Band 
Erster Band. A bis Bl.
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332 Antithese Antoinette (Marie)

ein andrer mit dem Tode bestraft wurde: eine Angabe, die jedoch Barthelcmy inZweifel steht. Er war von angenehmem Umgang, und in Tenophon's „Gastmahl"wird seiner mit Lobe gedacht. Nach Sokrates'S Tode ließ er sich im Cynosarges,einem Gymnasium ArhenS, nieder, wovon, wie man glaubt, die Schule ihrenNamen erhalten hat. A.'S Linnsprüche sind bekannt. »Leine vielen Werke sindsämmtlich verloren gegangen, denn die unter seinem Namen vorhandenen Briefewerden für unecht gehalten. Die Zeit seines Todes ist unbekannt.

Antitbcse, der Gegensatz, eine Redefigur, vermöge deren man einenGedanken durch Verbindung mit einer entgegengesetzten Vorstellung hervorhebt.Diese Figur erfordert Scharfsinn und ist oft von großer Wirkung, darf aber nichtzu häufig gebraucht werden, weil man sonst in das Gesuchte fällt. Eine glücklicheAntithese ist es z.B., wcnnLessing in der Beurtheilung eines Buchs sagt: „DiesesBuch enthält virl Gutes und viel Neues — nur Schade, daß das Gute nicht neu,und das Neue nicht gut ist!" Das Antitheton setzen einige bloß in die Ver-bindung contrastirender Vorstellungen. (S. Eontrast.)

A n t i t r i n i t a r i e r, Jrrlehrer und Sekten, welche die Lehre von dergöttlichen Dreieinigkeit, wie sie das nicäische und athanasischeSyinbülum aufstellt,nicht annehmen, und entweder den Sohn und den heil. Geist in der Gottheit demVater unterordnen, oder Christum schlechthin für einen Menschen und den heil.Geist für eine willkürliche Personlichung der göttlichen Geisteskraft erklären. Inden frühern Zeiträumen der christlichen Kirche waren die Parteien, die dergleichenbehaupteten, sehr zahlreich; besonders die Arianer, Sabelliancr, Pneumatoma-chen gehören bierher. Der NameAntirrinirarier kam aber erst seit dem 16. Jahrh,auf und wurde den Socinianern oder Unirariern, den Remonstranten nach demLehrbegriffe des EpiScopiuS (starb 1643), und einer Menge einzelner Theologenbeigelegt, welche die obige Bebauptung in ihren Lchristen gewagt harten. AlsGegner einer Grundlehrc des ChristcntbumS wollte man die Anritrinitarier nichtfür Christs erkennen und in christlichen Staaten dulden; der spanisebe ProtestantMiguel ScrvetuS wurde dieser Ketzerei wegen aus Calvin's Betrieb 1353 zu Genf verbrannt, und selbst die duldsamen Könige von England ersteren die strengst,»Verordnungen wider sie. Gleichwol bildeten ein englischer Geistlicher, Tkeophi-lus Lindsev, 1711 zu London , und ein Kaufmann, William Christie zu Moiurosein Schottland , unirarisebe Gemeinden, welche sich durch Gottesdienst und reli-giöse Gebräuche von der berrscbenden Kirche absonderten. Ilber andre noch be-stehende Gemeinde» dieses Glaubens s. IInitarie r. Iä

Antoinette (MarieAntoinette IosepheIohanne) vonLorbringen,Erz-herzogin von Östreich und Königin von Frankreich, geb. tu Wien kcnANov. 1756,war die T. Kaiser Franz l. und der Maria Theresia . Sie empfing eine sorgfältigeErziehung und erwarb mannigfaltige Kenntnisse. Die Natur statte ibr in einemseltenen Grade Anmuth und Schönheit verliehen. In einem Briese Maria The-resias an den künftigen Gemahl M. Ant. beißt cS u. A.: „Ihre Gemahlin, lie-ber Daupbin, trennt sich eben von mir. Sowie sie stets meine Wonne gewesen,so wird sie Ihr^lück machen. Dazu babe ich sie erzogen, denn ich sah lange vor-der (es war seit vielen Jahren Choiseul'S und Kaunitz'S Lieblingsidee gewesen,Frankreich und Östreich durch Famistenbande aneinandcrzuknüpfen , daß sie dieGefabrtin Ibres Lebens werten würde. Ich babe ibr Liebe zu chrenPflichten ge-gen Sie eingeflößt, die zärtlichste Anbängstebkeic an Ihre Person, die größte Auf-merksamkeit für Alles, was Sie gluckstest machen und Ihnen gefallen kann. VorAllem habe ich ibr Demuth gegen Gott empfohlen, indem ich überzeugt bin, daßman nie das Gluck der uns anvertrauten Volker machen wird, wenn man es anErgebenheit gegen den fehlen läßt, der die Scepter der Könige zerbricht und dieThronen zermalmt, wie es insemcm Rathschluß beschlossen ist". Die Abroste M.