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Erster Band. A bis Bl.
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354
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354 Apophthegina Apostelbräder s

oft während des Gerichts niedergeschrieben, oft von den Rednern selbst genauer >ausgearbeitet und dann Mehren mitgetheilt wurden, entstanden Verrheidigungs-schriften. Dergleichen sind die Apologien des S okraws von Plaro und Nenophon,denen sie wenigstens zugeschrieben werden. Jene ist eine ausgearbeitete Rede, inder SokratcS selbst sprechend eingeführt wird, diese mehr eine Erzählung der letztenStunden und Reden des Weisen, mit Entwickelung der Gründe, warum er zusterben vorzog, wodurch er mehr verherrlicht und über seine Ankläger erhoben er- >scheint als durch eine förmliche Vertheidigung, deren er sich zu bedienen verschmähte.Spater schrieben die Rheroren zur Übung Apologien, und ließen dergleichen von ih- ^ren Schülern arbeiten. Von diesrArtsind die Apologien desLibaniuS (im 4. Th.der Reisk. AuSg.). iLo ging der Name zu den christliche» Lchrsststellern über, dievorher Redner oder Philosophen gewesen waren und einen großen Theil ihlerKmisi-ausdrücke von dem öffentlichen (Gerichtswesen entlehnten. Sie benannten so dieSchriften, welche bestimmt waren, das Christenthum gegen die Einwürfe und An-schuldigungen der Gegner, besonders der heidnischen Philosophen, zu vertheidigen 'und seine Kekenner bei den Kaisern m rechtfertigen. Von dieser Art waren die vonIustinuS Martvr, Aihenagoras. TertullianuS, TatiaiNiS, und die verloren ge-gangenen von O.uadratuS, AristideS, Meliro, Miltiades, Tbeophiliis. sehnensind in Hinsicht des Inhaltes mehre Werke von OrigineS , Clemens von ?Uexan- ^drien, EusebiuS, unter den Lateinern von Lactanlius, LlrnobiuS, MinueiuS ^Felir, Ll^gustinuS beizufügen, wenngleich sie nicht diesen Namen führen. Man 'muß in ihnen nicht philosophische Bündigkeit, nicht strenge AuSl gung der heiligenSchrift suchen, sondern bedenken, das; die meiücn Verfasser, zum Theil früherSachwalter, sich um des Zwecks willen aller der Künste der Beredrsamkeir bedien-ten, die in den öffentlichen Gerichten erlaubt waren. ^ 3.

Apophthegma, ein kurzgefaßter kräftiger Sinn - und Denkspruch, wiez. B. die Sinnsprüche der sogenannten sieben Weisen.

Apoplexie, s. Scdlagfluß.

Aporetiker, s. Skeptiker.

Aposiopesis, Aposiopese, heißt in der Poetik und Rhetorik di e mitNachdruck verbundene Abbrechung eines Satzes, wobei man also einen Thei l desGedankens unterdrückt und dem Zuhörer oder Leser zur Ergänzung überläßt. Esgeschieht dies z. B. im Zorn (hierher gehört das Puoü exo des Neptun beimVirgil), und überhaupt, wenn man in der Stärke der Aufwallung den Ausldrucknicht gleich finden kann, oder in dem Augenblicke, wo die Überlegung eintritt unddie Besorgnis, etwas Unwürdiges, Anstößiges oder NachtheiligeS zu sagen. DieRömer nannten diese Figur irticcnlüi.

Apostasie, A p o st a t, s. Häresie.

Apostel, ein Gesandter(a. d. Griecb.: Indercbristl.K irche

heißen Apostel die 12 Mariner, welche Jesus als f. vertrautesten, in s. Lehre ani be-sten eingeweihten Schüler zu den vornehmsten Werkzeugen der Verbreitung s. Lehrebestimmte, und die daher als Gesandte Jesu an die übrigen Menschen betrachtetwurden. S.Matthäi,„DerReligionSglaubed.Apostel Jesuit." IBd ^Gött. 18-26).

A p o st e l b r ü d e r, A p o st e l o r d e n, nannte Gerhard L^aaarelli ausParma einen Orden ohne Klosterleben, den er zur Nachahmung der Kleidung, Ar-muth und unstaten Lebensart der Apostel Jesu um 1260 stiftete. Bettelnd, p redi-gend, singend zogen sie barfuß in Italien, der Schweiz und Frankreich umher, ver-kündigten die Ankunft des Himmelreichs und besserer Zeiten, harren Weiber in ih-remGefolgc, wie einst dieApostelGefährtinnen, und kamen in den Verdacht unsitt-licher Vertraulichkeit mit tiefen Schwestern. Die päpstlicheBestärigung erhielt dieseGesellschaft nicht, vielmehr erklärte HonoriuS I ^. fte 1286 für aufgehoben. Ob-gleich nun von Inguisiwrcn verfolgt, trieben sie ihr Wesen immer herumschwerfend