Band 
Erster Band. A bis Bl.
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330 Antipathie Antiphonie

Halter von Thrazien, Mcmnon, zum Gehorsam zwang und die nach Unabhängig-,keit strebenden Spartaner nach einem harten Kampfe überwand, so gelang es dochder Olympias, Alexanders Mutter, mit weicherer in Uneinigkeit lebte, ihn ihremSohne verdächtig zu machen. Dieser rief den A. zu sich nach Asien und ernannteden Kraterus zum Statthalter von Macedonien. Aber Alexander starb, noch ehediese Veränderung ins Werk gerichtet worden; A. behielt bei der bekannten Thei-,lung Macedonien und Griechenland und wurde zum Vormunde des Kindes er-,nannt, mit welchem Roxane , Alexanders Witwe, schwanger ging. Bald daraufhatte er einen Kampf mit dem ganzen verbündeten Griechenland zu bestehen; an-,fangs war er unglücklich, als aber Leonatus und Kraterus ihm zu Hülfe gekom-men waren, unterwarfen sich die Griechen aufs neue. Diesem Kriege folgte einandrer mitPerdikkaS, der ebenfalls glücklich geendigt wurde. A. starb 317 vorChr. in einem hohen Alter, nachdem er dem Polvsperchon die Vormundschaft desjungen Königs anvertraut hatte. Die Beschuldigung, daß A. den Alexanderhabe vergiften lassen, ist völlig unerwiesen.

Antipathie ist 1) der unwillkürlich in uns entstehende Widerwille gegeneine Person, wobei wir von ihrem uns mißfälligen Außer» auf ihr Inneres schlie-ßen. Gewöhnlich ist unser Urtheil dabei dunkel und verworren, und oft sind wirselbst in der Folge nicht im Stande, dasselbe auf deutliche Begriffe zurückzuführen.'Außer dieser, einer Eingebung ähnlichen, Antipathie giebt es aber 2) noch eine an-dre, welche sich auf Erfahrungen stützt, die der aufmerksame Beobachter in seinemUmgänge und Verkehr mit den Menschen macht, und durch die er die Fertigkeiterwirbt, richtigere Gefühle bei dem Anblick eines Menschen in sich hervorzurufen.Diese beruhen auf den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit. Je öfter ein Fall wahrge-nommen worden, je häufiger er zugetroffen ist, desto größer wird die vernünftigeErwartung, daß er wieder zutreffen werde. DieLeele wird gewissermaßen sichtbarim Körper: ihre Leidenschaften lassen in demselben gewisse -Lpuren zurück, welchesich unwillkürlich zeigen und die herrschende Denk - und Handclsweise eines Men-schen verrathen. Sind nun gewisse äußere Zeichen mehrmals oder vereint mir eineruns widerstrebenden Natur beobachtet worden, so erwecken sie bei ihrer jedesma-ligen neuen Erscheinung das Gefühl der Antipathie. 3) die 'Antipathie gegenThiere und leblose Gegenstände entsteht theils auf ähnliche Weise und aus ähn-lichen Gründen wie gegen Menschen, theils aber aus gewissen Eigenschaften,z. B. Ausdünstung ti. dgl., die ein Einzelner, vermöge der eigenthümlichen Bil-dung seine? Körpers, nicht ertragen kann. Überlegung und allmälige Angewöh-nung kennen in vielen Fällen Antipathien der Art schwächen und überwinden,nicht selten aber bleiben alle Mittel fruchtlos, und man darf diese überhaupt nurmir Vorsicht anwenden, da wir den Grund einer Antipathie oft gar nicht, oftnur dunkel und unsicher ahnen können.

A n t i p h I o g i st i s ch e Chemie, s. Chemie.

Antiphonie, Gegen- oderWcchselgesang, wird besonders in der karholi-schcn Kirche derjenige Spruch genannt, welcher erst von einem einzelnen Sängerangestimmt, und dann, wenn der darauf folgende Psalm von 2 Chöre» wecbsels-weise abgesungen worden, vom ganzen Chor wiederholt wird. Ferner ein Gesangdes Priesters, welchen der Chor oder die Gemeinde beantwortet. Daher Anti-phonarium oder Annphonale dasjenige große lateinische Gesangbuch, wor-aus die Kanonici und andre Geistliche die Antiphona und auch andre Hvnmen. Col-lecrcn:c. absingen. Psalm 37, 7 bewein, daß solche Wechfelgesange schon indem alten jüdischen CulmS gebräuchlich waren. Ihre Einführung in die christlicheKirche wird dem Kirchenvater ssgnaiinS (un 1. Iakrk. nach Chr.), seine Einfükrungin die abendländische Kirche insbesondere dem AmbrosiuS (s. d.) zugeschrieben.Am Ende des 6. Jahrh, verferngte Gregor der Große ein Anriphonarium zur Ehre