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Arnault
der Jesuiten zu, blieb über bis an seinen Tod (1618) im Besitze der Ehre, der größteSachwalter seiner Zeit zu sein. Leine 20 Kinder bildeten den Ltamm der An-teiliger des IansenismuS (s. Ian se n) in Frankreich , dieTöckter und Enkelinnen alsNonnen in Portroyal, die Sohne als (Glieder der gelehrten Gesellschaft, die sich andieses Kloster anschloß und unter dem Namen der Herren von Portroyal bekannt ist.Ein S ohi' seiner ältesten Tochter, Isaak le Maitre de Sacy, hielt sich ebenfalls zudieser Gesellschaft und spielte als Übersetzer der Bibel, die zu Mons erschien, in derGeschichte des IansenismuS eine wichtige Rolle. — II. Robert A., Herr von An-dilly, ältester Sohn Antons, geb. 1588, gest.zuPortroyal 1674, machte sich durchreligiöse Gedichte, Erbauungsbücher und die Übersetzungen von IosephuS'S jüdischerGeschichte und von Davila'ü Werken als einer der correctesten franz. Stylisten be-kannt. An Geist weit überlegen war ihm sein jüngster Bruder III. A n t o n A., derjüngste unter den Kindern des Advokaten Anton A., geb. den 6 . Febr . 1612. linkerFührung des AbtS von St.-Eyren, Johann du Verzier de Havranne, ersten Ober-haupts der Iansenisten in Frankreich , widmete er sich der Theologie und wurde 16 l 3unter die Doctoren der Sorbonne ausgenommen. In dems. I. griff er die Iesist-ten in 2 Werken: „I)e I.r IriIiieiite coiiniiuiiion" und „I.-I Unolo^io „Willis<!, s .b Xuit, 5 ", an, von denen das erstere viele Streitschriften veranlaßte, weil es dieIansenistisehen Grundsätze auf den Abendmahlgenuß anwendete. Ähnliche Strei-tigkeiten zog ihm sein Werk : Da I'untoril,' cko 8t.-l'ierre <>t ele 8 t. l'uuiile-nte stiNi-i le I!u,,e" (1645), durch die darin vertheidigte Meinung zu, daß beideApostel gleichen Ranges und als Lüfter der römischen Kirche anzusehen wären.Nachdem der IansenismuS seit 1650 ein Gegenstand öffentlicher Angriffe unddas Zeichen einer bedeutenden Partei im Staate geworden war, trat A. in allenHändeln derselben mit den Jesuiten , dem Klerus und der Regierung, als Wort-führer der franz. Iansenisten auf, die ihn nun als ihr Haupr betrachteten. Hof-ränke bewirkten 1656 seine Ausstoßung aus der Sorbonne und Verfolgungen,die ihn nöthigten sich zu verbergen. In dieser Einsamkeit schrieb er eine Logiknach Eartcsianischen Grundsätzen und eine i-ck 5 >>„i>ee" , die lange
geschätzte Schulbücher waren. Endlich konnte er sich, nach Abschluß der- sogenanntenFriedens zwischen dem Papste Clemens IX. und den Iansemsten, 1668 wiederöffentlich zeigen und die Huldigungen genießen, die selbst der Hof seinen Verdien-sten und Talenten nicht versagte. Um seiner Kampflust Genüge zu leisten, griffennun die Reformirtcn in mehren Streitschriften an und arbeitete mit seinemFreunde Nicole das große Werk: „I.u peipetuite ckv I.a loi cke iXPIirc oulltol.I-Mistumt I'eucbaiislie", gegen dieselben aus. Zu Rom wurde ihm dafür derCardinalshut zugedacht, doch, weil er ihn verschmähte und der Hof ihm wieder un-günstig ward, nicht verliehen. Vor neuen Verfolgungen desselben, oder vielmehrder Jesuiten, flüchtete ersieh 1679 nach den Niederlanden , beschäftigte sich auch mdiesem Exil mir Streitschriften gegen Reformirte und Jesuiten , und starb in Dürf-tigkeit in einem Dorfe bei Lüttich den 9. Aug. 1694. Er war ein kräftiger, bis zuräußersten Strenge eonseguenter Geist, voll gründlicher Kenntnisse und großer Gedan-ken, in seinen Schriften kühn und heftig bis zur Bitterkeit, in Gefahren unerschrocken,und in seinem Wandel tadellos. Sein großes Verdienst um die Moral der katholi-schen Kirche ist anerkannt, doch hätte sein Gerne noch weit mehr für Kirche undWissenschaft leisten können, wenn er nicht durch seine Stellung und seinen Charak-ter in eine Menge von Streitigkeiten verwickelt worden wäre, die seine rafflest' lite-rarische Thätigkeit großentheils für die Nachwelt unfruchtbar machten. 31.
Arnault (Antoine Vincent), geb. zu Paris 1766, ein geachteter drama-tischer Dichter, gründete seinen Ruf durch sein Trauerspiel ü ölniiur,»-",
das 1791 auf die Bühne kam. Bald darauf erschien seine „l.nerece". Nach derKatastrophe des Throns am 10 . Aug. 1792 und nach den Mordseenen des 2.