Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Antoninus der Philosoph

nach Asien und siieg bei seiner Rückkehr nach Rom immer mehr in Hadrian's Ver-trauen. Von seiner Gemahlin Faustina , des Annius Verus Tochter, deren zügel-loscsBetragen er mit weiser Mäßigung den Blicken der Welt zu verbergen suchte,hatte er 4 Kinder; alle starben, bis auf Faustina, Marc Aurel's nachmaligeGattin. 138 ward er von Hadrian an Kindesstatt angenommen, wogegen er wie-derum den L. VeruS und M. Annius DeruS (Marc Aurel ) adoptirte. In demsel-ben Jahre bestieg er den Thron, und unter ihm genoß das Reich Ruhe und Glück.Mäßig und einfach in seinem Privatleben, den Nothleidenden hülfreich, ein Ver-ehrer der Tugend und Weisheit, ward er der Vater seines Volks. Oft wiederholteer die schönen Worte Scipio's: „Ich will liebsr eines Bürgers Leben erhalten alstausend Feinde vernichten". Seine weise Sparsamkeit setzte ihn in den Stand, dieAuflagen zu vermindern. Die Verfolgungen der Christen stellte er Möglichst ab.Er führte nur wenige Kriege, namentlich in Britannien, wo er das römische Ge-biet erweiterte und durch Aufführung einer neuen Mauer den verheerenden Einfäl-len der Picten und Schotten steuerte. Der Senat gab ihm den Beinamen Pius (des Kindlich-Frommen), weil er dankbar das Andenken Hadrian's, seines zweitenVaters, durch Erbauung eines Tempels ehrte. Feuersbrünste, Überschwemmun-gen und Erdbeben richteten an mehren Orten Verwüstungen an; aber seine Frei-gebigkeit milderte die Folgen dieser Unglücksfälle. Erstarb, 74 Jahre alt, nacheiner 23jährigen Regierung 161. Seine Asche ward in dem Grabmale Hadrian's beigesetzt; der-Lenac weihte seinem Andenken eine Säule, die unter dem Namender Colonna Antonina noch vorhanden ist. Das ganze Reich trauerte, und die fol-genden Kaiser legten sich seinen Namen als eine Zierde bei. Die Geschichte hat ihndurch den AuSsprucb geehrt: „Fast unter alle» Herrschern hat er allein ohne Bür-ger- und feindliches Blut zu vergießen gelebt".

Anroni » us derPhilosoph (Annius Verus), am bekanntesten unterdem Namen Marc Aurel, geb. i21 n. Chr., bestieg nach Antoninus Pius ,seines AdoptivvaterS, Tote 161 den Thron. Freiwillig theilte er die Regierung mitLucius Verus (s. d. vor. Art.), den er zum Cäsar und Augustus ernannte und mitseiner Tachter Lucilla vermählte. Erzogen und unterrichtet von Plutarch's NeffenSertus, dem Redner HerodeS aus Athen und dem berühmten Juristen L. Volu-sius MecianuS, hatte er sich zum Gelehrten gebildet und besonders die stoische Phi-losophie liebgewonnen. Während seine Feldherren, Sratius Priscus, AvidiuSCassiuS, MarciuS VeruS und Fronro, die Parther schlugen, Armenien , Baby-lon und Medien eroberten und die große Stadt Seleucia am Tigris zerstörten,richtete Marc Aurel sein Augenmerk auf Rom und die Deutschen. Jenes wurdevon Pest, HungerSnorh und Überschwemmungen heimgesucht, deren Folgen er zuVermindern suchte; diese beunruhigten das römische Gebiet durch häufige Einfälle,wurden aber zurückgeschlagen. Zugleich bemühte sich Marc Aurel , die Sitten desVolks und die GerechligkeirSpflege zu verbeffern. Nach Beendigung deS parrhischenKrieges hielten beide Kaiser einen Triumph und nahmen den Titel ParthicuS an.Bald aber brach eine fürchterliche Pest aus, womit die morgenländische Armee alleLänder angesteckt hatte, durch welche sie gezogen war. Dazu kamcn Erdbeben,Überschwemmungen und ein allgemeiner Aufstand der Grenzvölker von Gallien bisan das schwarze Meer. Die beiden Kaiser gingen nach Aguileja, um mit dem Ein-tritt des Frühlings die Markomannen anzugreifen. Ein Theil der Feinde unterwarfsich; bald aber griffen Alle aufs neue zu den Waffen. Acht Jahre lang wurde mitabwechselndem Glucke gefochten. VeruS starb 169 im ersten Jahre des Krieges.174 drangen die Feinde bis in Italien ein. und da die Schatzkammer erschöpftwar, sah sich der Kaiser genöthigt, alles kostbare Gerä'h des Palastes zu verkau-fen. In den folgenden Feldzügen waren die Römer Sieger. Als aber 178 derKaiser bei der Stadt Gran den Quaden entgegenstand, gerieth er, von den Fein-