Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Apcl (Andreas Friedrich)

und desto eifriger baute er die innere Welt der Wissenschaft und Kunst an. Mitreichen Kenntnissen, scharfem Beobachtung-- und Vergleichungsgeiste ausgestattet,wandte er seine Forschungen nach allen Seiten in dem weiten Gebiete der Natur.Bon seiner Philosophie enthalten theils die leipziger, hallischc und jenaer Literatur-zeitung, theils die „Musikalische Zeitung" zahlreiche Proben, die einen tiefen, gründ;Ich gebildete» Geist verrathen. Seine lyrischen Poesien sind theils m den „Cicaden "(1810 —12), theils in den „Zeitlosen" (1811) enthalten. Zu dem „Gespenster-buche" lieferte er ausschließlich Novellen im schauerlichen Styl, unter welchen einige,wie „Der Freischütz " und „Das stille Kind", classisch zu nennen sind. Zu derselbenGattung von Erzeugnissen gehört auch das „Gottesgericht", „Pater Anselmo's pein-liche Klage" lind andre. Daß ihm aber auch die Tiefen des Gefühls ebenso wieder zarte und feine Scherz nicht fremd waren, dafür zeugen „Ines und Pero", „DieMondsteine", „Der Hahn im Korbe" u. s. w. Alle seine Darstellungen aber zeich-nen sich durch eine sichere feste Hand, eine kräftige klare Anschauung, durch feinesKorn und Glätte der spräche aus. «Leine Tragödien „Polyidos", „Die Ätolier"und „Kallirhoe" richtig zu würdigen, muß man wissen, daß alle drei bruchstücklicheErgebnisse seines Studiums und seiner Ansicht der antiken Tragödie find, in dich-terischer Form nachbildlich dargelegt, und daß es mit ersterm auf eine Nachbildungini Aeschyleischen, mit dem zweiten auf eine im Euripideischen Styl abgesehen seinmochte,daß für dieSophokleische dcr„Then»stokleS" bestimmt war, daß endlich „Kal-lirhoe" den Übergang aus dem Antiken in das Moderne bezeichnen soll. Den ganzenKreis schließt als satvrischeS Drama „Herakles in Lydicn", der sich ganz vollendet inseinem Nachlasse findet. Aber auch die Perioden moderner Tragik sollten als Ge-genstück in andern Tragödien erscheinen, von denen er „Kun; von Kaufungen ",„Faust" und ein drittes romantisches Drama vollendet hat. Bleibenden Ruhm ver-dankte A. einem Werke, zu dem jene Arbeiten die Veranlassung gaben, wir meinenfeine „Metrik" (Lechz. 1814), und früher durch eine gelungene Abhandlung vorberei-tet. Ein allseitiges Studium der Vcrskunst nach dem Hermann'schen Lehrbucheführte ihn aus die seinem Führer entgegengesetzte Takttheorie, deren Richtigkeit sichibni bei jedem Lchritte bestätigte; seinem klaren Gpiste fügten sich schnell und leichtdie Theile zum S vstem zusammen. Hermann'? Widerspruch blieb von A. unbeant-wortet, welcher sich dagegen durch fortgesetzte Forschungen von der Richtigkeit fei-ner Theorie immer mehr überzeugte, die er endlich nach lOjährigem Studium inseiner „Metrik" der Welt ausführlich vorzulegen begonnen hatte, als der Tod ihnübereilte. Vgl. „Zeitgenossen" 3. Bd, .

Apel (AndreasFriedrich), ein Kaufmann, welcher in Leipzig im Anfangedes 18, Jahrh, lebte und durch den nach f. Namen benannten jetzt Reichel'schen)Garten und durch die Einführung des sogenannten Fischerstechens in Leipzig be-kannt geworden ist, Der König von Polen und Kurfürst von Sachsen, FriedrichAugust I. , machte mit dem Grundstuck dieses Gartens der Gattin des erwähntenKaufmanns ein Geschenk und trug selbst dem -Oberlandbaumeister Schatz auf, denGarten in Gestalt eines Fächers anwlegen, die man auch noch jetzt, trotz der neuenUmgestaltungen, welche der jetzige Besitzer dem Garten gab, bemerken kann. DieStatuen des Jupiter , der Juno, des Mars und der Venus, welche in diesem Gar-ten zu sehen sind, arbeitete der kursächsische Bildbauer Permoser . A. ließ in die-sem Garten, in welchem man 1123 den ersten Caffeebaum in Leipzig blüben sah,Seiden- und Wollenmanufacturen anlegen, auch Lammt, Brocat und Damastdaselbst verfertigen. Er hatte bei feinem frühern Aufenthalte in Venedig , wo sichFriedrich August l. als Kurprinz damals auch aufhielt, bemerkt, daß derselbe dasdort gewöhnliche Fischerstechen nicht ohne Wohlgefallen angesehen hatte. Da nunA. wußte, daß der König im Mai 1114 nach Leipstg kommen würde, so über-raschte er ihn am 10. Mai d. Z. mit einer solchen Belustigung, zu welcher er die