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Erster Band. A bis Bl.
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426 Armenische Literatur

vermischten Wein mit gesintertem Brote gebrauchen, welches sie in den Weit ge-taucht herumreichen, und die letzte Dlung nur geistlichen Personen gleich nach nremTode zukommen lassen. Sie verehren Heilige und ihre gemalten Bilder, glcubenaber kein Fegfeuer. Im Faste» thun sie es den Griechen zuvor, und feiern wenigerFeste, aber andächtiger als diese. Ihren Gottesdienst halten sie in der Türkeimeistdes Nacht?, die Messe in der altarmenischen, die Predigt in der »euarniensehenSprache. Ihre hierarchische Verfassung weicht wenig von der griechischen ab. DerKatholikos, das Haupt der Kirche, hat seinen Sitz zu Etscbnnazim, einem K osterbei Eriwan (Hauptst.dcs persischen, nun russ. Armeniens) am Ararat , dessen K ircheGregor von Nazianz gestiftet hat. Das heilige Salböl, das er verfertigt urd andie Geistlichkeit verkauft, und die häufigen Wallfahrten der Armenier nach Etsckmia-znn verschaffen ihm die Mittel, den Aufwand seines prächtigen Gottesdienst« undseiner Bildungsanstalten zu bestreiken. Er unterhält bei sich ein ^eminariui» fürGeistliche; die Patriarchen zu Konstantinoxel u. Jerusalem , Erzbischöfe u. Brchöfeder Armenier werden von ihm eingesetzt, auch alle 3 Jahre in ihre» Ämter» bestätigtoder davon abgerufen. Die übrigen Geistlichen find an Rang und Beschaftigunz denPriestern der orthodoxen Kirche ähnlich: die Mönche folge» der Regel des heil. Ba-siliuS. Nur die Verreibet?, welche wie Mönche leben, die Wissenschaften pfiegen,Grade, die sich mit unsern akademischen vergleichen lassen, erlangen und Vicariender Bischöfe sind, machen als eigentliche Gelehrte eine der armenischenKircbe eigen-thümliche Classe von Geistliche» aus. Die Welrpriesier müssen sich ein Mal vlihei-rathen, dürfen aber keine zweite Frau nehmen. Im Aberglauben und in der Anhäng-lichkeit an alte Formen gleichen die Armenier den Griechen, zeichnen sich aber durchbessere-mitten vor ihnen aus. Überhaupt übertreffen sie alle ihnen verwandte mo-nophusitische Parteien an Bildung, lassen das Volk die Bibel lesen, treiben, die theol.,histor. u. mathemar. Wissenschaften, besitzen eine nicht ganz arme Narionalliteraiurund zu Ekschmiazim eine Druckerei, welche prächtige Bibelabtrucke besorgt. Dieseechten Arinenier haben aufier ihrem Lande und der Türkei , wo sie am zahlreichstensind und ihr Patriarch zu Konstantinopel in ähnlichem Verhältnis; mir der Psorresteht, wie der griechische, in Persicn zu Ispaban, Schiras u.Nerinkale, in Rurlandzu Petersburg, Moskwa, Astrachan u. in den kaukas.Gouvern. Gemeinten, u,w zuLondon und Amsterdam kleine Niederlassungen. Ihre Gesammtzahl ist nach Walsh1,351,000. -L. Ker Porrer's „ I i.>vl>st>>> s-enrpsto, I'orN,. »nuNi uixNnt. li.i-I'VÜN, ein. in i!,o vo.n> 1817 — 20" Lond . 1821,4., IN. K.st u. Amad. Iauberr's„Reise d. Armenien u. Persien 1805 u. 1800", a. d. Franz. (Wien 1822). I'..

Armenische Literatur. Die Armenier, ei»? der ältesten Volker dercivilisirten Welt, haben sich mitte» unter den Revolutionen, durch welche Barbarei,Despotismus und Eroberungskriege Jahrtausende hindurch, seit dcn Zeiten des altenAssvriens, Griechenlands und Roms bis aufdie mongolischen, türkische» und per-sische» Zeiten herab, das westl. Asien erschüttert haben, als ein gesittetes Volk erkal-ten und ihre Überlieferungen, welche bis zu den Sagen der alten Hebräer hinaufrei-chen, sowie ikre Nationalität, im Phrsischen und Moralischen treu bewahrt. Ihrerster Wohnsitz, der Ararat , ist noch jetzt der Mittelpunkt ihres religiösen und polst.Zusammenhanges unter sich, so sehr auch der Handel sie, wie die Isiaeliren, unterdcn Volker» Europas und Asiens (China ausgenommen) zerstreut hat. Diese Zer-streuung und der Handelsgeist haben ihren Charakter nickt verschlechtert. S ie zeich-nen sich vielmehr durch feinere Bildung, Sitten und Rechtlichkeit vor den Barbarenaus, umer deren Joche sie leben, selbst vor den Grieche» und Juden. Der Grunddieser merkwürdigen Erscheinung liegt wol zunächst in ihrem Glauben und in ihrerkirchlichen Verbindung. Die Cultur der Armenier ist ein Beweis nnhr wie wohl-thätig das Christenthum durch eine wohlgeordnete kirchliche Form auf die sittlicheund geistige Bildung cii.es Volks einwirkt, das seine Geschichte und mit ihr seine