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AristideS
A r i st i d e s, um seiner strengen Rechtschaffenheit willen der Gerechte ge-nannt, war des Lysimachus Sohn und stammte aus einer der angesehensten Fa-milien Athens . Er war Anführer seines Stammes (Polemarch), als die Aibe-nienffer mit den Persern bei Marathon zusammentrafen. Der bestehenden Ein-richtung zufolge führte jeder Polemarch in der Reihe einen Tag den Oberbefehl.A. aber, der den Nachtheil dieses Wechsels einsah, bewog sämmtliche Polemar-chen , daß jeder seinen Tag dem MilriadeS abtrat, und dieser Maßregel besonderswar der Gewinn der Schlacht zuzuschreiben. Das Jahr daraus war er Arckon,und genoß in diesem Amte einer so allgemeinen Achtung, daß er dadurch des The-mistokles Eifersucht erregte. Da dieser ehrgeizige Mann ihn nicht öffentlich an-zugreifen wagte, sprengte er aus, A. strebe nach einer Art von Königthum, undbrachte es dahin, daß er durch den OstraciSmuS verbannt wurde. Man erzählt,daß ein gemeiner Bürger, der in der Versammlung, welche A.'S VerbannungauS'prach, ohne ihn zu kennen, neben ihm stand, sich an ihn mit der Bittewandte, ihm den Namen A. auf seine Muschel zu schreiben, mit der er seineStimme abgeben wollte. „Hat dich A. beleidigt?" fragte dieser. — „Nein",antwortete jener, „aber ich bin es müde, ihn stets den Gerechten nennen zuhören." — Er verließ die Stadt, indem er die Götter bat, sie möchten verbüken,daß je sein Vaterland diese Maßregel bereue. Als 3 Jahre nachher RerreS miteinem zahllosen Heere gegen Griechenland «ufbrach, eilten die Athenienser, einenMitbürger, von dem sie Hülfe in der Bedrängniß erwarteten, zurückzurufen. Nurdas Wohl des Vaterlandes vor Augen, begab er sich auf die Nachricht, daß diegriechische Flotte bei Salamis von der persischen umzingelt sei, sogleich dahin,um Themistokles die ihm drohende Gefahr anzuzeigen. Gerührt vertraute ihmThemistokles, daß er sich dieses Gerüchts nur a'S einer Kriegslist bedient habe, unidie Trennung der griechischen Seemacht zu verhindern. Er ließ ihn Theil an demKriegsrakh nehmen, und da man aus den folgenden Tag zu schlagen beschloß, be-setzte A. versorgend die kleine Insel Psrualia, wo Diejenigen eine Zuflucht fan-den , deren Schiffe während der Schlacht zu Grunde gingen. In der Schlachtbei Platäa befehligte A. die Athenienser und trug viel zu dem Siege bei. Manglaubt, daß er im folg. I. nochmals Archen war, und daß er damals das Ge-setz geben ließ, wodurch dem Volke der Zutr tt zu allen Ämtern, selbst zur Archon-kenwürde, verstattet ward. Als Themistokles angekündigt halte, daß er einenfür die Republik sehr wichtigen Plan habe, den er aber nicht in öffentlicher Ver-sammlung bekanntmachen könne, ernannte man A., um sich mit ihm darüberzu berathen. Der Plan war, die sämmtlichen in einem benachbarten Hasen ver-sammelten Schiffe der Griechen zu verbrennen, um den Arheiüensern die Herr-schaft auf dem Meere zu sichern. A. sagte dem Volke, daß Nichts vortheilhafter,aber auch Nichts ungerechter sei als ThemistokleS'S Plan, und man verwarf ihnohne Weiteres. Um die Kosten des Krieges gegen die Perser bestreuen zu können,bewog A. die Griechen zu einer Abgabe, die an gemeinschaftlich ernannte Be-amte entrichtet und »u DeloS aufbewahrt werden sollte. Man gab ihm, imvollen Vertrauen auf seine Redlichkeit, den Auftrag, die Vertheilung zu machen,und er erwarb sich auch bei diesem Geschäft den Beifall Aller. Er starb in einemsehr hohen Alter, und, was seine Rechtschaffenheit und Uneigcnnützigkeit amschönsten beweist, so arm, daß er auf öffentliche Kosten begraben werden mußte.Er hinterließ 2 Töchter, welche der Staat, die Verdienste des Vaters in ihnenzu ehren, ausstattete, und einen Sohn, welchem 100 Silberminen und eineBaumpflanzung geschenkt wurden. — AristideS (AliuS), «unbekannter Rhetor,geb. 129 in Bithynien , machte mehre Reisen und ließ sich in Smprna nieder.Als ein Erdbeben 178 die Stadt zerstörte, erlangte A. vorn Kaiser Antonin dieWiederaufbauung derselben, wofür die dankbaren Einwohner ihm eine Statue