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Erster Band. A bis Bl.
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356 Apothekerkunsi

kerkunst, besticht in den durch hinlängliche Übung erlangten Fertigkeit, ein jedes Heil- ,nnttel, als wirkliches Kunsterzeugniß, aus den dazu gehörigen Stoffen, mit steter !Beziehung auf die Anwendung jener Kenntnisse, herstellen zu können. Hierher ge- ,bort also auch die Waarenkunde, nöthig zur Auswahl der besten und tauglichsten iStoffe zu den Arzneimitteln, mechanische Fertigkeit in Bereitung der verschiedenen jFormen, in welchen die'Arzneimittel dargestellt und den Kranken übergeben werdensollen u. s. w. Die Entstehung der Apothekerkunst fallt in die früheste Zeit, da dieÄrzte angefangen hatten, die Heilmittel selbst zuzubereiten und den Kranken darzu-reichen. Späterhin wurde, besonders in Alerandrien (300v. Chr.), eine Trennungverschiedener Theile der Heilkunsi bewirkt, sodaß mehre Ärzte der damaligen Zeitsich blos mit Zubereitung von Arzneien beschäftigten. Nachher überließen sie dieselbeoft besondern Männern, (Rhizotomen), und Heilkunsi und Apothekerkunst wurdenvon einander getrennt. MantiaS, ein Schüler des HeropbiluS in Alerandrien, warvielleicht der Vers. der ersten Pharmakopöe, indem er ein Buch über die Bereitungder Arzneimittel, desgleichen eins über die Werkstatt des Arztes herausgab. Aenoaus Laodicea machte sieh besonders durch Erfindung einer Menge von zusammen-gesetzten Arzneimittel» bekannt. Auch Fürsten beschäftigten sich mit MedicinischenWissenschaften, und vorzüglich mit der Untersuchung und Zubereitung von Giften,(Gegengiften und mancher Arzneimittel. So war z. B. Attalus, letzter Königvon PergamuS (13k v. Chr.), berühmt wegen seiner medicinischen Geschicklichkeitund Pflanzenkenntniß. Es werden noch verschiedene Arzneimittel genannt, die ererfand und bereitete, z. B. Pflaster aus Dleiweiß u. a. m. Mühndat Eupator,König von PontliS (von 1-3 bis 82 v. Chr.), erfand ein Gegengift, das aus 54Ingredienzien bestand. Heras vonKappadoeie.i schrieb in Rom t49 v. Chr.) einWerk über Pharmacie. Musa, der berühmte Leibarzt des AugustuS, empfahl mehreBereitungen von Arzneimitteln, die in der Folge unter s. Namen gebräuchlich wur-den. Eine große Sammlung von zusammengesetzten Arzneimittel» ist uns in desSeriboiüuS Largus (k3 »ach Chr.) Werke erhalten worden. MenekrareS, Leibarztdes Tiber u.s. w., war Erfinder desDiachvlonpsiasterS: feiner erfand Dmiokra-tes (47 nach Chr.) und beschrieb sogar in Versen die Zubereitung mcbrer Arznei-mittel, Zahnpulver, Pflaster u. a. m. Philo von TarsiiS (23 nach Chr.) war derErfinder eines schmerzstillenden Mittels, aus Opium, Saffian und a. Stoffen zu-sammengesetzt, das nach ihm Philonium genannt wurde. Asklepiudes Pharmacien(»nier Trajan 97 u.s.) war einer der damals berühmtesten Erfinder vieler Zusam-mensetzungen der Arzneimittel. DioskorideS, wahrscheinlich unter.Nero (54 n.Chr.),iü noch jetzt als Pflanzenkenner bekannt und hat zuerst Kenntniß von der Verfäl-schung vieler Arzneimittel und von der Bereitung vieler andern, ;. B. des Blei-weißes, GalmeiS, des weißen .Nichts u. a. m. gegeben. Auch der ältere PliniuS(bis 79 n. Chr.) machte sich durch Forschen in der Naturgeschichte um die Pharma-cie verdient. Zu Galen'S Zeit (160 bis 200) beschäftigten sich viele Arzte in Rom mit Bereitung und Empfehlung kosmetischer (Schönheit befördernder) Mittel.

S päterhin, als mit dem Verfall des römischen Reichs die Wissenschaften undKünstedort und in den Abendländern überhaupt nach und nach gänzlich versanken, bliebman auch, was diePharmacie betraf, beiDcm stehen, was die ältern Ärzte gelehrthatten z Aberglaube und blinder Empirismus nahmen in der'Arzneikunde überhand.Im Morgenlande hingegen, besonders in Alerandrien, wo sich Kunst und Wissen-schaft erhielten, wurde die Chemie und Pharmacie von den Arabern mit grobem Ei-fer bearbeitet. Sie benutzten die griechischen Schritten, und von ihnen rühren vieleVerbesserungen in derPhai niacie, ja die erste Gründung der eigentlichen Avorsieker-kunst her. Der Khalif Almansur stiftete (754) in Bagdad die ersten öffentlichenApotheken. Viele Benennungen von Arzneimitteln, z. B. Alkohol, Iulep u. s. w„sind arabischen Ursprungs. Es ist höchst wahrscheüffich, daß die von der Obrigkeit

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