Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
427
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Armenische Literatur 421

Nationalität sich zu erhalten weiß. Insbesondere verdanken sie dies dem Lesen derBibel, welche dem Volke von seiner Geistlichkeit durch Übersetzungen, die in der theo-logischen Literatur geschätzt werden, in zahlreichen Abdrucke» in die Hände gegebenwird. Dies geschieht nicht nur zu Elschmiazim, welches Kloster der Haupisitz ihrerKirche und ihres obersten Patriarchen (Katholikos) und zugleich die Pflanzschuleihrer Lehrer ist, wo sich eine große Bibeltruckerei befindet und wohin jeder frommeArmenier wenigstens ein Mal in seinem Leben wallfahrten muß, sondern auch in denübrigen Sprengeln der armenischen Patriarchen, Erzbi schofe u. Bischöfe zu L is(?l jasin Caramanien), Konsiantinopel, Jerusalem und an a. O. m. Seit kurzem hat sichauch in der armenischen Kirche in Rußland, deren Erzbischofseinen S itz in einem ar-menischen Kloster zu Astrachan hat, eine Bibelgesellschaft gebildet, welche dieBibel inarmenischer Sprache verbreitet. Mit der biblischen Literatur der Armenier steht ihretheologische, historische und mathematische Nationalliteratur in Verbindung. Sieist so alt wie die Bekehrung des armenischen Volks zum Christenthum und verbreitetviel Licht über die alte Geschichte der Volker des Orients, daher sie neuerlich in Pa-rts fleißtge Bearbeiter gesunde» hat. Ihre Nanonalgeschichtschreiber geben folgendeEpochen an von dem Schicksale ihres andes und Volks. Der Name Armenien kommt von L^ram, dem 1. Könige der ersten Dynastie dieses Volks, der mit 1800v. Chr. das armenischeReich gründete. Die Armenier selbst nennen sich Hast, nachHaico, dem Gründer und Stammvater (Patriarchen) des Volks, einem Zeitgenossendes Belus. Mit ihm beginnt die armenische Geschichte um 2100 v. Chr. und endigtmit Leo ) l l., der vor den Einfallen der Barbaren floh und m Paris 1393 nach Chr.starb. Übrigens theilte das Land das chicksal von Kleinasien und Persien . Dievon Schulz aus Gießen in und bei Wan 1826 entdeckten Denkmäler sollen sich aufdie Zelt der Senstramis beziehen, welche hier eine Residenz hatte.— 11m 150 v. Chr.organisirte Valarsaees, der S lifter einer armenischen Dynastie, den Stau- aufs neue.Außer niehren andern Einrichtungen fügte er dem L taatsrathe 2 Erinneret bei, diekeineStimme hatten, aber über Alle? prüfende, warnende, tadelnde Bemerkungenmachen und selbst dem Könige bei Übereilungen oder Ungerechtigkeiten Vorwürfemachen durften. Eben dieser Valariaces ließ die noch vorhandenen Nachrichten imLande und im parthischcnReiche, durch Mar-IbasCatani, den einzigen armenischen Schriftsteller aus der vorchristl. Zeit, zusammentragen. In dem Anfange des 1.Jahrh, nahmen die Armenier das Christenthum an. Damit beginnt auch ihre Li-teratur. Seitdem übersetzten sie aus dem Griech. (sogar den Homer in armenischeHexameter), Hebr., Syrischen und Chald. in die armenische Sprache. Dies. soll,nach Cirbied, eine Ursprache sein; nach A. ist sie ein aus dem ^arischen, Chald.,Hebr . und Arabischen gemischtes Idiom. Beide Meinungen sind richtig. DasAltarmenische, die gelehrte und gottesdienstliche Sprache, ist, wie auch Vater an-nimmt, eine ursprüngliche; das Neuarmenische hat sich, im Wechsel der mancherleidort herrschenden Vclker, aus fremdartigen Beimischungen als Volkssprache gebil-det und zahl: 4 Hauptmundarren. Jene, die Schriftsprache, verdankt ihre Ausbil-dung der Bibelübersetzung, welche Mesrob mit seinen Schülern, unter denen sicha uch Moses ChoronensiS befand, auf Veranlassung des Patriarchen I saak des Gro-ßen, nm 411 begann und um 511 vollendete. Ein noch brauchbares Wörterbuchdesselben ist das von Sehester, „ 11ie«. lln^u. armeniene" (Amst. 1711, 4.). Erstdurch Mesrob erhielt das Altarmenische 7 Vocalzeichen, da die Armeni r sich vorhernur 27 Mitlauter bedienten. Zu gleicher Zeit errichtete man Schulen. Der vorzüg-lichste Dor der armenischen Literatur fällt in die Zeit der Trennung der armenischenKirche von der griechischen im 5. Jahrh., nach dem chalccdonischen Concilium. Erdauerte bis in das 10. Jahrh.; doch blühte sie noch im 13. und erhielt sich bis 1453.Zu ter wissenschaftl. /Forschung hat sie sich nie auf eine merkliche Weise erhoben.Ein eignes Verdienst hat sie um die Geschichte. Die konigl. ftanz. Bibliothek zu