Band 
Erster Band. A bis Bl.
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353
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Apolog Apologie 858

Zu Babylon unterredete er sich mit den Magiern und ging von da mit reichen (be-schenken nach Taxella, wo Phraortes, der König von Zndien, regierte, welcherihm ein Empfehlungsschreiben an den ersten Brammen mitgab. Nach einem Auf-enthalte von Monaten kam A. nach Babylon zurück, von da ging er nach Io-nien und besuchte mehre Städte. Allenthalben ging sein Ruf vor ihm her, und dieEinwohner strömten ihm entgegen. Er warf dem Volke öffentlich seine Trägheitvor und empfahl ihm, nach Pythagoras'S Lehre, die Gemeinschaft der Guter. DenEphesern soll er Pest und Erdbeben vorhergesagt haben, die später wirklich eintra-fen. An dem Grabe des Achilles brachte er eine Nacht allein zu und gab vor, mitdem Schatten des Helden eine Unterredung gehabt zu haben. Zu Lesbos bespracher sich mit den Priestern des Orpheus, die ihm als einem Zauberer anfangs dieAufnahme in die heilige» Mysterien verweigerten, einige Zahre später aber gewähr-ten. Au Athen empfahl er dem Volke Opfer, Gebete und Siltenverbesserung.Allenthalben, wohin er kam, behauptete er, die Zukunft vorherzusagen und Wun-der tu thun. Endlich kam er auch nach Rom . Nero hatte eben alle Magier ausder «ladt verbannt. A. fühlte, daß er in dieser Maßregel mikbegriffen sein kennte;dies hmderte ihn jedoch nicht, mit 8 seiner Gefährten hineinzugehen. Sein Auf-enthalt war aber von kurzerDauer. Er erweckte, sagt ein Geschichtschreiber, einejunge Frau vorn Tode und ward aus der Statt vertrieben. Er besuchte -Lpanien,ging über Italien nach Griechenland zurück, und von da nach Ägypten , wo Vespa-sian sich seiner zur Befestigung seines Ansehens bediente und ihn wie ein Orakel»m Rath fragte. Von da machte er eine Reise nach Äthiopien , und ward nach sei-ner Rückkehr von TiluS ebenfalls günstig aufgenommen und über Regierungsange-legenheiten um Rath gefragt. Bei Domikian's Thronbesteigung ward er ange-klagt, einen Aufstand zu Nerva's Gunsten in Ägypten erregt zu haben: er stelltesich freiwillig vor Gericht und ward losgesprochen. Daraus bereiste er abermalsGriechenland und ließ sich in EphefuS nieder, wo er eine Pythagoräische schuleeröffnete und in einem fast 100jährigen Alter starb. Zu den vielen Wuneern,die von ihm erzählt werde», gehört auch, daß er Domitian 'SErmordung in deinAugenblicke, als sie geschah, gewußt und verkündigt habe. Die Heiden stelltenihn als Wunderthäter dem S tifrer unserer Religion entgegen. FlaviuS Philostra-tuS d. Älk. beschrieb sein Leben in 8 Bdn. sehr lobpreisend.

Apolog, s. Fabel.

Apologetik, «o viele Apologien für das Christenthum auch seit Iusti-nus u. s. w. geschrieben worden sind, bildete sich die Apologetik als theologische Wis-senschaft doch erst im 18. Jahrh. Man versteht darunter die wissenschaftliche Dar-stellung der Gründe für das göttliche Ansehen des Christenthums und unterscheidetsie genau von der Polemik, welche nur die Vertheidigung der Eigenthümlichkeiteneiner bestimmten ReligionSpartei oder Sekte gegen eine andre zum Zweck hat. NachHugo GrotiuS sind unter den neuern Apologeten Leß, Nesselt und Reinhard dievorzüglicbsten. Aus ihnen schöpfte Beda Mayr , der unter den deutschen Katholikendie besteApologetik schrieb. Was Chateaubriand in s. „(leiste stn (lbrisli.iistume"zugeben versuchte, läuft auf unwissenschasrlicheDeclamationen hinaus, denen nurder Reiz einer blühenden Sprache Beifall verschaffen konnte. Das gründlichste apo-logetische Werk neuester Zeit war ein dänisches: „Kristelig Apologetik, cller VidenS-kabelig Utvikling afGrundene for Kristendommens Guddommelighed", vcd P. E.Müller (Christliche Apologetik, oderwissensebaftl. Entwickelung der Gründe für dieGöttlichkeit des Christenthst, iKopenh. 1810). Dannclzchien (Hamb . 1819) I).Sack'S „Versuch eines Handb. der christl. Apologetik". 31.

A p o l o g i e, Vertheidigung eines Angeklagten. Da die Gerichte der Altenöffentlich waren, so bestanden sie ausReden für und wider cinePerson oder Sache,in Zeugenverhör und Absummung. Aus gerichtlichen Derlheidia'mgsrcdcn, dieConverstitivlis-Lexico». Bd. I. -8