Band 
Erster Band. A bis Bl.
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^ pogteriori Apothekerkunsi 355

fort, und da Sagarelli 1300 als Ketzer verbrannt worden war, fand sich ein an-drer Oberapostel, Dolcino , ein kluger Mailänder, der seine auf 1i00 Glieder an-gewachsene Schar mit Weissagungen tröstete. Seit 1301 heftig bedrängt, muß-ten sie aus verschanzte» Lagern einen Vertheidigungskrieg führen, in welchem sieüber nothgedrungenen Räubereien ihre erste Bestimmung ganz vergaßen, und, nach-dem sie ein großes Gebiet im Mailändischen verheert hatten, 1301 von bischöfl.Truppen auf ihrem festen Berge Zebello bei Vercelli überwältigt und fast ganz ver-nichtet wurden. Dolcino starb in den Flammen. Später zeigten sich Reste dieserApostel in der Lombardei und im südlichen Frankreich bis 13K8. Ihre Ketzerei be-stand in Schmähungen auf den Papst und die Geistlichkeit. tl.

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Apostolisch, alles Das, was von den Aposteln herkommt und aufsie Be-zug hat. So sindapostolische Schriftenvon den Aposteln verfaßte Schriften; so wirddie frühere christliche Kirche die apostolische genannt, weil die Apostel sie leiteten undder von den Aposteln ausgegangene Geist in ihr fortdauert. L7o wird der römischeStuhl der ap ostolische S tuh l genannt, weil man in der Meinung stand, daßihn der Apostel Petrus gegründet habe. — Apostolische Kam m er heißt zu Rom diejenige Behörde, welche die päpstlichen Einkünfte verwaltet. — ApostolischerSegen ist der Segen, den der Papst als Nachfolger Petri ertheilt.— Ap ostoli-scher König, ap ostolische Majestät heißt der König v. Ungarn . Papst-Lvl-vesterll. gab demHerzog Stephan I. v. Ungarn (1000 diesen Titel, weil ernichrnurdie christliche Religion in Ungarn sehr beförderte, sondern auch zur Nachahmung derApostel selbst predigte. Clemens XIII. erneuerte das Andenken dieser Begebenbeit,indem er der Kaiserin Königin Maria Theresia den Titel apostolische Königin (1158)beilegte. — Apostolisches Sv mbolum ist ein kurzer Inhalt des christl. Glau-bens u. führt diese Bezeichnung, weil in den 3 Artikeln desselben die Lehre der Apostelenthalten ist. Schon in den Werken des Ambrosius, der im Anfang des Iten Jahrh,lebte, findet man dies apostolische Ltvmbolum. Peter GnaphcuS schrieb die beständigeWiederholung desselben zu Ende des 5. Jahrh, beim öffentlichen Gottesdienste vor.

Apostoo l, A p ostoolen, s. Taufgesinnte.

A postroph, ein Zeichen im Schreiben ('), um das Ausfallen oder dieWeglaffung eines Vocals am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Wortesanzuzeigen.

Apostrophe, eine Redefigur, welche diese Benennung von den Altendarum erhielt, weil der Redner beim Gebrauch derselben sich von dem Richter wegan den Kläger oder Beklagten wendete und diesen anredete. Sie gekört zu den objec-tiven Reteftguren, welche die Gegenstände in einem veränderte» Verkältnisse vor-stellen, und zwar wird durch sie der unmittelbare Vertrag der Form des Dialogs ge-nähert. Im engern Sinne versteht man darunter einmal Anrede des 'Abwesenden,als wäre er anwesend, dann Anrede des Leblosen, Empfindungslosen, als hätte esLeben und Empfindung. Die Apostrophe darf ihrer Natur nach nur in einer er-höhten Stimmung angewendet werden.

Ap othekerkunst (Pharmaceutik), die zur Sammlung, Aufbewahrung,Zubereitung und richtigen Mischung der Heilmittel ersoderliche Wissenschaft undKunst. Zu ihrem theoretischen Theile gehört l) die Kenntniß der Botanik, Zoo-logie und Mineralogie (s. d.fi welche die rohen Stoffe zu den Heilmitteln lie-fern; st) die Kenntniß der einfachen Stoffe, der Scheidung, Mischung und Eigen-schaften derselben, also Chemie (s. d.); 3) die Kenntniß der Zubereitung der Stoffeals Heil - oder Arzneimittel, nach Gründen der Chemie und der Erklärung der Er-scheinungen im Verhalten der Stoffe gegen einander, Pharmacien» engernSinne;endlich 4) Kenntniß der Zusammensetzung und Mischung der Heilmittel nach denVerordnungen der Ärzte, Reccpiur. Ihr praktischer Theil, die eigemlicheApolhe-

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