Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Arioso Anosko

schloffen die Schiffer, von Habsucht gereizt, ihn zu ermorden. Apollo aber offen-barte ihm in einem Traume die ihn bedrohende Gefahr, woraufArion, festlich ge-schmückt, das Saitenspiel in der Hand, auf das Verdeck trat und durch fußeLieder die Herzen seiner Schiffsgefährten zu rühren versuchte. Die musikliebendenDelphine versammelten sich um das Schiff und lauschten seinem süßen Spiel undGesang, doch die habsüchtigen Schiffer bliebe» ungerührt. Als Arion das sah , be-schloßer, durch freiwilligen Tod sich ihren Mörderhänden zu entziehen, und stürztesich in die Flut. Aber ein Delphin nahm den «Langer aus seinen Rücken und trugihn, während er die stürmenden Wogen durch die Macht seiner Töne ebnete, un-verletzt bei dem Vorgebirge Tänarus aus Land, von wo er sich nach Korinth be-gab. Später kamen auch die Schiffer zurück nach Korinth , und antworteten, vonPeriander nach Arion befragt, daß er gestorben sei. Da trat er ihnen vor Augen,und die ihres Frevels Uberwiesenen ließ Periander anS Kreuz schlagen. Arion'SLyra aber. sowie der rettende Delphin, wurden als Sternbilder an den Himmelversetzt. Von Arion'S Gedichten hat sich nur eine Hymne auf Neptun erhalten,die in Brunck'S „Analekten" steht.

L r, o so, s. Arie.

2. riosto (Lodovico), geb. zu Reggio den st.Sept. 1474, stammte aus eineredeln Familie; sein Vater war Mitglied des ersten Gerichtshofes von Ferrara .Von 10 Kindern war er das älteste. Schon in seinen Kinderjahren verfertigte erTragöüen, die er mit seinen Brütern aufführte, unter andern die Geschichte vonPyranus und Thisbe. Auf der Schule von Ferrara zeichnete er sich in seinenLtudun aus. Sein Vater bestimmte ihn der RechtSgelehrsamkeit; aber nach 5mit vwgeblichem Zwang daraus verwandten Zähren leistete der Zungling auf sieVerzieht, um sich ganz den Wissenschaften zu widmen. Er genoß den Unterrichtdes geehrten Gregor von Spoleto . PlautuS und Terenz, die dieser erklärte, ga-ben der Gedanken zu 2 Lustspielen, der „G^anOr.-," und den ,chu>>z>n;ti", welcheer danals entwarf. Lrrische Gedichte, in italienischer und lateinischer Sprache,welch« durch Eleganz und Leichtigkeit der Schreibart sich auszeichneten, machtenihn den Cardinal Hippolyt von Este, Sohne des Herzog? Hercules I-, bekannt.Hippclyt stellte ihn 1503 bei seinem Hofe an, bediente sich seiner in den wichtigstenAnge'rgenhciren und ließ sich auch auf einer Reise nach Ungarn von ihm begleiten.Nach Hercules'? Tode setzte AlfonS , des Cardinal? Bruder, als er den Thron be-stieget hatte, nicht minder sein ganzes Vertrauen in A. An diesem Hofe begannund wllendete er, mitten unter Zerstreuungen aller Art, in 10 oder 11 Zährensein croßes und unsterbliches Gedicht, den l'urüi.-;»". 1518 war der

Druö desselben beendigt. Als A. dem Cardinal ein Exemplar davon überreichte,soll drser gefragt haben: „Meister Ludwig, woher nehmt Zhr nur alle die Pos-sen uid Albernheiten?" — 1517 oder 1518 sollte A. den Cardinal Hippolnt vonEste mf einer zweiten Reise nach Ungarn begleiten. Da? ungesunde Klima unddie seiwache Gesundheit des Dichters schienen ihm keine hinreichenden Enrschul-digunzen, sodaß dieser, da er auf seiner Weigerung bestand, gänzlich die Gunstdes CwdmalS verlor, welche sogar von Kalte und Gleichgültigkeit in förmlichenHaß iberging. A. wurde jetzt von dem edeln und kunstliebenden Herzog AlfonSaufgeionunen, der zwar vertraut mit ihm umging, ihn aber nur kärglich belohnte,und — was mehr einer Strafe als einer Gunstbezeugung ähnlich sah— ihm 1521und 1522 den Auftrag gab, die in der gebirgigen und wilden Garfagnana auSge-brochnen Unruhen zu dämpfen. Er endigte glücklich diese schwierige Unterneh-mum und kehrte nach 3 Zähren nach Ferrara zurück, wo er sich mit der Auffüh-rung seiner Comödien und der letzten Vollendung seine? „Orlando " beschäftigteund an 6. Juni 1533, 58 Zahre alt, starb. A. vereinigte mit den äußern Vor-zugei des Wuchses und der Gestalt einen sanften Charakn» feine Sitten und einen