Arbeit
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Denn die Erfahrung kehrt, daß die Arbeit eines Einzelnen vielerlei Dinge nur schlechtund langsam hervordringen kann. Sobald sich aber Mehre in die verschiedenartigenArbeiten theilen, der Eine dies, der Andre etwas Andres hervorbringt, so kann derEine viel mehr Dmge von einerlei Art durchfeilte Arbeit hervorbringen, als erzur Befriedigung feiner Bedürfnisse nöthig hat. Indem Dieses nun Alle thun, be-halt Jeder von den Producren seiner 'Arbeit übrig, und indem sodann Einer seinenÜberfluß den Andern gegen ihren Überfluß überlaßt, wird es möglich, daß Jeder„»endlich viele Dinge genießen oder unendlich mannigfaltige Bedürfnisse stillen kann,deren Gegenstände er nicht selbst gemacht, sondern für den Überfluß der Prodncteseiner Arbeit von Andern eingetauscht hat. Arbeit ist daher dar große Mittel, wo-durch alle Bedürfnißmittel, wie weit sie die Natur nicht ohne Arbeit liefert, hervor»gebracht werden. Was aber die Natur freiwillig hervorbringt, kann selten, sowiesie es gibt, genossen wer den; das Meiste davon bedarf noch irgend einer und oft vie-lerlei Arbeit, ehe cS zur Befriedigung mensch icher Bedürfnisse geschickt wird. Zmrohen Zustande, wo noch wenig Menschen auf weiten Räumen zerstreut leben undauf cinem günstigen Boden leicht das Nothwendigste finden, hat der Mensch zwarwenig Arbeit nöthig , um sein Leben kärglich zu erhalten. Jeder sammelt die wildenFruchte der Natur, oder tödtet die Thiere, deren Fleisch ihn ernährt, oder deren Fellihn bedeckt, und bereitet sich solche Dinge zu Nahrungsmitteln und Kleidungsstückenzu; Jeder baut steh seine Hütte und schafft sich auch wol ein kleines Eigenthumdurch seine Arbeit, womit er einen kleinen und unvollkommenen Austausch fremderArbeirSproducte treiben kann.Denn Jeder thut, Jeder hat in einem solchen Zustandeungefähr Dasselbe: was soll daher Einer für denAndern hervorbringen? Auch kostetihm die ungeschickte Arbeit, die er verrichtet, so viel Zeit und Anstrengung, daß ernur einen geringen Verrath seiner ArbeitSproducre zu Stande bringen kann. So-bald aber die Menschenmenge sich in einem Lande so anhäuft, daß die freiwilligenProdncte der Natur nicht mehr zur Ernährung Aller hinreiche», wird der Verstandgeweckt, auf Mittel zu sinnen, um der Erde auf eine künstliche Weise durch Arbeitmehr Nahrungsmittel abzugewinnen, als sie von selbst liefert. Einzelne eignen sichsodann Grundstücke zu und bringen auf denselben durch künstliche Arbeit eine vielgrößere O.uantität Lebcnsmittel hervor, als sie und die auf denselben beschäftigtenArbeiter bedürfen. Diejenigen nun, welche keine solche Grundstücke besitzen, sehensich dann genöthigt, andre Arten von Arbeiten zu erfinden und solche Güter durchdieselben hervorzubringen, welche die Landbesitzer und Landarbeiter begehren, undwofür sie geneigt sind, ihnen ihren Überfluß an Nahrung--- und Lebensmittelnabzulassen. Bei einiger Cultur der Gesellschaft, d. h. sowie in derselben die gegen-seitigen Rechie anerkannt werden und die Erkenntnißkräfte sich bis zu einem gewissenGrade entwickelt haben, kommt es bald dahin, daß kein Mensch mehr alles Dasallein verrichtet, was er zur Befriedigung seiner Bedürfnisse nöthig hat. Jeder be-darfAndrer Arbeit regelmäßig, sowie Andre wieder der seinigen bedürfen. Dadurcheinsteht ein wechselseitiger Austausch der Arbeit, und cS erzeugen sich unter denMenschen unendlich verschiedene Arten von Arbeiten, deren jede andre Objecte her-vorbringt und andre Mittel anwendet, welche durch die verschiedenen Geschicklich-keiten und Künste, die Natur und Fleiß unter den verschiedenen Subjekten erzeugt,möglich werden. Nach dem Maße der immer mekr zunehmenden Geschicklichkeicin der Arbeit bringt nun Jeder einen Überfluß von Producren seiner Arbeit hervor,wovon er nur einen geringen Theil für sich selbst gebraucht. Da nun dieses allge-mein gefcßiebt, so kann Jeder die Prodncte mehrer Andrer genießen, indem er un-ter diese die Producre seiner Arbeit dagegen vertheilt. Jeder bedarf nun zur Befrie-digung seiner mannigfaltigen Bedürfnisse der Arbeit Andrer oder deren Pi oducte;daher ist Arbeit ein allgemein begehrter Gegenstand. Insbesondere werden dieje-nigen ArbcitSprvducte am häufigsten und m größter Menge gesucht, welche allgc-