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Aristoteles
lange die Schmeichelei chn nicht verderbt hatte, seine Leidenschaften beherrscht«, wieer stets Künste und Wissenschaften werth hielt, so muffen wir glauben, das dieseErstehung nicht unnütz gewesen. Man könnte A. Vielleicht vorwerfen, laß ernicht verstanden habe, Alex. gegen den Ehrgeiz und die Eroberungssucht zu ver-wahren; aber A. war ein Grieche und folglich ein natürlicher Feind des Perser-konigs; sein Haß harte durch die Ermordung des Hermias noch zugenommen;kurz die Eroberung PersienS war schon lange der Wunsch von ganz Griechenland .A. mußte also alle seine Talente anwenden, um seinen königlichen Zögling ziwAusführung dieses Plans geneigt und geschickt zu machen. Vater und Hohnbelohnten die Verdienste eines solchen Lehrers. Philipp stellte die zensierte StadtSragyra wieder her und ließ daselbst eine Schule errichten, Nvmphäum ge-nannt, wo A. lehren sollte. Aus Dankbarkeit feierten die Stagyriien jehrlichein Fest, das sie Aristotelia nannte». Es scheint gewiß, daß A. wenigstens einJahr bei Alexander »ach seiner Thronbesteigung blieb, und man behauptete, daßer sich dann nach Athen begab. Der Eklektiker AmmoniuS jedoch sagt, daß erseinem Zöglinge auf einem Theil seiner Züge gefolgt sei, und wirklich ist diesnicht unwahrscheinlich , denn man begreift kaum, wie sonst so viele Thiere hat-ten nach Athen geschickt werden keimen, von denen A. eine so genaue anatomischeBeschreibung gibt, daß er sie selbst zerlegt haben muß. Man kann vermuthen,tast er den Alexander b.S nach Agvpte» begleüete und erst gegen 331 nachA.ben zurückkam, bereichert nnt den nöthigen Materialien für seine treffliche „(be-schichte der Thiere". Hier eröffnete er eine Schule der Philosophie in dem Lpceum,einem Grmnasium unsern der Stadt. Zwei Mal täglich begab er sich dahin. DerVo nii.tag war seinen vertrauter» Schülern gewidmet, indem er ihnen Li-' schwer-sten Theile der Wissenschaft erklärte. Abends ließ er alle Diejenigen zu, welche ihnzu hören wünschten, indem er, für Alle verständlich und faßlich , von solchen Gegen-ständen sprach , die mehr das Leben selbst berühren. Demnach werden auch seineWerke in esoterische (gelehrte) und akroamatisehe (allgemein verständliche) einge-theilt. Alexander untcrsiutzte seine ausgebreiteten Studien selbst von Asien ausund schenkte ihm 800 Talente als Belohnung seiner Verdienste. Gleichwol nahmer auch späterhin gegen seinen Lehrer eine feindliche Gesinnung an. Als nachher imP 531 v. Chr. Alexander starb, verbreitete sich die Sage, daß er zu der angeb-lichen Ermordung Alexanders mitgewirkt habe. Die Athenienser, die sich nocheinmal an die spitze Griechenlands zu stellen hofften, suchten dasselbe gegen Ma-cedomen zu bewaffnen, und da A. wegen seiner Anhänglichkeit an Philipp, Alex-ander und Anripater Verdächtig war, so griffen ihn die Demagogen an und wurdendabei von seilten zahlreichen Feinden unterstützt. Um nicht einer Anklage wegenGottesleugnung zu unterliegen, verließ er Athen , mit der auf die Derm theilungdes -LdokrateS sich beziehenden Äußerung, daß er den Aiheniensern einen zweitenFrevel an der Philosophie ersparen wolle. Er flüchtete sich mir seinen meistenSchülern nach ChalciS auf Euböa, und nahm bald darauf 322 v. Chr. Gift, weiler, wie man sagt, von dem Areopag seiner Anklage wegen nach Athen gepokert wor-den war. Sein Charakter ist von Ehrgeiz und Unredlichkeit nicht freizusprechen.V>i Ansehung der Lehren und der-Lchule des A. s. Peripaterische Philo-sophie. A. harre bei seinem Leben seine Schriften nicht bekanntgemacht; siesingen erst an einigermaßen bekannt zu werden, als die Römer sich der Philoso-phie widmeten. Mit der Bibliothek des Apellikon kamen auch die Nrschrisien vonA.'S und Tbeovhrast'S Weicken nach Rom (durch Sulla ). Hier brachte sie Andro-nikus von RuoduS in Drdmmg und versah sie nur Ir.kaltsanzeigen. Seitdemwurden sie vielfältig bearbeitet. Fiir uns sind mehre sehr wichtige verloren gegan-gen; die noch vorhandenen sind, nach der Ausgabe von Friedr. iLtffburg 5 Bde.,4., Frankfurt 1587), welche für die beste gilt, folgende: „Orgaiw»"; „kUw-