischen Völker so -weit vorgeschritten war, daß Liese, in bleibenden Wohnsitzen und i» ihren gegensei-tigen Verhältnissen fester gegründet, eilten Blick ruhiger Betrachtung auf die Bil-dung der Vorzeit wenden und die befruchtenden Keime einer neuen geistigen Entwi-ckelung in demAlterthume ausgestreut finden lind aufnehmen konnten, seitdem wurdeauch den Trukinäleni griechischer und römiscber Literatur und Kunst vor allen »ochbekannteil Überresten andrer Völker und Zeiten fast allgemein der Vorzug zuer-kannt. Sie wurden als das Bedeutendste und Dauerndste, woraufder in die Vor-zeit gewendete Blick minier ruhen blieb und wohin er stets zurückkehrte, vorzugs-weise antik (.-mOgnm), d. i. alterthümlich, Antiken, Alterthümer, ihre Kunde vor-züglich 'Archäologie, und jene Volker selbst die Alten genannt. Indessen warauch diese Schätzung und der von ihr abhängige Begriff der Antike nach den Zeit-räume» der neuern Bildung verschieden, indem sie, bald aufEhrfurcht gegen dasAlterthum an demselben überhaupt, bald auf Reagier, Eitelkeit und Glanzsucht 'gegründet, selbst bei den Besser» anfangs nur einem dumpfe» und blinden An-staunen ähnlich zu sei» schien, oder einseitig mehr auf die Denkmäler der altenLiteratur gerichtet war, welche man leichter überall zur Hand haben konnte, ja zuwelchen man auch, mittelst der zuerst sich ausbildenden Theologie und Wissenschaftdes römischen Rechts, auf mannigfaltige Weife hingewiesen wurde. iLcammlungenvon Werken der griechischen und römischen Bildhauerkunst (Plastik), welche immerzahlreicher und bedeutender wurden, und der neubelebte Kunstsinn boten sich gegen-seitig die Hand, eine reinere Würdigung dieserDenkmale alter Herrlichkeit im 14.und 15. Iahrk. zuerst in Italien zu erwecken und zu verbreiten. Beide erst mach-ten eine die wichtigsten Werke dieser Art umfassende Wissenschaft möglich, welchedieselbe nicht nur von andern Gegenständen des Alterthums absonderte, sondernauch das gemeinschaftliche Band, welches jene Werke selbst zu einem Ganzen ver-bindet, und das belebende, geistige Princip, welches in ihnen waltet, anerkannte,hiernach das Einzelne würdigte und, durch philologische und historische Kenntnißunterstützt, erklärte. Winckelman», ein Mann von antikem Geiste, war es, dersoätcrhin in Deutschland mit dieser Ansicht durchdrang. Nach jener abgesondertenBetrachtung derplastischenKunstwerke des griechischen und römischen Alterthums,welche der Archäologie im engern Sinne, als besonderer Wissenschaft, ihren Ur-sprung gab, wurde der AustruckAntike (einerAntike, der Antiken) vorzüglich fürdie Denkmäler der bildenden Kunst der Griechen und Römer gebraucht, und derBegriff desselben von Seiten des Kunstwerths und der innern Bedeutung dieserWerke immer bestimmter. Auch war es wiederum erst nach Entwickelung einerumfassenden philosophischen und geschichtlichen Ansicht möglich, das Band, welchesdie bildende Kunst mit Poesie und wissenschaftlicher Lüeratur, ja selbst mit demübrigen religiösen und politischen Leben jener Volker verknüpfte und allen d'esenÄußerungen dcsGeisieS einen gemeinschaftlichen Charakter gab, der Zeit und Volkvor allen andern auszeichnet, bei all r Mannigfaltigkeit und Fülle derErsehemun-aen wahrzunekmcn und nachzuweisen; und hierdurch entstand nun der allgemeineBegriff des Antiken, welches man dem Modernen entgegenzusetzen anfing, und