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Erster Band. A bis Bl.
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416 Aristokratiömus

und Stolz sind allezeit im Gefolge der Oligarchie. Unglücklicherweise aber läßtsich die Monarchie leicht in den Strudel mit Hinabziehen, von welchem jede unechteAristokratie am Ende immer verschlungen wird; sie läßt sich durch die Gesellschaft,in welcher sie lebt (das oben erwähnte dritte leitende Princip), bethören, die echtenatürliche Aristokratie mit der Oligarchie zu verwechseln und diese letzte für eineStutze des Thrones zu halten, welche nur in der ersten zu finden ist. Es geht diesfreilich ganz natürlich zu, weil der Monarch mit den Seinigen sich zum persönli-chen Umgänge die Häupter aller Arten der Aristokratie zugesellen muß, welche erim Staate antrifft, und in diesem Verhältnisse der Vortheil, der überwiegende Ein-fluß, immer auf-Leiten Derer sein wird, welche, selbst abgesehen von der frühernAusbildung bloß gesellschaftlicher Talente und Feinheiten des Umgangs, nie in denFall kommen, die Zwecke der Regierung gegen persönliche Neigungen zu vertheidi-gen, wie die Häupter der Beamcenaristokratie so oft zu thun genöthigt sind, unddagegen häufiger Gelegenheit haben, durch Dienstleistungen eine rein persönlicheAnhänglichkeit zu beweisen. Daher gibt der Hof, da dies Verhältniß auch dannnoch eine geraume Zeit fortdauert, nachdem die Aristokratie aufgehört hat einenaturgemäße zu sein, der Oligarchie ein so großes Gewicht, und verwickelt sich selbstund die Monarchie in ein gemeinschaftliches Verderben. Auf der andern Seite abergebe» auch die Bekämpfen der Oligarchie zu diesem unglücklichen Irrthum oft genugAnlaß, indem sie ihre Angriffe mit gegen die Monarchie richten, welche sie selbst inder engsten Verbindung mit ihren Gegnern ehren und schonen sollten. Sie gehenaber selbst in die Oligarchie über, indem sie entweder in der Regierung eine Unab-hängigkeit von dem vernunftgemäßen Gcsammtwillen einzuführen trachten, welchealle Verantwortlichkeit des BeamtenstandeS aufzuheben sucht, oder in der Gesetzge-bung eine Kraft aufstellen wollen, welche sich von dem monarchischen Elemente freimachen und eine selbständige Entwickelung annehmen will. In diese Verirrungverfallen alle diejenigen Staaten, welche der Regierung das unbedingte Veto ent-rissen haben, wie in der ftanz. Verfassung von 1191, in der spanischen und nor-weglücben geschehen ist. Die Ursache liegt freilich sehr nahe; sie ist in dem gehei-men Widerstände zu suchen, welchen der Hof auch gerechten Wünsche» der Nationbisweilen entgegensetzt; aber doch ist die Gefahr, daß einem vernunftgemäßen Be-schlusse die Genehmigung der Regierung verweigert werden könne, bei weitem nichtso groß als diejenige, welche aus der Lähmung der RegierungSgewalr selbft ent-steht. Iii welcher Gestalt sich aber das oligarchische Princip auch zeigen möge, soist e-S immer noch viel mehr anrimonarchisch als amiliberal oder antipopulair. Essetzt dem allgemeinen Zweck der Regierung ein besonderes eigennütziges Interesse Ei-niger, der obersten Staatsgewalt eine Macht entgegen, welche nicht dahin gerich-tet I die Kraft der Regierung in der Bahn des Rechten zu erhalten (ein Dienst,welchen sie nur selten und ganz gegen ihre eigne Absicht leistet), sondern sich selbstderselben zu entziehen und sich ihrer zu ihrem alleinigen Vortheil zu bemächtige».Es benimmt der Regierung alle Freiheit, sowol in der Wahl der Beamten als inder Wahl der Mittel für den Zweck des SraatS, und jeder zum Bessern aufstre-bende Regent hat immer damit ansangen müssen, die vorhandene unechte Aristo-kratie zu bekämpfen. Das antioligarchische Princip hingegen sucht die Kraft derRegierung zu verstärken, und sie, indem es hierdurch der Anarchie entgegenwirkt,zugleich vor dem entgegengesetzten Verderben der willkürlichen Herrschaft zu b-ewah-ren. Denn indem es die allgemeine Fähigkeit aller Unterthanen zu den Ämtern undWürden des StaatS verlangt, vindicirt es hauptsächlich für die Regierung die Frei-heit, sich ihre Diener ganz allein nach dem Maßstabe der Brauchbarkeit (echtari-stokratisch) zu wählen; durch die Formen, welche es für den Erweis der Brauch-barkeit aufstellt (strenge und wiederholte Pnlfungen), sucht cS den Einstuft de r Fa-inilienvcrbindungen zu vernichten; durch die Hierarchie des Dienstes und die Hoff-