Armenien
424 Armbrust
Paschen furchtbar gemacht und jetzt größtenteils an dem FreiheitSkampfe der Krie-chen gegen die Pforte Tkeil genommen.
Armbrust, ein ehemals gewöhnliches, seit der Erfindung derFeuergevehreaber im Kriege aus dem Gebrauch gekommenes Schießgewehr; ein starker hoberneroder stäblerner Bogen, der an eiitem besondern Schaft und ?tnschlage befestigt, mitdem Spanner gespannt und durch den am Schafte befindlichen Drucker abgedrücktwurde. Alle Llrcen Geschosse, bei welchen der Bogen an einem besondern Schaftebefestigt war, nannte man Armbrüste, daher es auch Wagenarmbrüste gab, nelcheauf Karren befestigt waren und von Pferden gezogen wurden. Die kleinst' ArtArmbrüste, welche kleine Kugeln schießen, heißen Schnapper. An den größerr wirdder Schaft, nebst den zur Spannung gehörigen Stücken, Rüstung oder das Rüst-zeug genannt. Auch die ganze Armbrust heißt Rüstung und ist nach Verhältnißder Größe entweder ganze oder halbe Rüstung. Das älteste Armbrustschießen nachdem Vogel schreibt sich in Deutschland von BoleSlauS I., Herzog von Schwe.dnitz,her, der 1286 daselbst eine Vogelstange errichten ließ.
A r in e von Lyon , s Waldenser.
Armee, s. Heere (stehende).
A r m e n c o l o n i e n, Hülfsa,istalten zur Erziehung und Bildung hei-marbloler Personen durch Schulunterricht und Arbeit mittelst einer dazu eingerichte-ten Ansiedlung. Es sind theils Ackerbau -, theils Manufacturcolonien. Die ersteIdee, Arme, welche eine Last der großen Städte sind und daselbst Nichts erwerben,zu colonifiren, entstand in Holland 1818 durch eine Gesellschaft, an deren Lpitzeder thätige und volksfreundliche Prinz Friedrich der Niederlande steht, die denPlan einwarf, durch Actien die Mcktel herbeischaffte und die erste Colonie Frede-rikSoord (s. d.) anlegte. In Dänemark und England hat man ähnliche gestiftet.Die Armeucolonie Frederiksgabe in Holstein treibt Garten-, Dbst- undFeldbau, auch Bienen- und Schafzucht. Gespinnst und Weberei verfertigen dieColonisten selbst. Damit ist eine Armenschule verbunden. Nach dem 5. Jahres-berichte von 1825 beschäftigte diese Colonie 105 Arme. An der Spitze ihrer Ver-waltung stand der Conferenzrath Lawietz. Die Erfahrung hat es bereits bestätiar-daß hierdurch mit geringerm Aufwande als in den bisherigen Werk - und Arbeits-häusern verwahrloste Menschen durch den Anbau wüster Landstrccken an Ordnung,Fleiß, Sparsamkeit und Sitte gewöhnt werden können. (Vgl. Fellenberg,Hofwvl, Owcn, Voght.) Die ersten Nachrichten über diesen Gegenstandgab AndrS im „HeSperus" 1819.
A r nie nien, eine asiatische Landschaft von 5000 lüM., die vormals inGroß- und Kleinarmenien zerfiel. Jenes, welches noch zuweilen den Namen Arme-nien führt, jetzt Turkomanien, liegt im S. des KaukamS und begreift theils die os-mansschen Paschaliks Erzerum, Kars (Akhalzich, 1828 von den Russen erobert) undWan (1593 LlM., nut 950,000 Einw.), theils die iranische persische) ProvinzEriwan, welche im Frieden 1828 an Rußland abgetreten wurde; dieses, jetztAladuli oder Pegian genannt, gehört den Osmanen ganz und ist in die PaschalikSMerasche und SiwaS getheilt. Armenien sst ein raubeS Gebirgsland, das im N.den Kaukasus zur Grenze hat, in der Mitte aber von Zweigen des Taurus, wozuderArara t (s d.) gehört, durchzogen wird; hier nehmen die großen Ströme, Eu-phrat und Tigris, ihren Ursprung; hier fließen der Kur u. a. minder beträchtlicheFlüsse, und hier breiten sich die Seen Wan und Geuk-scha aus. Das Klima istmehr kalt als warm; der Boden im Ganzen mäßig fruchtbar und mehr zur Vieh-zucht als zum Ackerbau geeignet: koch gedeihen auch die schönsten Sudfrüchte; dieGebirge find reich an Eisen und Kupfer. Die Einw. bestehen aus eigentlichen Ar-meniern; aus Turkomanen, welche aufden Ebenen nomadifiren: aus wenigen Os-mancn, Griechen und Juden. — Von der ältesten Geschichte dieses Landes ist Nichts