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Erster Band. A bis Bl.
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394 Archipelagus Arckenholz

dem Markte und hatte allerlei Figuren vor sich in den Sand gezeichnet. Einemrömischen Soldaten, der auf ihn eindrang, soll er zugerufen haben: „Bringeniir meine Kreise nicht in Unordnung!" Allein der rohe Krieger achtete so wenigdarauf, daß er ihn selbst niederstieß. Da man die Eroberung von LyrakuS in dasI. 212 v. Chr. seht, so war A. 15 Jahre alt, als er das Leben verlor. Aufsein (Grabmal sehte man einen Cylinder mit einer darin enthaltenen Sphäre,um dadurch seine Auffindung ihres gegenseitigen Verhältnisses, worauf er be-sondern Werth legte, zu verewigen. Cicero, der sich als Quästor in Sicilien befand, hat dasselbe unter Gebüsch, wodurch cS verdeckt war, wieder aufge-funden.

Archipelagus, der Name einer großen Gruppe von Inseln. Die be-kannteste ist die vorzugsweise so benannte Inselgruppe des ägäischen Meers, zwi-schen den Küsten des alten Griechenlands und Kleinasiens . Ihrer Lage nach wur-den die dazu gehörigen Inseln in die europäischen und asiatischen getheilt; die erstem,welche gleichsam in einem Kreise beisammen liegen, sind aus dieser Ursache von denGriechen dieCykladischen (s. d.), sowie die andern, weiter auseinander liegenden,die Sporadischen s. d.) Inseln genannt worden. Alle diese Inseln zusammenbilden den Landschak (die Statthalterschaft) des Kaputan Pascha, wozu jedochKandia mit den umliegenden kleinen Inseln nicht gehört. (Dgl. d. Art. Hydra,Negroponk, Scios, Lamos, Rhodos , Cypern w.)

Architektonik, Architektur, s. Baukunst.

Architrav, s. Säule.

Archiv, eine Sammlung von schriftlichen Urkunden, welche die Rechte,Vorrechte, Ansprüche, Verträge, Verhältnisse u. s. w. einer Familie, Corpora-tion, Gemeinde, Lkadt oder eines Reichs enthalten; auch der Ort, wo derglei-chen Urkunden aufbewahrt werden. Es gibt demnach Privat- und öffentliche oderStaatsarchive. Der den lehtern vorgesetzte Beamte heißt Archivar. Schonbei den ältesten Völkern gab es Archive. Israeliten, Griechen und Romer hatten siein ihren Tempeln, und auch die t hristen bewahrten anfangs wichtige Urkunden beiden heiligen Gefäßen und Reliquien, bis eigne Orte dazu angewiesen wurden. DasRecht ein Archiv zu haben (j „5 .meb i vi) ist mit dem Rechte verknüpft, den Urkundenöffentliche Glaubwürdigkeit mitzutheilen.

Archonten, die höchsten obrigkeitlichen Personen in Athen . (L. Atti-ka.) Auch die Juden hatten Archonten in ihrer Verbannung.

Archvtas von Tarent , ein berühmter Pythagoräer, und als wahrhafterWeiser, großer Mathematiker, Staatsmann und Feldherr seiner Zeit berühmt.Er widmete sich Zu Metapont dem Studium der pythagorischen Philosophie. AlsZeitgenosse des Plato (96. Dl., 400 v. Chr.) lebte er 100 Jahre später als Pytha-goras, und lebte noch, als Plato nach Sicilien reiste. Man kann ihn daher nichtals Lehrer desPhilolaoS betrachten, welcher älter war, noch weniger als desPytha-goras unmittelbaren Schüler. Man schreibt ihm die Erfindung der analytischenMethode in der Mathematik und die Lesung mehrer geometrischen und mechani-schen Probleme zu. Auch soll er ein Automat (eine fliegende Taube) verfertigthaben. Vielleicht war er auch Erfinder der Kategorien in der Philosophie. Doch istnoch unentschieden, ob Aristoteles aus seinen Schriften geschöpft, oder seine -Lehnstüber die 10 Kategorien untergeschoben ist. Horaz besingt ihn als einen an der apu-lischen Küste Ertrunkenen.

Arckenholz (Johann', Historiker, geb. 1695 in schwedisch Finnland , gest.zu Stockholm d. 14. Juli 1517. Ein schriftlicher Aussatz gegen Frankreich und Fleury(später in Busching'S,,Magazin fürHistorie und Geographie" mitgetheilt) war Ur-sache, daß er 1738 s. Amrer verlor. Indeß ernannte ihn K.Friedrich >., der zugleichhessischer Landgraf war, 1716 zum Bibliothekar in Kassel , und 20 Jahre spater