Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Ariiiinianer

Arnauld (Familie) 431

und einer förmlichen Requisition der schwedischen Regierung nur durch die Fluchtentging, jedoch als LandeSverräther in e>>»lum:>en,,n gebrandmarkt und allerseiner Güter, Würden, ja selbst seines Adels, verlustig erklärt wurde. fffachdenier sich bis 1799 in Deutschland aufgehalten hatte , vernichtete Gustav I V. diesUrtheil und setzte A. in den vorigen Stand ein. Es wurde ihm der Gesandt-schaftsposten am wiener Hofe übertragen und 1807 die Würde eines Generals derInfanterie ertheilt. Als solcher befehligte er die schwedischen Truppen in Pommern und 1808 die Westarmee gegen Norwegen . Im Herbst d. I. wurde er zum Präsi-dium des KriegscollegiumS nach Stockholm berufen und zum Herrn des Reichs er-hoben. 1810 erhielt er die gebotene Einlassung und lebte als Privatmann in eLtock.Holm. Eine Verbindung mit der berüchtigten Gräfin Piper verwickelte ihnaufs neuein polizeiliche Verfolgung und veranlas.te ihn, Schutz bei dem russischen Gesandtenzu suchen und in russische Dienste überzutreten. Hier fand er günstige Aufnahme,wurde in den Grafenstand, zum Kanzler der Universität Abo, zum Präsidentender finnischen Angelegenheiten und zum Mitgliede des grollen russischen SenatSerhoben. Er genoß nun ruhig bis an seinen Tod, den 19. Aug. 181t zu Zarskoje-Selo , allgemeine Achtung und besonders die Verehrung der Finnlanter. 5.

A rminianer, s. Remonstranten.

ArminiuS , s. Hermann.

Arm orica, der vor der Eroberung Galliens durch die Römer gebräuchlicheceltisch-galliscbe Name des westlichen Frankreichs , insonderheit das nachhangeBretagne . (S. Aquitanien.)

Arm uth, si Armenwesen.

A r n a u d (Fraiwois Thomas Baculard d'), ein fruchtbarer französischerSchriftsteller, geb. zu Paris 1719, stndirte daselbst bei den Jesuiten . Scbo» inseiner Jugend schrieb ernnter Andern! 3 Trauerspiele, von denen daSeine, „l',»li»nvl ',1 h> 8>.- IHrtlielenn", 1740 gedruckt erschien. Voltaire gewann ihn lieb undunterstützte ihn mit Geld und Rath. Friedrich l l. eröffnete einen Briefwechsel mitihm, berief ihn später zu sich nach Berlin , nahm ihn wohlwollend auf, nannteihn seinen Ovid und richtete ein Gedicht an ihn, das sich mit den Versen schloß:

O,ch> l'.fpollon cle 1a l'rance8<wl>emine i> SS üöc-xlence ;

4 euer hriller i> votre iour.

Klere/.-vous, s il lralsse encore;tlinsi le coucliant ci un heau jouromet une plus helle aurore.

Frankreichs?lpoll, Voltaire, fand diese Vergleichung nicht gar zu schmeichelhaftfür sich und rächte sich durch Spötteleien über A.'S Person und Verse. Nach ei-nem Jahre verlier, A. Berlin, ging nach Dresden , wo er zum LegarionSrark er-nannt wurde, und kehrte von da in sein Vaterland zurück. Während der iLcbre-ckcnszeit ward er eingekerkert und führte nachher ein unglückliches Leben, da beiseiner geringen Sparsamkeit weder die Unterstützung der Regierung noch seine Fe-der ihn vor Mangel zu schützen vermochten. Er starb zu Paris 1805 in dem Altervon 86 Jahren. Seine vorzüglichsten Werke find: „bes üpieuves ,1» se„ki-

inent". „I.cs üäl.nssi'nwnls <Ie I'bnninic sensible", „l es lnisirs utiles" und

einize andre. Seine Theakerarbeiten haben keinen Werth, und nur der „t'.oinle<l<- lännininxes" kam 1790 mit einem augenblicklichen Beifall aufs Theater.Ein Theil seiner zahlreichen Gedichte erschien 1751 in 3 Bdn.

A r n a u l d. Von dieser alten auvergnischen Familie, die zur Xnblesse <IeIn I ,b<- el >le l'epee gehört, sind hier auszuzeichnen: I. Anton A., ?ldvocat zuPaus seit 1580, ein eifriger Verfechter der Sache Heinrichs IV., durch mehrepoliaficke Flugschriften und durch seine kraftvolle und gründliche Vertheidigung derUni.'erfität zu Paris gegen die Jesuiten 1594 berühmt. Er zog sich dadurch den Haß