Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Aristoteles

bis dasselbe nach dem peloponnesischen Kriege mehr eingeschränkt, und im I.388durch ein Gesetz verboten ward, Jemand auf der Bühne zu nennen. Damalslieferte A. unter dem Namen seines ältesten Sohnes den „KckaluS", ein strick,in welchem ein junger Mensch ein Mädchen verfuhrt, und nachdem ihre Abkunftentdeckt worden, heirathet. Mit diesem Lustspiel beginnt die neuere Komödie.A., der schon sehr alt war, scheint bald nachher gestorben zu sein. — Die bestenAusgabe» seiner Lustspiele sind von L. Küster (Amsterdam 1710, Fol.), Bergler(Amsterdam 1760, 2 Bde., 4.), Brunck (Ltrasburg 1781, 4 Bde., 4. u. 8.), In-vernizio (Leipzig 1794, 2 Bde., mir Beck's noch unvollendetem Commenkar). DieAusgabe von Schütz ist auch noch nicht beendigt. Einzelne Stücke, wie t. B. die„Wolken", sind ins Deutsche übersetzt von Welcker und Wolf. Eine vollständigeÜbersetzung ist von I. H. Poß (Draunschwcig 1821, 3 Bde.) erschienen.

Aristoteles, einer der berühmtesten Philosophen Griechenlands undStifter der peripatctischen Schule, war geb. zu Stagvra in Macedonien im erstenJahre der 99. Olymp. (384 v. Ehr.). NikomachuS, sei» Pater, rühmte sichvon Machaon, dem Sohne des Äskulap, zu stammen; Phaestis, seine Mutter,war ebenfalls von edler Abkunft. Die Arzneikunte war erblich in der Familie derAsklepiaden, und A.'S Pater, Leibarzt des Königs Amvntas, halte sich ihr mitErfolg gewidmet. Er bestimmte seinen Sohn für dieselbe Laufbahn und unter-richtete ihn vielleicht selbst in der Arzneikunde und in der mit ihr verbundenen Phi-losophie. Ohne Zweifel verdankte er seiner ersten Erziehung die Neigung :ur Na-turgeschichte, als deren Schöpfer er anzusehen ist, da er zuerst genaue Beobachtun-gen machte. Nach dem Tode seiner Altern ging A. als 18jabr:ger Jüngling naenAtarnea zu einem gewissen Prorenus, einen» Freunde seiner Familie, welcher vielzu seiner Bildung beitrug. Hier verweilte er kurze Zeit und begab sich dann nachAthen. A. verweilte dies erste Mal gegen 20 Jahre >» Athen , begnügte sich indieser langen Zeit nicht damit, den Pluto zuhören, dessn schule damals imgrößten Rufe stand, sondern eröffnete selbst eine Schule der Bercdtlamkcit.Midward so des IsokrateS Nebenbuhler. Wahrscheinlich verfaßte er auch einige pbi-losophische Werke, deren Ruf bis zu Philipp von Macekoiüe» drang. Wenig-stens schrieb dieser bald »ach AleranderS Geburt, 350 v. Ebr., den berubmtr»Brief an ihn: „König Philipp von Makedonien dem Aristoteles seinen Gn.ü.Wisse, daß mir ein Sohn geboren word,n; ich danke den, Göttern, nicht sowol,daß sie mir ihn gegeben, als daß sie ihn zur Zeit des Aristoteles haben geboren wer-den lassen. Ich hoffe, du werdest einen Konig aus ihm bilden, würdig, mir zufolgen und den Macedoniern zu gebieten". Mehre Lchrifrssllcr berichten, daßkurze Zeit vor Plaro's Tode A. mir diesem gebrochen und sogar eine Schule er-richtet habe, um mit der Plaioniseben zu wetteifern. Eine gewiss Spannungzwischen Beiden ist gewiß gewesen, aber zu einem offenen Zwiespalt kam es ,.ü-.A. bezwzre seinem Lehrer stets die größte Ehrerbietung und spricht überall - sei-nen Werken mit Hochachtung von ihm, wenn auch als Kririker. Als bach nachPlato's Tode die Arhenienftr Philipp den Krieg erklärt hatten, verließ A. Athenund begab sich nach Atarnea, wo sein Freund Hermias die Herrschcrgewalt aus-übte. Bald darauf gerictb Hermias durch Verrath in die Gewalt des Arm-xerres, der ihm aufdie schmachvollste Weise das Leben raubte. A., tief bekam,mert über das unglückliche Schicksal seines Freundes, suckle sein Andenken durcheine ssrmnc zu verewigen, die reich an poetischen Schönheiten ist, und beira-the:e dessn Nichte. Es scheint, daß A. nach des Hernieas Tode einige Zeck zuMünlei e lebte; aber gegen k. I. 343 v. Ehr. berief in» Philipp an seinen Kor,um ikm die Erziehung des damals 13jährigen Alexander zu übertragen. DasEinzelne der Erziehung ist uns unbekannt; wenn wir aber sehen, wie Alexan-der sich in den ersten Jahren seiner Regierung wahrhaft groß bewies, wie er, so