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Erster Band. A bis Bl.
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AnskokraliSmuS

und Republiken stattfinden. Wenn nämlich in einer Monarchie die obersten Staats-,Kriegs- und Hofamter nur mit Männern von adeliger (Geburt, oder. wie mau auchsagt, von guter Familie besetzt werden, so findet in derselben eine Aristokratie statt,und es kann gar leicht geschehen, dafi der Monarch selbst von einer solchen Aristo-kratie beherrscht wird, dergestalt, daß er weder in der Wahl seiner Diener noch inseinem anderweitigen Entschlüssen und Maßregeln freie Hand behält. Die Monar-chie verwandelt sich dann in eine Oligarchie, d. h. in einen -Ltaat, der von eini-gen vornehmen Familien zu deren eignem Bortheile verwaltet wird. Ein Monarchsollte- daher schon um seines eignen Vortheils willen und zur Behauptung seinereigenthümliche» Würde es zum StaatSgeseße machen, daß jeder Staatsbürgergleiche Ansprüche anfalle öffentlichen Ämter habe, gleiche Lasten mir den übrigenkrage- und überhaupt vor ihm oder dem Gesetze gleich sei. Alsdann bildet sich nebenderjenigen Aristokratie, welche bloß auf dem GeburtSadel beruht, eine andre, derenGrund der Verdienstadel ist, und beide halten einander dergestalt das Gleichgewicht,daß das Staarowohl nicht mehr durch die erste gefährdet werden kann. Wen» aberjene von der Geburt abhängige Aristokratie in einer Republik oder einem sogenann-ten Freistaate stattfindet, so geht die bürgerliche Freiheit unausbleiblich verloren,indem die Aristokraten das Volk um so leichter mit despotischer Willkür beherrschenkönnen, da sie durch kein monarchisches Ansehen in ihrem herrschsüchtigen Strebengezügelt werden. Denn wennauch etwa die Aristokraten Einen aus ihrer Mitte zumOberhaupte des Staats wählen (wie in der ehemaligen Republik Polen den Königund in den vormaligen Republiken Venedig und Genua den Doge', so ist doch diesesselbsterwählte Oberhaupt ganz und gar von ihrer Willkür abhängig, und der Staatverwandelt sich auch hier in eine bloße Oligarchie. — Übrigens wird das WortAristokratie zuweilen in Bedeutungen genommen, die mit der ursprüngliche» mehroder weniger verwandt sind, z. B. wenn man von einer Aristokratie der Vernunft,der Geistlichkeit, deü Gelehrten- oder des Kaufmannsstandes ». s. w. spricht. Auchnennt man ost den Adel überhaupt das aristokratische Staatselement im Gegensatzegegen den gemeinen Bürger oder das übrige Volk, welches man dann das demo-kratische Staatselement nennt, weil man der Aristokratie auch die Demokratie(s. d.i entgegensetzt. v.

A r i st o k r a t i S m u S. Wenn man mit Recht für den Zweck einer jedenStaakSregierung erkennen muß, daß dem Geistigen die Herrschaft über das Mate-rielle verschafft werde, so muß auch eine jede ihrem innersten Wesen nach aristokra-tisch sein. Es ist einer der gefährlichsten Irrthümer unserer Zeit, daß die StaatS-regierung dienend sei und den Gesammtwillen des Volkes bei ihrem Wirken zurRichtschnur nehmen müsse, wie selbst Zachariä k„Dom Staate" behauptet. DerWille, nämlich das zufällige, von Vorurtkeilen und Leidenschaften eingegebeneVerlangen der Mehrheit des Volkes, kann niemals das Gesetz der Volksentwicke-lung sein, dessen Einführung in Leben und Thätigkeit der Regierung obliegt, son-dern gerate die Unterordnung jenes zufälligen GesammtwillenS unter ein höheresGebot der -Sittlichkeit und Tugend ist Das, wozu die Regierung hinzuwirken bat.Dies ist vielleicht der einzige wahre Gedanke in v. HallerS vermeintlicher „Restau-ration der -L raatswiffenschafk", daß er dem sehr weit verbreiteten, tief in das Volkeingedrungenen Vorunheile von der dienenden Natur der StaatSregierung zu wi-dersprechen sucht; aber dieser Gedanke ist weder neu noch antiliberal, denn geradeDiejenigen, welche Herr von Haller als Jakobiner verdammt, haben ihn früherund besser als er selbst ausgeführt. So liegt er dem Unterschiede zum Grunde,welchen Rouleau im „slonteät sxaial" zwischen der VOloutk- <I<- in>u> (was dieVAker wirklich wollen, welches auch oft etwas sehr Ungerechtes und Ungereimtessem kann) und der Vxloul,'- (Dem, was sie wollen sollten, welches immer

das Vernünftige und Rechte sein muß) machte, und Guizot in s. neuesten Werke: