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lung für geschloffen. In einem kurzen Vortrage stellt der Präsident die Beweisefür und wider zusammen und legt den Geschworenen schriftlich die Fragen vor, wor-über ihr Gewissen sich zu erklären hat. Dann treten die Geschworenen zusammenim Berathungszinimer, und wenn sie zurückgekehrt sind, sprechen sie das Resultatihrer Berathung öffentlich aus. Haben bloß 7 von den 12 Geschworenen den An-geklagten schuldig befunden, so deliberiren über die Thatfrage auch die Richter, undtritt die Majorität der Richter der Minorität der Geschworenen bei, so gilt die demAngeklagten günstigere Meinung. Vereinige» sich ferner alle Richter zur Frei-sprechung des Angeklagten, die Iurp mag eins gewesen sein in der Nerurtheilimgoder nicht, so wird die Lache ausgesetzt zur Verhandlung vor der nächsten Affise,die dann definitiv erkennt. Hat die Mehrheit der Geschworenen den Angeklagtenfreigesprochen, so läßt der Präsident den Angeklagten frei, wenn ihn nicht etwa auchirgend eine andere Anklage verhaftete. Ist dcrAngeklagte für schuldig erklärt wor-den, so fängt eine eigene Verhandlung über die Anwendung derStrafe und über dieetwaige Privatzenugthuung an, und die Richter entscheiden hierüber mit Angabeder Entscheidungsgründe. Gegen dies Criminalurtheil findet bloß das Cassations-gefiich statt. DerEassationShofss. d.) nimmt diesGesuch als gegründet an,wenn eine Nichtigkeit, ein Formalitätefehler oder der Spruch wider das klare Ge-setz nachgewiesen wurde, und verweiset dann zum abermaligen Erkenntniß den Pro-ceß an einen andern Asssenhofzur neue» Vei Handlung und Urtheilfallung. 37.
Association (Vergesellschaftung) derIdeen, oder richtiger, der Vor-stellungen, nennen wir die Verbindung unserer Vorstellungen, vermöge deren siesich einander unwillkürlich erwecken und auf einander führen. Da sich dasVerhältniß unserer Vorstellungen überhaupt auf ein Äußeres (der Zeit, fies Orrs)und auf ein Inneres zurückführen läßt, welches von Verwandtschaft, Ähnlichkeitund Unähnlichkeit derselben abhängt, so ist alle sogenannte Ideenaffociarion von2 allgemeinen Gesetzen abhängig, die man auch AssociationSgeseße nennt, näm-lich 1) Gesetz dcr Zeitsolge und Gleichzeitigkeit. Vorstellungen, welche oft miteinander verbunden waren oder nach einander folgten, erwecken einander wecbselsei-tig in dieser Folge. Daher erinnern gewisse Orte an gewisseEreigniffe, welche dortvorgefallen sind; gleichzeitig wahrgenommene Ereignisse erinnern an einander z soauch die unmittelbar aufeinanderfolgenden, und zwar erwecken sie sich am leichte-sten in der bestimmten Folge, z. B. die Worte eines auswendig gelernten Satzes,je öfter man sie auf bestimmte Weise verbunden hat. Dies bestimmt auch unsereFertigkeiten, indem eine bestimmte Folge der Vorstellungen durch Gewohnheit leichtwird, was sich auch im Handeln nach denselben äußert. S o spielt z. B. ein geüb-ter Elavicrspieler im Dunkeln oder ohne auf die Tasten zu sehen, richtig, weil er dieTasten sich in der bestimmten Lage schon oft vorgestellt und unter den Händen ge-habt hat. 2 Gesetz der Verwandtschaft, Ähnlichkeit und Entgegensetzung der Vor-stellungen. Nach diesem Gesetze erwecken und verdeutlichen sich Vorstellungen leicht,deren Inhalt sich aufeinander bezieht. Ein Individuum erinnert an das andre,weil» es gewisse Auge mit demselben gemein bat, das Portrait an das Original,das Bejahende an das gerate Gegentheil, daher auch die Wirksamkeit der IronieZu erklären. — In einem solchen Verhältnisse stehen ferner insbesondere Sub-ject und Prädieat, Ursache »ich Wirkung, Ganzes und Theil, Gattung, Artund Individuum, Nebenumstande und Hauptsache», doch kommt man leichtervon dem Besondern auf das Allgemeine, als umgekehrt. Was in einem gewisseni n n e r n Zusammenhange steht, das merkt sich leicht vermöge dieses Gesetzes. Dieseunwillkürliche Verbindung unserer Vorstellungen minist als unwillkürlicher Gedan-kenlauf in der ersten Zeit unsers Lebens und bei dem Ungebildeten immer vorherr-schend. Bei eintretender Bildung des Verstandes wird der nach Absicht und Zweckgeleitete Gcdankengang herrschend. Gleichwol wirkt jener immerfort, tritt in unsere