Staaten und Rechtfertigung der Empörung, so kraftvoll sich aussprack, daß bei derdamaligen (Währung der (Gemüther diese Schrift einen überwiegenden Beifall fandund wol mit Recht als einer der ersten Funken betrachtet werden kann, welche die .Flamme der franz. Revolution entzündeten. Als er aber 1789 zum Deputirtenbei den Generalständen ernannt war, vertheidigte er die Vorrechte deö Erbadels,war unter Denjenigen, welche sich der vorgeschlagenen Vereinigung der 3 Ständeam heftigsten widersetzten, und stimmte für eine die Menschen- oder vielmehr Bür-gerrechte festsetzende Eonstiiution, erklärte indessen dabei das Ve>« des KenigS alseine unentbehrliche Stütze der Monarchie. 1790 verliest er die Versammlung, über-sandte feinen Bürgercid mir Einschränkungen, ward als Unruhestifter angeklagt,vertheidigte sich öffentlich und ging dann nach Petersburg und Wien , stets mitdiplom arischen Aufträgen und Angelegenheiten beschäftigt. Er ward jetzt der eifrigsteVertheidiger der Monarchie und der BourbonS. Von Rußland 1798 nach Italien gesandt, ward er zu Mailand auf Bonapartr's Befehl verhaftet; seine Ganin, dieberühmte Dpernsängerin -Ltt.-Hubcrti, verschaffte ihm Mittel zur Einweichung.Er kehrte nach Wien und dann nach Rußland zurück, wo ihn Alexander I. 1803zum StaatSrath machte und in diplomatischen Angelegenheiten nach Dresden schickte. Hier schrieb er eine merkwürdige Schrift gegen Bonaparte: „stäup,»<-„t«In 18enu li, 10 ,h> I'olvbo. tiouve ran lo Iiiunt ,4t!xi5". Nach Rußland zurück-gekehrt, fand er Mittel, Kenntniß von den geheimen Artikeln des tilsiter Friedenszu erhalten, ging damit nach England und theilte sie dem Ministerium mit, wodurchsei» Einfluß so bedeutend wurde, daß Canning in franz. Angelegenheiten Nichtsohne seine Rathschläge that. Er unterhielt seine diplomatischen Verbindungen, be-sonders in Frankreich , und galt allgemein für einen der größten Politiker. Trotzseiner Anhänglichkeit und seiner vielen Bemühungen für die BourbonS gelang cSihm doch nicht, das Vertraue» Ludwigs XVIII. ganz zu gewinnen. 1812 warder in einem Dorfe bei London , nebst seiner Gemahlin, durch seinen BedientenLoremo, einen Italiener, ermordet, welcher sich gleich nach der That erschoß.
Antwerpen (Autors, Xnvi-rH, die große und gut gebaute Hauptst. einerniederländ. Provinz, die 1811 aus dem vormaligen Marquiftn Antwerpen und derHerrschaft Mecheln , welche wäbrend der sranz. Herrschaft das Deport, der beidenNethen ausmachten, zusammengesetzt ist und auf 48 IHM. 330,000 Einw. zählt.Die Stadt liegt an der scheide, auf welcher die größten Schiffe mittelst 8 Haupttcanälen und 3 von den Franzosen neu angelegten Bassins bequem an ihre Kaien ge-langen kennen, ist stark befestigt, und bar eine Eüadell-', über 10,000 H., worun-ter die prächtige Börse (die älteste in Europa ), das RathhauS, der Dom, dessenGewölbe 125 Säulen tragen, mir dem höchsten Thurme Europas (444 F.), worinRubens (dessen Familie aus Antwerpen stammte) begraben liegt, das sehr weitläu-fige HauS der DstrelinS (ehemalige Niederlage der Hansa) u. a. sehenSwurdig sind,und 85,000 E.; sie ist der Sitz eines Bischofs, einer Akad. der Wiffensch., einerMaler- undBildhauerakad., einer medicinisch-chirurg. Schule und eines ereearse-nals. Ihre Fabriken und Manufakturen in Spitze», Zucker, Bleiwciß, Lackmus,Stöcken, baumwollenen beuchen, Spitzenzwirn sind sehr ansehnlich, und antwerp-ner Nähseide, schwarze Seidenstoffe und Druckerschwärze überall berühmt. DerHandel nimmt jetzt, nachdem die Scheide hier wieder geöffnet ist, sehr zu, und 1823liefen 788 Schiffe ein, darunter 353 ausländische; auch hat die «ladt schon wie-der 100 Mäkler. Vor dem Kriege der Niederländer mit den Spaniern war sie einebedeutendere Handelsstadt als selbst Amsterdam , dessen Größe im 16, Jahrh, durchden Versalsivon Antwerpen einen bedeutenden Zuwachs erhielt. Damals war dieScheide mit Schiffen von allen Nationen bedeckt, deren aufeinmal 2500 in ihremHafen lagen und oft Wochenlang warten mußten, ehe sie loschen konnten. Zu Ant-werpen , das damals 200,000 E. zählte, hatte die Hansa bedeutende Niederlagen.