Band 
Erster Band. A bis Bl.
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410 AristäuS Aristarch

liebenswürdigen Meist. Er war reich gewesen und liebte den Glrnz; mußte sichindeß mit der Erbauung eines kleinen, aber angenehmen und bequemen Hausesbegnügen, über welches er die Verse setzen ließ:

?»rvs »eil gpta midi, »ecl null, ohnoxis, »eü non8or<l>«ia, psels meo se<j Ismen neue üomu».

Arivsto's„Orl >n,ic> lüriosci" (dem sich Bojardo's „Orlsiiilo iiismorsto" anschließtund ohne diesen nicht in allen Theilen verstanden werden kann) ist ein vollendetesromantisches Epos, das in keiner andern Rücksicht irgend einen Vergleich erlaubt,als um dadurch die Eigenthümlichkeiten desselben aufzufinden. Unnütz ist es, un-tersuchen zu wollen, obA., oder Tasso, oder Dante größer sei, da jeder in seinenWerken als vollendet und unübertrefflich erscheint. Forschen wir aber nach denhervorstechenden Eigenschaften, die A. in seinem „Orlando " entfaltet hat, so fin-den wir einen glänzenden und unerschöpflichen Reichthum der Erfindung, ei» rast-los wechselndes Leben, verbunden mit einer bezaubernden Anmuth der Erzählung;eine rege, stets neu und jugendlich aufstrebende Phantasie athmet durch das ganzeWerk und schmückt es mir unverwelklichen Reizen; dabei zeigt sich eine bewun-dernswürdige Kunst i» der Verkettung und Verflechtung der Episoden, welche derDichter, oft mir einer nicht zu verkennenden (zuweilen allerdings unangenehm stö-renden) Schalkhaftigkeit, unaufhörlich abbricht und wieder anknüpft, und so durcheinander schlingt, daß es schwer ist, den vollständigen Inhalt des aus 46 Gesängenbestehenden Gedichts anzugeben. Diese Eigenschaften gesellen A. den großen Mei-stern des Gesanges bei, deren Stirn ein ewig grünender Lorber kränzt, und er-warben ihm unter seinen Landsleuten den Beinamen des Göttlichen, der freilichauch dem niedrigen Aretino zu Theil ward. Außer diesem großen Epos besitzenwir von A. einige Lustspiele, Satyren, Eapikoli und Sonette, ferner eine Samm-lung lateinischer Gedichte, in denen sämmtlich mehr oder minder sein reiches Genieausgeprägt ist. Den deutschen Lesern ist die meisterhafte, wiewol vielleicht etwaskalte Übersetzung des „Orlando " von GrieS, mit welcher die neuere von Karl S trcck-suß (5 Bde., Halle 1818—20) rühmlich wetteifert, nicht unbekannt. äl.

Aristäus, Sohn des Apollo» und derKvrene, den die Nvmphen erzogen.Man schrieb ihm die Erfindung und Einführung der Bienenzucht zu (daher Me-lisseuS) und erwies ihm selbst göttliche Ehre. Seine Liebe zur Eurvdice, der jun-gen Gattin des Orpheus, brachte dieser den Tod, indem er sie bis zu einem Flusseverfolgte, wo sie von einer giftigen Schlange gebissen ward. Zur «träfe verlor erseine Bienen, der Verlust ward ihm aber durch neue Schwärme ersetzt, die Nch inden Leibern der von ihm geschlachteten Rinder nach 9 Tagen erzeugten. Er war derEidam des KadmvS und Vater des Aktäon. Seine Vermischung mit dem Puokon-nefier AristäuS, der von Zeit zu Zeit wieder auf der Erde erschien, z. B. als Lehrerdes Homer und als Schüler des Pythagoras , erklärt sich daher, daß es einen«chüler des Pythagoras dieses Namens gab, welcher Nachfolger dieses Weisenwar, dessen ganzes Leben man späterhin in ein fabelhaftes Gewand einhüllte.

Aristarch, griechischer Grammatiker, der die Gedichte Homer'S mit deräußersten Schärfe kritisch prüfte und einen neuen Text derselben feststellte, auswelcher Ursache man strenge, aber gerechte Kunstrichter Aristarchen zu nennen pflegt.Er war auf der Insel Samorhrace geb. und lebte zu Alexandria um 150 v.Ehr.PtolemäuS Philometor, der ihn sehr schätzte, vertraute ihm die Erziehung seinerKinder an. Nachdem er sein Leben auf die Kritik des Pindar und andrer Dichter,besonders des Homer , gewandt hatte, starb er 72 Jahr alt aufEypern.— Ari-starch von Samos , geb. 267 v. Chr., ein berühmter Astronom, der zuerstdie Umdrehung der Erde um die Sonne behauptete, von dem wir auch no ch einWerk über die Größe u-> die Abstände der Sonne und des Mondes haben. Der-selbe Aristarch wird a. - für den Erfinder der Sonnenuhr gehalten.