Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Apollodor

A. schon in den ä.ltissken Dichtungen, denn bei olympischen und irdischen Freu-,denmahlen, an denen die Olympier Theil nahmen, spielt und singt er in den tan-zenden Kreisen der Binsen. Er erfand kieKithara oder Lyra . Marinas, der eswagte auf der Flöte mit ihm zu wetteifern, wurde besiegt, und A. zog ihm zurStrafe die Haut ab. Einen andern Wettstreit hatte A. mit Pan , wobei jener dieLyra, dieser dieSyrinp spielte. TmoluS hatte bereits für A. entschieden alsMi-das das Urtheil verwarf und dafür mit verlängerten Ohren geziert ward. DaßA. die Sehergabe besessen, finden wir in der „Ilias ", wo berichtet ist, daß er siedemKalchasverliehen, undinder „Odyssee" wird eines Orakclspruchs gedacht, dener in Delphi ertheilte. AußerDelphi s.d. verkündigte er aber auch zu Didyma ,Klares, Tenedos und Patara die Zukunft. Da man bei Orakeln und Wahrsagernbesonders auch ärztlichen Rath suchte, so wird daraus erklärlich, wie A. in derspätern Zeit auch als Arzt gebraucht werden konnte. Man nannte ihn den Vaterdes Äskulap, und diebtete, daß er den Asklepiaden die Heilkunst mittheile. Fabelnvon dem Hirtenleben A.'S waren schon den Zeiten Homer'S nicht fremd, und Kalli-machuS zählt ihn den wirklichen Heerdengöttern zu. Die berühmteste Sage ausA.'S Hirtenleben ist sein Dienst beim Adinek, dessen Heerden er eine Zeitlang bü-tete, nach Einigen freiwillig, nach Andern aber vorn Zeus wegen des Mordes derCyklopen oder des pyrhische» Drachen dazu verurtheilt. Als Städteerbauer wirdihm die Gründung von Cycikum, Cvrene und NapoS auf Sicilien zugeschrieben.Homer erzählt, daß er mit Poseidon Trojas Mauern erbaut, und als er von Lao-medon um den bedungenen Lohn betrogen worden, die Stadt mir Pest heimge-sucht habe. Nach Pausanias half er auch an dem Hau der Mauern von Me-gara, wobei er seine Laute auf einen Stein legte, der fortan bei der Berührunglautenähnlich tönte. Nach den Schilderungen der Dichter und den Darstellungender Bildner gehört A. mit Mars, Mercur und Bacchus zu den unbärtigen Göt-tern, in welchen die Urbilder jugendlicher Männlichkeit sich darstellen. Die ihnbezeichnenden Attribute sind: Bogen und Kocher, die Zither und das Plectrum,die Schlange,,, der Hirtenstab, der Greif und der Schwan, der Dreifuß, derLorber, der Olbaum w. Die Mythengesebichte erzählt viele Liebesabenteuer vonihm. (^:. Daphne.) In der spätern Zeit ward er mit dem Helios ' bei den Rö-mern Sol) verwechselt. Außer vielen Tempeln waren ibm die Inseln Delos ,die Stadt Delphi, die Berge Helikon, Leukas und Parnassus heilig. Zu Rom wurden ibm eigne Spiele gefeiert, die Apollinarischen, welche in Stiergefeckten,in scenischen und gymnastischen Spielen bestanden. Ein bei Griechen und Rö-mern sehr gebräuchlicher Beiname des A. ist Phöbus. (S. Mu sageteS). Unterden Apollostatuen des Alterthums, die auf uns gekommen sind, ist die berühmtesteund nach dem Urtheile der Kenner, namentlich Winckelmann'S , das Höchste undVollendetste, was die Kunst hervorgebracht hat, der von dem Pavillon des Belve-dere im Vatican zu Rom benannte, belvederische Apollo, den man auch den pvthi-scheu nennt, weil man annimmt, daß der Künstler den Gott dargestellt habe alsBesieger des Python. Diese Antike ward zu Ende des 15. Iabrb, in den Ruinenvon Amium gefunden. Durch den Frieden von Tvlentino (1797 kam sie nebstandern Kunstschätzen nach Paris, von wo sie 1815 nach Rom zurückgebrachtworden ist.

A p o l l o d o r, Sohn des AsklepiadeS , ein athenischer Grammatiker, etwa110 Jahre v. Chr., studirte die Philosophie unter Panarius und die Grammatik(im Sinne der Alten) unter Aristarch. Er hatte ein Werk über die Götter, einenCommentar über Homer'S «chiffskamlog und ein versisicirtes Geschichtsbuch ver-faßt. Das mvtbologische Werk, welches wir unter dem Titel: „Bibliothek", angeb-lich von ihm besitzen, ist wahrscheinlich ein späterer Auszug aus eniem größern Werkedes Apollodor . Aber auch so ist es für Götter- und Heldengeschichte sehr wichtig.