Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Anton

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Antoninus Pius

in die Conciergerie versetzt. Ein dunkles und feuchtes Gemach wurde hier ihr letzterAufenthalt. Am 3. Oct. verordnete der Convent, daß sie vor Gericht gestellt wer-den solle. In der Anklage wurde sie beschuldigt, die Finanzen verschwendet, denöffentlichen Schatz erschöpft, Summen daraus dem Kaiser gegeben, mit den aus-wärtigen Feinden correspondirt und die innern Unruhen begünstigt zu haben. Aberungeachtet der Menge von Zeugen, welche man abhörte, konnte man nickt den ge-ringsten Beweis gegen sie führen, und mit Recht rief ihr Vertheidiger, Chaveau-Lagarde: „Was mich einzig in Verlegenheit setzt, istnicht, Antworten, sondernnur eine einzige scheinbare Anklage zu finden". Bailly, damals Maire von Paris ,der zum Zeugen aufgerufen wurde, hatte den Muth, die Königin geradezu inSchuh Zu nehmen und ihren blutdürstigen Ankläger Fouguier-Tinville wegenseiner offenbar falschen Angaben bitter zu tadeln. Die Königin selbst antworteteanfalle Fragen mit Festigkeit und Bestimmtheit. AufHebert'S schändliche Beschul-digung, daß sie ihren eignen Sohn verführt habe, antwortete sie mit dem tiefstenUnwillen: „Wegen der Möglichkeit eines solchen Verbrechens appellire ich an alleMütter". Sie hörte ihr Todesurtheil mit vollkommener Fassung und schlief, alssie nach einer 18stü»digen Lsstzung in ihr Gefängniß zurückgebracht war, baldruhig ein. Am andern Morgen um 11 Uhr bestieg sie den Karren, der sie nach demSchaffst führte. So sehr man auch das Volk anreizte, sie auf dem Wege dahin zubeleidigen, herrschte doch eine tiefe Stille. Sie war nicht mehr die durch Anmuthund Schönheit entzückende Königin; der Gram hatte ihre Züge zerstört, und in demfeuchten ungesunden Kerker hatte sie fast ein Auge verloren. Ihr Anblick schien denwilden Pöbel zu erschüttern. Um 12 Uhr kam der Zug aufdemPlatze Ludwig XV. an. M. Ant. warf einen langen Blick auf die Tuilerien und bestieg dann hastigdas Blutgerüst. Als sie oben war, warf sie sich auf die Knie und sprach: „Gott !erleuchte und rühre meine Henker; lebt wohl aufimmer, meine Kinder, ich gehe zuEurem Vater!" — So starb den 16. Öcr. 1793 Frankreichs Königin, in ihremfast vollendeten38. Jahre. SxII.irie XninnxNle ü I„ oenxstcr^erie. I'INANI.bist. pulst, pur lc 00 ,Ute (le lUststsuo" (Paris 182t), und die ,Il> ,n. 8»r l„ visprlvee ste älurie luloiuette. Heine ,Ie >>„i,eo etc.", von Mad. Eampan (ihrerVorleserin), 5 Anst., Paris 1823, 1 Bde.

Anton (Karl Gottlieb v.), berühmt als deutscher Geschichtsforscher undals Nerbesserer der Landwirthschaft, geb. den 23. Juli 1751 zu Lauban , wurde 1774zu Görlitz in der Lausitz OberamtSadvocat. 1774 schrieb er zu Leipzig eine geschätzteAbhandlung: „1)e stato ckiplomutun,, repmii, et iinper,'>!>>> UNI Oei uiuu'ue";1777 den „Versuch einer Geschichte des Tempelherrnordens" (2 Aufl., Dessau 1781); 1778: „Diplomatische Beiträge zu den deutschen Geschichten und Rech-ten"; 1782: „Untersuch, über dasGeheimniß und die Gebräuche der Tempelher-ren ": 1781 die „Übersetzung und den Commentar über TacituS's Germanien";1783 — 89: „Erste Linien eines Versuchs über der alten Slaven Ursprung ".Manche kleine Schriften über Landwirthschaft waren Vorläufer s. „Geschichte derdeutschen Landwirthschaft von den ältesten Zeiten bis zu Ende des 15. Jahrh."(Görlitz 1799 — 1802, 3 Bde.). Seine wichtigsten Werke sind fast noch unge-druckt. In der Geschichtschreibung war sein Fehler, daß er zu gern parallelisirte.Die oberlausitzcr Gesellschaft der Wissenschaften erbte seine schöne Bibliothek undseine Manuseripre. Er starb 1818.

Antonello von Mcssenia, s. Ölmalerei.

A ntoninus P i u s (Titus AurcliuS Fulvius), stammte auSNemaususin Gallien und war zu Lavinium in Roms Nachbarschaft 86 n. Chr. geb. SeinVater Aurelius Fulvius hatte das Consulat bekleidet, und 120 gelangte aucher zu dieser Würde. Er war einer ton den 4 Consularen, unter welche Hadrian die höchste Magistratur Italiens theüre, gmg dann als Statthalter (Proconsul)