ÄoluS Apel (Johann August) 345
Wind mehr hebt, entwickelt sich eine Mannigfaltigkeit von Tönen, die ungemeinreizend ist.
Ä oluS, bei Homer des HippotesSohn und König der Insel Liparos, imNorden von Sicilien. Er soll fromm und gerecht und gegen die Fremden men-schenfreundlich gewesen sein, den Gebrauch der Segel gelehrt, überdies aus seinenBeobachtungen den Einwohnern die Winde mit Genauigkeit voi hei gesagt haben,weshalb ihn die Fabel zum Windbeherrscher gemacht hat. Später wurde seine Ge-schichte ausgeschmückt; Dichter machten ihn zu einem Lohne des Zeus oder Nep-tun und zum Gort der Winde. Abgebildet findet er sich als bärtiger Mann nntdem Scepter in der Hand, auf einem Felsen fitzend, oder wie er den Scepter in denFelsen stöst, worauf die Winde hervorfliegen. Auch wird er dargestellt in einerGrotte stehend, mir einer Muschel am Munde und einem Blasebalg unter den Fußen.
Aon, eine unbestimmte lange Zeit, auch wol die Ewigkeit. Dichter brauchenvorzüglich dieses Wort, und zwar im Plural: Äonen, Ewigkeiten; daher Äonen lang,eine Reihe von Ewigkeiten hindurch. In einem besondern L.inne kaben die Gno-stiker diesen Begriff in ihren Theogonien pcrsonificirt. (Vgl. Gnosis.)
Aorta, s. Adern.
A panage (.>>>->»i>xstnm), eine Art Abfindung, welche die nachgeborenenPrinzen eines regierenden Hauses, in welchem ErstgeburtSrccht eingeführt ist (wiejetzt allgemein) aus den Landeseinkünften (zunächst aus dem Kammergut) erkalten,um davon standeSmäßig zu leben. Sie ist kein römischer Pstichktheil und bestehtjetzt meistens in Geld, in dem Gebrauch eines fürstlichen Schlosses mit Jagd undauch wol in dem Nießbrauch von Kammergütern mir Gerichtsbarkeit, Naturalien». dgl. Ihre Größe richtet sich nach der Größe des Landes und dem Finanzzustante.Ist fie einmal bestimmt, so geht sie auch auf die Nachkommen des Apanagfrten (auseiner gesetzlichen und standesmäfiigen Ehe) über und fällt in deren Ermangelunggewöhnlich an den regierenden Herrn zurück, zuweilen wächst sie den übrigen Apa-nagirren zu, wenn etwa für sämmtliche nachgeborene Söhne eine Summe im Gan-zen, worein sie sich theilen müssen, festgesetzt ist. Wird ein Landestheil mit Regie-runzSrechten zur Apanage ausgesetzt, so beißt dies parassmin. 31.
A >> u r o i l I e. Rampe oder Auffahrt, ist der von dem Innern einer Sradtoder eines Werks auf den Wallgang führende Erdaufwurf. Fuhrt derselbe nichtaufden Wall, sondern von der Fläche, auf welcher dieser aufgeworfen ist, in denGraben hinab, so heißt er eine Ibi-iwUIe.
Apathie, eigentlich Leidenschaftslosigkeit, kann als Zustand, Eigenschaftoder Naturgabe betrachtet werden. Als Zustand wird sie für eine gänzliche Unem-psänzlichkeit des Menschen für natürliche Reize genommen; als Eigenschaft ist sieAfftcrlosigkeit, welche die Sioiker von dem Weisen fodern. Als Naturgabe in dieApathie ein geringer Grad von Empfänglichkeit oder Reizbarkeit; in diesem Falle,sagt Kant sehr richtig, ist sie das glückliche Phlegma. Der damit Begabte ist zwardarum kein Weiser, hat aber doch die Begünstigung von der Natur, daß es ihmleichter wird als Andern, es zu werden.
A p e l (Johann August), geb. 1111 zu Leipzig , wo sein Vater Bürgermei-ster war, erhielt seinen frühern Unterricht durch Privatlehrer und auf der Tbomas-schrle. Hierauf studirte er von 1189 an m Leipzig und Witrenberz Jurisprudenzund daneben mit vielem. Eifer Naturwissenschast und Philosophie, wurde 1195Domor der Rechte, späterhin Rathsherr und starb 1816 an einer Halsentzündungbei ' 0 NÜ frischer Gesundheit. Sein kräftig männlicher Geist mußte durch manche,zum Theil verschrobene Gemüthsverhältnisse sich hindurchkämpfe», ehe er dasWahre vom Falschen unterscheiden und den echten Werth der Dinge kennen lernte.Abw desto entschiedener war er auch allem'Niedrigen, Kleinlicheil, Unfreien im Le-ben seind, desto unverwandter war sein Blick auf das Hohe und Bleibende gerichtet,