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Erster Band. A bis Bl.
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Apothekerkunsi 35°«

genehmigten Vorschriften zur Bereitung der Arzneimittel (s. D is p ensa t or, e n)von ihnen herrühren. Sabor ebn Sahcl lieferte um die Mitte des 9. Jahrh. daserste Dispensatorium; im 12. Jahrh, gab Abul Hassan, Bischof und Leibarzt derKhalifen zu Bagdad , ein solches Dispensatorium heraus, welches m der Folge inden arabischen Apotheken zum Muster diente. Diese standen unter der besondernAufsicht der Obrigkeit, und auf Echtheit und Wohlfeilheic der Arzneimittel wardbesonders gesehen. So erzählt man vorn Feldherrn Afshin , das; er rn den Feldapo-theken seines Heers selbst untersucht habe, ob alle in den Dispensatorien genanntenMittel vorräihig wären. Da die medicinischen Wissenschaften auch im Abendlandewieder aufblühten, ward die schule zu Salerno gestiftet, und in der Folge, beson-ders von dem Kaiser Friedrich 11.(1238), ihr immer mehr Ansehen und Gewaltverliehen. So bekam auch das ganze Apolhekerwesen eine gesetzliche Einrichtung,und die Apotheker und Spezcreihändler bekamen eine Arzneitare. Nur in gewissenStädten durften Apotheken angelegt werden, und es wurden 2 Männer von An-sehen in grossen «LLtadren zur besondern Aussicht über die Apotheken angestellt. In(Gegenwart derselben nmssten die wichtigste» Mittel, z. B. Theriak, verfertigt wer-den, und Betrügereien wurden hart bestraft. Aus dem 15. Jahrh, ist noch ei»Werk von Saladin von Asculs, dem Leibärzte des Großconnetables von Neapel ,berühmt geworden, darin der Vers. unter andern merkwürdigen Beiträgen zurKenntniß der damaligen Apothekerkunst auch ein Verzeichnis; der Bücher anfuhrt,welche die Apothekersich anschaffensollen, ferner moralische Vcrhaltiiiigsregel» undeine Anleitung gibt, was sie in jedem Monate für besondere Geschäfte haben. Daswichtigste pharmaceutische Werk im ganzen Mirtelaltcr war aber das bereits in; 12.Jahrh, bekannte Antidotarium des «rLalernitanerS Nieol. PraposiiuS. In Frank-reich wurden erst im 15. Jahrh, die Apotheken unter Aufsicht der SkaaiSärzre undFaculräten gesetzt. Konig Karl VIII . gab ihnen (1484) zunftmäßige Form undGrundgesetze, welche in den folgenden Zeiten theils befestigt, theils vermehrt wur-den. In Deutschland waren die Apotheker noch blos;Arzneyhändler. Sie bereitetendie Arzneien nicht selbst, sondern liessen sie aus Italien kommen und verhandeltensie. Die Ärzte bereiteten auch selbst ihre Heilmittel. Die Apotheker waren in denmeisten Städten zugleich Zuckerbäcker, und die Magistrate bedungen sich in ihrenContracten mit ibnen die jährliche Lieferung einer gewissen Menge Backwerke aufdie Rathsstube. Die Paracelsiscbe Reform in der Heilkunde (nn 1b. Iabrb.) brachteauch bei uns Veränderungen in der Pharmacie bervor. Es wurden jetzt besondersviele chemische Zubereitungen in denArzneivorrath aufgenommen; auch schreibt sichvon da an der stärkere Gebrauch der Arzneimittel aus dem Mineralreiche, z. B. desSpiessalases und des Quecksilbers, her. Indessen wurden die Arbeiten noch ohneGrundsätze, ohne Erklärung der dabei vorkommenden Erscheinungen :c. betrieben.Von der Mitte des 11. Jahrh, bis auf unsere Zeiten hoben sich Naturgeschichteund Naturkunde, und mit ihnen die Chemie allmälig aus dem Dunkel, das sieumhüllte, wodurch auch in der Pharmacie mehr Licht verbreitet ward. Die phar-maceutisch-chemischen Arbeiten wurden durch Cavendish'S und Lavoisier'S verbesser-tes System der Chemie verändert, geregelt und erklärt: ebenso hatte» die Aufklä-rungen in der Heilkunde sehr großen Einfluss auf dieselben, indem die übergroßeMenge der Mittel gesichtet, ihre Zubereitung und Mischung vereinfacht wurden. —Apotheke (von . Fachwerk, Bude), da- Gebäude, in welchem Arznei-

mittel in Vorralh aufbewahrt, zubereitet und verkauft werden. Dazu gehört 1)der Verkaufsladen oder die eigentliche Aporbeke: 2) Das Laboratorium, wo die Arz-neimittel zubereitet, besonders die chemische» Arbeiten des Aporhek-rS, Destillatio-nen u. dergl. vorgenommen werden; 3) Trockenboden und Warmstube, zum Trock-nen der Gewächse und der chemischen Zubereitung der Mittel; endlich 4) das Waa-renlager und die Keller, zur gehörigen Aufbewahrung der Dorralhe. Eine der fru-