840 Antonomasie Antraigues
die cönobitische (klösterliche) Lebensart der Mönche in gemeinschaftlichen Wohnun-gen entstand, 311 kam er nach Alexandrien , um unter den damaligen Christen-verfolgungen die Ehre des Märtyrerrhums zu suchen; da man ihm aber dasLeben ließ, kehrte er zu den Hütten seiner Mönche zurück. Später überließ er dieseAnstalt seinem Schüler Pachomius (s. Klöster) und begab sich mit 2 Freundenin eine noch entlegenere Einöde, wo er 356 starb. Daß er sich nur mit einemhärenen Hemde und einem Schaffell bekleidete und seinen Körper niemals reinigte,ist glaublicher als die seltsamen Erzählungen von seinen TeuselSkämpfen undWundern, die er selbst bekannt gemacht hat, wie sie in seinem Leben vom h. Atha-»asiuS zu lesen sind. Alle seine Schritte zeugen von der Übermacht seiner glühendenEinbildung und seiner dunkeln Gefühle für religiöse Ascetik. Die 7 Drüse undeinige andere ascetische Schriften, die das Alterthum ihm beilegte, rühren schwer-lich von ihm her. Ebenso wenig ist erweislich, daß er Mönchsregeln aufgesetzt,und ganz ungegründet, daß er einen Orden gestiftet habe; doch wollen die Möncheder schismarischen Kirche im Orient, z. D. Maroniken, Armenier, Iaeobiten,Kopten und Abpssinier, dem angeblichen Orden des h. Antonios angehören; siefolgen aber nur der Regel des h. Dasilius. Als Heiliger der katholischen Kirchegilt A. viel. Das Gebet um seine Fürsprache soll besonders gegen das nach ihmbenannte Antoniusfeuer, eine im Mittelalter wüthende fürchterliche Krankheit,welche jedes davon befallene Glied dörrte und schwärzte, als wäre es verbrannt,gebolfen haben. Gaston, ei» reicher Edelmann in Dauphin,'-, der bei den an-geblichen Gebeinen des h. AnkoniuS zu Lt.-Didier-la-Moihe eine solche Cur fürseinen Sohn erfleht hatte, stiftete aus Dankbarkeit 1095 die HoSpitalbrüder-sichaft des h. Antonios zur Pflege der Kranken und Beschützung der Pilgrime,deren erster Großmeister er war. Dieser Orten erhielt auf der Kirchenversamm-lung zu Clermont 1096 päpstliche Bestätigung, übernahm 1218 die Mönchs-gelübde und wurde von Bonifaz VM. 1298 zu einer Brüderschaft geregelterChorherren nach der Regel des h. AugustinuS mit der Bestimmung erklärt, daß derGroßmeister Abt heißen, zu Lt.-Didier-la-Mothe seinen Sitz haben und Generalaller Klöster des Ordens seyn sollte. Die Prioren der Klöster nannte» sich Kom-thure, später Präceptoren, und waren dem Abt untergeben. Die Kleidung dieserÄiitonier, auch Antonianer oder Antonierherren, wie sie nun als Kanonici hie-ßen, war schwarz und mit einem blaugeschmelzten, der Form einessich nähern-den Kreuze auf der Brust ausgezeichnet. Ihre ursprüngliche Bestimmung haben sieals Chorherren aufgegeben und sich dem still beschauenden Leben der Andacht ge-widmet. Wallfahrten zum Grabe des h. Antonios und Schenkungen machten siereich und verschafften ihrem Orden eine weite Ausbreitung. Ihr Präceptor zuLichtenburg im sächsischen Kurkreise war vor der Kirchenverbesserung Kanzler derUniversität Wittenberg, und auch nachher zählten sie noch bis in das 18. Jahrh.3» Klöster (die meisten in Frankreich ); aber'keins derselben hat das 19. Jahrh,erlebt. Iü.
Antonomasie ist der Tropus der Rede, vermöge welches man statt derEigennamen eine bezeichnende Eigenschaft (wie der Sobn derAphrodire für Amor)setzt, oder einen Eigennamen starr eines Gattungsbegriffs, z. B. ein wahrer Cicerost. Redner.
Antra igues (Emanuel Louis Henri Launav, Graf d'). Dieser im Laufeder Revolution berühmt gewordene Staatsmann war in Divarais geboren. SeinHofmeister, der berühmte Abb-'- Maury, bildete früh seine Anlagen zu einer glän-zenden und hinreißenden, doch weniger gründlichen Beredtsamkeit aus. Den erstenGebrauch seiner Talente machte er in dem berühmten „älümoir,-nur les Iltot;-LU-MÜ.-MX. Ikiiis ilio'its k-t In moniere <!v Ic-S aonroguei" (1788), worin derfeffelloseste FreiheitSsinn, bis zur gänzlichen Verdammung aller monarchischen