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'Aniantm
Arnd
gemacht, besonders durch seinen „ReguluS" (1819). Ein angebliches früheres,„Pertinax", soll seinen Vater zum Verfasser haben.
Arnauten oder Albanesen, ein Volk vermischter Abkunft, wahr-scheinlich das Urvolk ZllyrienS und Macedoniens, mitGothen, Hunnen undSla-wen vermischt, welches sich im westlichen Theile von Rumili längs der Küste desadriatischen und ionischen Meers verbreitet und Eolonien auf den neapolitanischenund sicilianischen Küsten abgesetzt hat. 2hee Sprache hat sich nicht zur Schriftspra-che erhoben. Lie nennen sich selbst-Lkypetaren, von den Osmanen werden sie Ar-nauten genannt. Sie theilen sich in mehre «kämme, unter denen die Sulioten(s. d.', zum Theil hellenischen Ursprungs sind. Von Natur stark und kriegerisch, wa-ren die Arnauten die besten -Soldaten im türkischen Heere. Offen gegen Freundeund Vorgesetzte, erlauben sie steh, wie alle rohe Völker, gegen ihre Feinde jedeArt von List und Treulosigkeit. Der Druck, unter dem sie lebten, erhob sie zumSinn für Freiheit. Zu Künsten und Gewerben haben sie keinen Hang. Säen undAckern erscheint ihnen nicht so ehrenvoll wie die Beschäftigung mit den Waffen.Der Ackerbau ist ihnen ein lästiges Geschäft; sie erwerben lieber mit Blut als mitSchweiß. 2hl' unruhiger Geist haßt die Einfermigkeit des Friedens. Die höhereKriegskunst kennen sie nicht, sie bilden nie eine Scklachrlinie unv verstehen sich nichtauf die Vortheile fester Stellungen. Daher vermögen sie auch nickt so viel gegeneuropäische Heere, als ihr persönlicher Muth erwarten liehe. «je führen die erle-sensten Waffen; auf der Brust tragen sie eine silberne Platte, und ihre Beine sindmit einer Art Harnisch bekleidet; die Haare, welche vorn abgeschoren sind, bedeckteine bis auf die Augenbrauen vorgeschobene Mütze von rothem Tuch. — Alba-nien, ein Theil der türkischen Provinz Arnaut Vilajeti, ein gebirgiges, aber zumWein-, Obst-, Baumwollen- und Tabacksbau sehr geschicktes Küstenland amadriatischen und ionischen Meere, ist das eigentliche Vaterland der Arnauten. Be-rüchtigt unter ihnen sind die Montenegriner (s. d.) in dem Gebirge Monte-negro , welche von den Türken nickt haben bezwungen werden können. Außer 2 a-nina (s. d.) und Scutari mir 12,000 Einw. (nicht zu verwechseln mit der Smdtgl. N. in Anadoli, Konstantinopel gegenüber), beides Sitze von Paschen, bemer-ken wirDurazzo, das alte Dvrrhachium.
Arnd (2ohann), ein lutherischer Geistlicher, der bei seinem Religionsunter-richte stets ausdie nützliche Anwendung sah. Er war geb. 1555 zu Ballensiedt, imFürstenthum Anhalt, studirte auf den Universitäten zu Helmstädt, Wittenberg ,Strasburg und Basel , erhielt dann ein Schulamt in seinem Vaterlande und schon1583 das Pfarramt zu Badebern. Von hier vertrieb ihn der Calvinismus nachQuedlinburg, wo er 1590 Pastor wurde. Seit 1599 war er Prediger in Braun-schweig , dann zu Zisleben von 1608—14, endlich Superintendent zu Cello, wo er1621 im Mai starb. Wenige Stunden vor seinemTode hatte er über dieWorre ausPsalm 126: „Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten", gepredigt, undsagte, als er nach Hause kam, daß er eben eine Leichenrede gehalten habe. S eineVermcgenSumstände waren sehr mittelmäßig, und dennoch bewies er eine so frei-gebige Milde, daß er in den Ruf kam, den « kein der Weisen zu besitzen. S eineascetischen Schriften sind voll Wärme und Salbung, und unter diesen ist sein„Wahres Christenthum" die bekannteste, fast in alle gebildete Sprachen übersetzt.Doch eben dieses vortreffliche Erbauungsbuch, dessen lauterer Mysticismus der An-dacht eine in jenem Zeitalter des steifsten Dogmatismus und des ärgerlichsten Feder-kriegs ebenso nöthige als erguickende Nahrung darbot, fanden lutherische Eiferer,wie CorvinuS und Osiander, verfänglich, und verketzerten den frommen A.als einengefährlichen Mystiker und 2rrlebrer. 2hre Beschuldigungen bat seine, durch ge-wissenhafte AmtStreue, ungeheuchelte Frömmigkeit, Recktschaffenheit, standhafteGeduld und Selbstbeherrschung in seinen Leiden erprobte, Tugend und der nicht zu