Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Asien

Rechtsgelehrsamkeit, in der Heilkunde rohe Empirik) ist größtentheils noch mit demPriesterthume und mit einem in das Leben tief eingreifenden, bis zum Kindermordeund dem -Opfertode in den Flammen gesteigerten Aberglauben verbunden. Der Is-lam, dessen hoheSchuleSamarkand ist, herrscht im westlichen Asien . (Vgl.Ma-tz a b i.) szber ganz Mittelasien und den östlichen Theil des nördlichen ist die lamai-sche oder schigemunifche Religion verbreitet. Die bramanische, deren hohe SchuleBenarcS ist, hat sich größtentheils auf Vorderindien beschränkt, und die schamani-sche auf die Völkerschaften in Nordasien und auf den russ. Arebipel. Zu Zoroaster's uralter Lehre bekennen sich nur noch einzelne Familien in Indien undPersien; da-gegen hat die Mosaische zahlreiche Anhänger in ganz Asien , nur mcht im russischen.Vollkommener als die geistig-sittliche Bildung ist die physisch-mechanische. Mandenke an die indischen Gaukler! Insbesondere hat der Gewerbfleiß gewisser Hindu-kasten das Unglaubliche geleistet i» Seiden- und Baumwollenweberei. Berühmtsind die ShawlS von Cascheniir, die persischen und syrischen Lederwaaren (Saffian,Corduan, Chagrin); die chinesischen und japanischen Töpferwaaren, die Stahl-arbeiten im türkische» Asien, die Lackwaaren der Chinesen und Japaner und andreKunstarbeiten. Allein der inländische Handel wird noch jetzt, wie in der alten Zeit,als die Doppelinseln OrmuS und Bahrain die älteste Seehandelsstraße zwischen demOrient und Occident (vor Abraham und Moses ) verbanden und der große Waaren-zug von Indien durch Bactrien nach KolchiS ging, durch Caravanen (bis nach Ma-kariew, Moskau und Konstantinopel ) und durch Küstenschifffahrt betrieben. DerWelthandel mit China und Ostindien ist daher ganz in den Händen der Europäer(Briten, Holländer und Russen) und der Nordamerikaner. So beweist das ganzeVolksleben, der religiöse, bürgerliche und gesellschaftliche Zustand der Orientalen,daß, wo die freie gesellige Entwickelung der ediern Kräfte des Menschen durch Ka-stenzwang, Priesterzunft und -LultaiüSmuS gebunden, und wo das Festhalten anherkömmlichen Formen Glaube, Gesetz und Sitte geworden ist, daß da alle Cul-tur, wie in China und Japan , in eine starre Kunstform ausarten und zuletzt dieKraft selbst geistlos verwelken muß. Darum erhob sich der Orientale, ungeachtetder prachtvollen Erhabenheit seiner Einbildungskraft, dennoch niemals zur An-schauung der idealen Form, welche zuerst der freie Grieche erblickte, und ebendarumhat der Europäer, der in seiner geistigen Bildung wie in seiner gesellschaftlichenThätigkeit ungehemmt fortgeschritten ist, den Druck des Orients auf den Occidentüberwältigt und sich zur Herrschaft über die Küsten und die Wildnisse seines altenHerrn und Meisters emporgeschwungen. Zuerst stieß Griechenland , nachdem esdie dunkle Symbolik des OrientS durch Idealgestalten zu lebendiger Anschauungverklärt hatte, die geistigen Fesseln der Priester und Orakel von sich; dann auch diebürgerlichen Ketten, welche der Perser DariuS für Athen und Sparta bereit hielt.Nach einem 50jährigen Kampfe schrieb Europa zum ersten Male nach Cimon'sTriumphen (449 v. Chr.) dem Orient das Gesetz vor. Dann verbreitete sich grie-chische Cultur über das ganze westliche Asien bis nach Indien hin, und die Keimedieses reger» Lebens hat der spätere Soldatendespotismus noch bis jetzt nicht ganzersticken können. Hierauf kämpften Römer und Parther um den Besitz des Eu-phrat; eine Zeitlang versuchten es sogar die Perser, unter den Sassaniden, Rom die Herrschaft der Welt zu entreißen. Seitdem stand Asien 4 Mal gegen Europa auf. Zuerst erhoben sich die Völker Hocbasi'enS, von Chinas Grenzen bis an denIrtisch zurückgeworfen, um über das Abendland herzustürzcn. Nach einanderbrachen Hunnen, Avaren, Bulgaren und Magyaren, ohne die spätem Horden,die im südlichen Rußland und an der Donau sich vermischten und untergingen, zunennen, aus den Pforten des Kaukasus und aus den Wildnissen des Ural hervor,um Europa zu unterjochen; aber Attila's und der Enkel Arpad's rohe Macht zer-stäubte im wilden Verheerungskampse mit den Deutschen . Dann griffen die Arm-