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Araukanen
Arbeil
(Heidelb. 1824, mit griech. Text und Erläut. — AratuS ausSlchvn, Strategdes achäischen Buntes, von 24 t — 213.
Araukanen. Diese sütamcrikanische Nation von 400,000 S. im südl.Tkeile von Chile tauf 4000 klM.^ hat bis jetzt ihre Unabhängigkeit gegen dieSpanier behauptet. Im N. von dem Flusse Bio-Bio, gegen S. v. t. FlusseGallacallav, gegen O. v. t. AnteS, gegen W. vom stillen Ocean begrenzt, lebensie unter einer freien aristokratischen RegierungSform, nach einem gemeinschaftli-chen Gesetz und Herkommen. Sie wohnen in Dörfern, treiben Ackerbau und Vieh-zucht. Des Araukanen wollene Kleidung ist ein Hemd und ein dunkelblauer Man-tel. Auch das Weib kleidet sich in den Mantel und in den tief herabhängenden Rock.Eine Hütte ist des freien Mannes Wohnung. Seine Nahrung ist fast nur vege-tabilisch. Polygamie herrscht hier, und doch ist die Sorge des Hauswesens inweiblicher Hand. Die Sprache ist verwandt mit der patagonischen. Die gemei-nen Angelegenheiten besorgt einer von den 4 Togui'S (höherer Erbadel). Genießtdieser aber nicht der allgemeinen Verehrung, so ersetzen ihn die Ulmenen oder derErbadel von der untersten Classe; denn vorzügliche Kenntniß und Tapferkeit mußdort der Adel besitze», um geachtet zu sein. Der Heerführer ernennt selbst s. Ver-treter, und dieser den seinigen. So ist jeder untere Rang vom obern abhängig,jedoch nicht von derCentralgewalt. Bei Gesetzen und kriegerischen Operationspla-nen hat jeder Araukane eine vorschlagende Stimme; sie verpflichtet jedoch die voll-ziehende Gewalt nicht. Bis 1551 fochten die Araukanen nur zu Fuß und lerntendamals erst den Werth der Reiterei schätzen. Jetzt haben sie viel Reiterei, und beiMärschen sitzt ein Infanterist hinter dem Reiter auf dem Pferde, um schnell vor-dringen zu kennen. In Schlachten steht die Reiterei auf beiden Flügeln. Einender Flügel befehligt der zweite Befehlshaber, Vice-Togui. In der Mitte stehtdie Infanterie, Mann um Mann mit der Keule oder Lanze bewaffnet. Auch wis-sen sie Feuergewehr gut zu brauchen. Sie haben Vortruppen und ein nicht sogleichinS Gefecht rückendes kleineres Heer. Mit Gebrüll rückt der Araukaner zum An-griff vor. In dem jetzigen Kriege der Insurrcction mit der Partei des Mutterlan-des beschloß der Togui der Araukanen Neutralität und beobachtete sie ehrlich. —Araucana , ein episches Gedickt des Ercilla (s. d.1.
Arbeit, im eigentlichen Sinne die willkürliche Anwendung menschlicherKräfte, um dadurch irgend einen Zweck auszuführen. Wenn man von der Arbeitder Natur und der Thiere redet, so wird der Ausdruck uneigentlich gebraucht, oderindem man voraussetzt, daß sowol die Natur als die Tbiere bei ihrer Thätigkeitdie Ausführung gewisser Zwecke beabsichtigen. Bei dem Begriffe Arbeit wird im-mer vorausgesetzt, daß die Thätigkeit Willkür zur Ursache habe. Bei der mensch-licken Arbeil wird daher jedesmal angenommen, daß irgend eine Triebfeder die Will-kür in Bewegung setze, um die Thätigkeit der menschlichen Kräfte nach irgend einemBegriffe zu modisiciren. Immer ist dabei eine Vorstellung als Ursache im -Lpiel.Der allgemeine Sporn zur Arbeit des Menschen ist die Vorstellung, daß er ohnedieselbe seine Bedürfnisse nicht stillen kann. Die Arbeit ist daher nichts Andres alsdie Ausführung der Begriffe, deren Gegenstände die menschlichen Bedürfnisse ver-langen, oder die Realisirung Dessen durch die in der Gewalt des Menschen besind-licken Kräfte, was der Verstand sich als Bedürfnißmittel vorstellt. Da nun derMensch sehr mannigfaltige Bedürfnisse hat, und diese sich mit der steigenden Cul-tur und Ausbildung des menschlichen Geschlechts vermehren, zu jedem Dinge an-drer Art aber eine andre Art von Arbeit gebort, so sind unendlich verschiedene Ar-ten von Arbeit nöthig, um die menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Wollte nunjeder Mensch mit seiner eignen Arbeit alle mannigfaltigen Dinge hervorbringen,die er zur Befriedigung seiner Bedürfnisse nöthig hat, so würde er nur eine lehr ge-nüge' Zahl feiner Bedürfnisse, und auch tiefte nur sehr schlecht, befriedigen können.