Band 
Erster Band. A bis Bl.
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338 'AntonmS (Marcus)

lieh zu CäsackS Füßen und bot ihm 2 Mal ein Diadem an, das dieser unter demZujauchzen der Menge zurückwies. Bald darauf fiel Cäsar , und A. würdedasselbe Schicksal gehabt haben, wenn nicht Brutus , der ihn für die Reoublikzu gewinnen hoffte, sich für ihn verwandt hätte. Allein A. hielt dem Cäsar eine Leichenrede und breitete dabei dessen blutiges Gewand aus, wodurch -r dasVolk zur Wuth und Rache entflammte. Die Mörder mußten flüchten, und A.herrschte einige Zeit mit unumschränkter Gewalt. Nachdem er sich mehrmalsmir dem jungen QctaviuS, Cäsar'S Erben, der nach der Herrschaft strebte undaus Politik die Partei des LenatS ergriff, entzweit und versöhnt hatte, ginger mit einem Heere in das cisalpinische Gallien , dessen <Lratthalterschaft ihm zuge-theilt worden, und belagerte Mutma, das DecimuS Brutus tapfer vertheidigte.Üuterdeß hielt Cicero seine berühmten Reden gegen ihn; der Senat erklärte ihn füreinen öffentlichen Feind, und die beiden Consuln, HirriuS und Pansa, von Oc-laviuS begleitet, rückten wider ihn inS Feld. A. schlug anfangs Pansa in einermörderischen Schlacht, aber HirtiuS eilte herbei, und A. ward geschlagen.Allein auch beide Consuln waren geblieben, und DctaviuS trat an die spitzedes republikanischen Heers. A. floh mit feinen Truppen unter großen IPsstzwei -den und Entbehrungen über die Alpen. In Gallien commandirte Lepidus ; A.begab sich in Trauerkleidern in lein Lager und gewann schnell das Heer fürsich, sodaß dies seinen Anführer nöthigte, sich mit A. zu verbinden und sogarihm seine Stelle zu übergeben. Auch PlaneuS und Pollio verstärkten seine Par-tei niit ihren Heere», sodaß A., der vor kurzem Italien als Flüchtling verlas-sen hatte, an der Spitze von 23 Legionen und 10,000 Reitern dahin zurück-kehrte. Jetzt ließ Dctavius, der bis dahin sich nur zum Schein als Anhängerdes SenakS und Verfechter der republikanischen Freiheit gezeigt hatte, die Maskefallen; er zog A. und Lepitr.S entgegen und hatte mit iknen auf einer klei-nen Insel des Reno unweit Bologna (nach Lindern auf einer Insel des Panaro beiModena ) die berühmte Zusammenkunft, wo sie die römische Welt unter sich theil-ten. Hier beschlossen sie auch die Ächtung ihrer gegenseitigen Feinde; Jeder gab demAndern seine Anhänger preis. Darauf zogen die Triumvirn nach Rom , und mitihnen kam Mord und Raub über ganz Italien . A. ließ Cicero's Haupt und rechteHand auf derselben Rednerbühne zur Schau stellen, auf welcher dessen Be-redtsamkeit so oft gesiegt hatte. 300 Senatoren und 2000 Ritter kamen in diesenVerfolgungen um. Nachdem die zum Kriege nöthige Summe von 200 Milk.Seliersten (ungefähr 10 Mill. Thaler) herbeigeschafft war, und die TriumvirnMagistratspersonen auf mebre Jahre ernannt hatten, gingen A. und OctaviuSA2 v. Chr.) nach Macetonicn ab, wo die vereinigten Streitkräfte ihrer Geg-ner, Brutus und CassuiS, ein mächtiges Heer bildeten. .Bei Philippi befehligteA. gegen den Cassius, der sich, als der blutige Kampf unglücklich für ihn aus-gefallen war, von einem seiner Sklaven tödten ließ. In der zweiten Schlachtwar er es vorzüglich, der den Brutus nöthigte, denselben verzweiflungSvollenEntschluß zu fassen. Bei dem Anblick des Leichnams aber zeigte er tiefe Rüh-rung, bedeckte ihn mit seinem Mantel und ließ ihn ehrenvoll beerdigen. A. ginghierauf nach Griechenland, besuchte zu Athen die öffentlichen Schulen und gab die-ser noch in ihrem Verfall glänzenden Stadt Beweise seiner Hochachtung. Von daging er nach Asien. In Cilicien befahl er der Königin von Ägypten, Kleopatra ,sich wegen ihres den Triumvirn mißfälligen Betragens zu rechtfertigen. Sieerschien persönlich und wußte ihn für immer zu fesseln. A. folgte ihr nachAlexandrien , wo er in ununterbrochenen Zerstreuungen nicht eher wieder an die An-gelegenheiten der Welt dachte, als bis ihn die Nachricht von den in Italien zwischenseiner Gemahlin Fulvia und OctaviuS auSgebrochenen Feindseligkeiten aus sei-nem Rausche weckten. Es erfolgte ein kurzer Krieg, der noch vor A.'s Ankunft in